RATTEN

Vorab: Ich rate dringend allen davon ab, absichtlich Rattenbabys zu produzieren! Die Rattenzucht ist sehr zeitintensiv, kostspielig und man muss ausreichend Wissen über die Genetik aufweisen können. Bitte überlasst das Züchten Leuten, die etwas davon verstehen. Es gibt bereits genug Notfälle!

Wie entsteht ein Riesennotfall?
Meine Ratte ist schwanger!
Löwenzahnfilm über Rattenkinder

Bringt der Storch die Babies?

Vorab:

Bitte überlasst die Zucht von Ratten Leuten, die etwas von Genetik und Krankheitsvererbung verstehen und nicht planlos und verantwortungslos
Männchen und Weibchen zusammensetzen, ohne zu bedenken, wo und wie die Welpen
untergebracht werden sollen. Leider findet eine derartige Vermehrung von Kleintieren oft in Kinderzimmern statt.

Eine gute Zucht sieht so aus:

  • Ein guter Züchter züchtet nur auf Bestellung und sorgt nicht für extra Notfälle.
  • Ein guter Züchter setzt nicht einfach so Männchen und Weibchen zusammen!
  • Eine gute Zucht ist zeitaufwendig und teuer.

Naive, selbstsüchtige und undurchdachte Vermehrung führt zu:

  • Totgeburten
  • Komplikationen bei der Geburt
  • Überschuss an gewollten Ratten, die irgendwie "entsorgt" werden müssen
  • Übertragung von Erbkrankheiten
  • Unüberschaubare Vermehrung durch Fehler bei der Geschlechtertrennung.


Warum sind Ratten so vermehrungsfreudig?
Wild Ratten erreichen selten ihr Höchstlebensalter von 3 Jahren. Vorher sterben sie durch Fressfeinde, Gift, Fallen oder Krankheiten. Dennoch haben wir seit Jahrhunderten mit Rattenplagen zu kämpfen!

Wie kann es sein, dass ein Tier, das so jung stirbt, zu so einem Problem wird? Ein Tier, das solche eine geringe Lebenserwartung hat, muss einen anderen Vorteil haben, der das Überleben der Spezies in der Natur sichert - und dieser Vorteil liegt in der Reproduktion, also Vermehrung.

Eine Rattendame kann locker um die 15 Welpen auf einen Streich auf die Welt bringen und ist sogar sofort nach der Geburt sofort wieder empfängnisbereit.

Ihre Töchter sind mit ca. 5-6 Wochen ebenso geschlechtsreif und können von ihren Brüdern, Cousins usw. geschwängert werden. Und so nimmt die Katastrophe ihren Lauf.

Vielen Rattenhaltern, die auch mal Rattenbabys haben wollten ist genau diese Vermehrungsfreude schnell zum Verhängnis geworden! Mehr dazu hier: KLICK



Entstehung eines Riesennotfalls
(Der folgende Text wurde mit freundlicher Genehmigung des VdRDs vom Infoflyer "Rattennotfälle vermeiden! Ein RIESENNOTFALL. Wie er entsteht und wie er zu verhindern ist- aufklärende Worte vom VdRD e.V." übernommen)

Beginn
Es werden zwei Ratten unterschiedlichen Geschlechts zusammengesetzt. Der Bock wird die Rättin decken und nach einer Tragzeit von 21-24 Tagen werden 8-18 Welpen geboren.

Die weitere Entwicklung
Verbleibt das Weibchen bei dem Bock, wird es sofort nach der Geburt erneut gedeckt. Die Welpen aus dem ersten Wurf sind nach nur 5-6 Wochen geschlechtsreif. Zu diesem Zeitpunkt hat das Weibchenn bereits den zweiten Wurf geboren. Werden die Jungtiere aus dem ersten Wurf nicht rechtzeitig nach Geschlechtern getrennt, dann werden auch diese Weibchen von den Brüdern bzw. dem Vater gedeckt- und trächtig. Dies führt dazu, dass in nur 11-12 Wochen aus ursprünglich 2 Ratten ein "Riesennotfall" mit ca. 100 Ratten entsteht.

Vorbeugung

  • Niemals Ratten unterschiedlichen Geschlechts zusammen halten!
  • Ist man sich nicht sicher über das Geschlecht der Tiere, sollte ein rattenerfahrener Tierarzt oder eine andere rattenerfahrene Person zu Rate gezogen werden.
  • Stellt sich heraus, dass es sich um zwei unterschiedliche Geschlechter handelt, die Ratten sofort trennen.
  • Sollten ein oder mehrere Weibchen bereits trächtig sein, die Jungtiere im Alter von 5 Wochen nach Geschlechtern trennen und die Böcke in einem anderen Käfig unterbringen. Bei der Geschlechtertrennung hilft der VdRD e.V. oder ein rattenerfahrener Tierarzt.
    Die Erfahrung zeigt leider, dass nicht alle Zoogeschäfte ihre Ratten getrennt nach Geschlechtern halten und somit die Gefahr besteht, dass bereits trächtige Weibchen erworben werden.

    Der einfachste Einstieg in die Rattenhaltung ist gewährleistet mit gleichgeschlechtlichen, nicht trächtigen Tieren. Bei der Vermittlung solcher Ratten helfen gerne der VdRD e.V. oder örtliche Tierheim.

    Text: C. Gäthje

    Weitere Infos und Infos zum Download findet ihr auf der Seite des VdRD e.V.




    In Vlads Verlies wird ganz eindrucksvoll geschildert, in wie kurzer Zeit aus nur einem Rattenpärchen ein Riesennotfall wird. Schaut selbst mal vorbei: Vlads Verlies und Vlads Verlies
    Schlarattenland - Zucht und Vermehrung

 



Meine Ratte ist schwanger - was nun?

Ich werde niemandem eine Anleitung geben, wie man Ratten züchtet und aufzieht, zumal ich das überhaupt nicht kann. Ich rate dringend allen davon ab, Ratten zu "züchten". Züchten heißt nicht, einfach Männchen und Weibchen zusammenzusetzen, das kann jeder Dummkopf. Überlasst das doch bitte Züchtern, die eine Ahnung von dem haben was sie tun, sich mit Genetik auskennen und nicht willkürlich irgendwelche Ratten zusammensetzen. So manch einem ist die planlose Vermehrerei schnell über den Kopf gewachsen.

Ich habe noch nie Welpen gehabt, habe noch nie Babyratten groß gezogen und habe mich auch noch nie darüber informiert, wie man Ratten aufzieht, denn ich sorge von vornerein dafür, dass mir keine schwangeren Ratten ins Haus kommen. Ich habe also absolut keinen blassen Schimmer darüber, wie man Ratten züchtet und aufzieht. Da ich meine Ratten ausschließlich aus der Notfallvermittlung beziehe, kann ich sicher gehen, dass ich keine schwangeren Tiere bekomme.

Bitte trennt eure Ratten nach Geschlechtern! Bereits ab der 5. Lebenswoche sind Ratten bereits geschlechtsreif und können kleine Welpen zur Welt bringen, sogar wenn die Eltern selbst noch aussehen wie winzige Babys.

Geschlechterdiffernzierung sollte immer durch erfahrene Rattenhalter bzw. -kenner erfolgen, z.B. von einem Helfer der Notfallvermittlung oder dem Tierarzt. Zur Not kann man 'Löcher zählen': Jungens haben zwei, Mädels drei ;-) Oder man befeuchtet ein wenig das Brustfell und sieht nach, ob darunter Zitzen zu erkennen sind.