RATTEN


Infos rund um die Gesundheit der Ratte


Achtung! Auf dieser Seite befinden sich sehr unappetitliche Bilder. Wer Blut und Tumorgewebe nicht sehen kann, weil ihm leicht davon schlecht wird, der sollte vor allem nicht ganz nach unten scrollen und die verlinkten Seiten mit Vorsicht genießen!

 

Operation - macht das Sinn?
pfeil Wann darf die operierte Ratte denn wieder zurück ins Rudel?
pfeil Wie sieht ein Tumor eigentlich aus?
Kastration
Euthanasie / Einschläfern: Wann ist der richtige Zeitpunkt?



Operation

Kann man denn Ratten überhaupt operieren lassen? Ja, zumindest ein rattenerfahrener Tierarzt kann das! Ist das nicht gesponnen, so ein kleines nicht langlebiges Tier operieren zu lassen? Das hängt davon ab, wie man zu dem Thema und seinem Tier steht, welche Beziehung man zu seinem Tier hat. Die einen sind sicherlich der Meinung, dass das eben der Lauf der Dinge ist, dass Ratten Tumore bekommen und dann irgendwann sterben oder eingeschläfert werden müssen, die anderen denken, dass man den Tieren lange Lebensqualität geben und das Leben verlängern kann. Ich denke beide Seiten kann man verstehen, sofern beide Rattenhalter erkennen, ab wann das Leben einer Ratte zur Qual wird. Schmerzen dürfen die Tiere nicht haben!

Generell können Operationen bei Ratten richtig teuer werden. Eingriffe an so einem kleinen Tier sind nicht ganz ungefährlich und nicht ganz einfach!

Anders als bei anderen Säugetieren müssen Ratten stets etwas zum Fressen haben, sowohl vor als auch nach einer Operationen, Ratten sollen also vor einer OP NICHT NÜCHTERN sein.

Nach einer Operation ist es dringend notwendig, dass die Ratte warm gehalten wird. Damit die Ratte nicht auskühlt gibt es im Handel solche Plüschtiere zu kaufen. Diese kann man hinten am Reißverschluss aufmachen und mit einem Heatpad füllen. Dieser wird vorher in der Mikrowelle warm gemacht (nach Bedienungsanleitung/Beipackzettel). Das Ding nennt sich "Snugglesafe" und man kann es z.B. bei Zooplus bestellen. Natürlich geht das auch mit einer ganz normalen Wärmeflasche. ;-) (Den Snuggelsafe benutze ich übrigens am liebsten selbst und habe ihn schon mehrmals zu Weihnachten verschenkt, geniales Teil!)
Wichtig ist, dass Ratten nach einer OP unbedingt warm und einzeln gehalten werden! Sie müssen erst wieder ordentlich auf die Beine kommen, bevor sie zu den anderen Ratten in den Käfig zurückgebracht werden.

Dazu benötigt man einen Krankenkäfig, der ruhig ein "Hamsterknast" sein kann, denn der frisch operierte Patient soll sich ohnehin nicht viel bewegen und klettern können. Er soll liegen und sich ausruhen. Der Käfig soll sehr spärlich eingerichtet sein: ein bis zwei Häuschen, mit Küchenpapier auslegen, Nippelflasche und Wasserschälchen (u.U. ist die Ratte zu schwach das Köpfchen zur Flasche zu heben), ein Futternapf und ein Klo, wobei man bringend auf Einstreu verzichten sollte! Ob man eine Ratte operieren lassen soll hängt vom Alter und vom Allgemeinzustand der Ratte ab. Es gibt Rattehalter, die ihre Ratten noch mit 2.5 Jahren operieren lassen. Das ist eine Einstellungssache. Ich habe für mich irgendwann entschieden, dass ich Ratten ab einem Alter von 2 Jahren keine Operation mehr zumuten möchte.

Hier seht ihr meine niedliche Pitu. Sie hatte einen Tumor an der Achsel, das ist eine ganz typische Stelle, hier bekommen insbesondere Rattendamen öfter mal Tumore. Die rote Stelle ist übrigens noch von der OP. Da seht ihr mal, wie schnell die Beule wieder gewachsen ist. Glücklicherweise war diese Beule nur gefüllt mit Seroma, das ist Wundwasser - also Körperflüssigkeit, die sich ansammelt, meist, wenn die Stelle stark beansprucht wird. Das Seroma ist nicht gefährlich und bildet sich eigentlich von selbst wieder zurück. Nur bei Pitu war die Ansammlung so schwer, dass ich darauf bestanden habe, dass das Wasser abgelassen wird. Die Tierärzte meinten, dass durch das "Reinpieksen" die Gefahr einer Infektion zu groß wäre, aber ich wollte es risikieren, denn Pitu hatte wirklich viel Last mit sich herumzutragen. Ich bzw. Pitu hatte Glück: Das Seroma floss ab (wie Wasser), es kam zu keiner Infektion.


Die Ratte leidet so sehr, weil sie nicht gerne alleine ist, darf sie nicht doch wieder zu den anderen?

Es ist wirklich sehr wichtig, dass eine frisch operierte Ratte nach der OP alleine bleibt:

  • Wenn sie noch von der Narkose angeschlagen ist, kann sie sich nicht gegen andere Ratten wehren.

  • Man kann sie viel einfacher beobachten und nachsehen, ob alles in Ordnung ist.

  • Der Krankenkäfig ist viel hygienischer, auch wenn er niemals steril sein kann. Ein Rattenkäfig kann, egal ob groß oder klein, kann zwar nie steril sein, aber man minimiert das Risiko einer Infektion.

  • Der Krankenkäifg, der mit Küchenpapier ausgelegt ist, ist einfacher sauber zu halten, das Papier kann ausgewechselt werden.

  • Der kleine Patient braucht Ruhe und soll sich ausschlafen und will nicht ständig zum Spielen aufgefordert werden.

  • Da Ratten sehr soziale Tiere sind, werden die anderen Ratten versuchen an der OP-Wunde zu schlecken und eventuell nagen sie sogar die Fäden ab.

  • U.U. hat die Ratte sehr große Schmerzen (Tierarzt aufsuchen!) und leckt sich an der OP-Wunde, will nur in Ruhe gelassen werden.



Wann darf die operierte Ratte denn wieder zurück ins Rudel?

  • Im Normalfall will der Tierarzt die Ratte einige Tage nach der OP sehen. Er entfernt dann Tupfer und Fäden (falls es die Ratte nicht schon selbst erledigt hat). Er gibt dann das OK.

  • Wenn die Wunde gut verheilt ist und keine Infektionen entstanden sind und die Ratte keine Schmerzen hat, wenn sie absolut WACH ist von der Narkose.

  • Wenn ich merke, dass eine Ratte ständig nur im Krankenkäfig umherspringt, unruhig ist und zu den anderen will, dann hole ich eine ruhige Ratte und setzte sie unter Aufsicht zum Patienten. Das beruhigt die operierte Ratte.

  • In einem Fall hat eine meiner operierten Ratten so sehr herumgesponnen, dass ich dachte, ihre OP-Wunde platzt gleich wieder auf, wenn sie weiter so im Käfig herum springt. Also habe ich sie, mit ganz unwohlem Gefühl, doch zu den anderen in den Käfig zurückgesetzt. Sie beruhigte sich sofort und schlief in einem Haufen Fellkugeln ein. Das war aber wirklich ein Ausnahmefall. Ratten brauchen wirklich Ruhe nach einer OP.

 

Wie sieht so ein Tumor eigentlich aus?
Diesen Tumor habe ich aus meiner geliebten Dotty rausschneiden lassen. Er war im Unterleib. Nur vier Wochen später machte sich bereits der nächste Tumor an der Achsel bemerkbar, der sah ungefähr so aus wie bei Pebbles und Pitu.
Eklig, oder? Wie komme ich eigentlich dazu? Meine Tierärztin wollte mir den Oschi zeigen und ich bin da halt so skrupellos und hab gleich gesagt, dass ich den zu Abfotografieren auf jeden Fall mit nach Hause nehmen muss!
Ich hatte mich auf einen fürchterlichen Gestank eingestellt, tatsächlich roch der Tumor nach gar nichts. Er fühlte sich in etwa so an wie eine Speckschwarte. Außereinanderreißen ließ er sich nicht so einfach, irgendwie fühlte es sich faserig an.
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Eine kleine Geschichte zu meiner süßen Bluna...
Bei meiner kleinen Bluna stellte ich irgendwann fest, dass sie ein ganz schön dickes Bäuchlein bekommen hatte. Also ging ich zum Tierarzt. Dort ertastete die Tierärztin einen großes tumorartiges Gebilde. Bluna wurde mit Ultraschall untersucht und die Tierärztin stellte fest, dass sich etwas Riesiges im winzigen Körper befand. Noch am gleichen Tag wurde Bluna operiert, immer im Hinterkopf, dass sie vielleicht sogar eingeschläfert werden musste, aber so weit kam es nicht. Herausgeschnitten wurde dieser Oschi hier (Achtung, sehr unappetitliches Bild! KLICK) Wie sich herausstellte, war dies kein Tumor, sondern eine entartete Niere, die gänzlich mit Eiter gefüllt war. Ich machte mir Vorwürfe, dass ich diesen riesen Apparat übersehen konnte, aber vermutlich ist er tatsächlich innerhalb weniger Tage auf diese Größe angewachsen. Als Laie konnte ich das Ding im Anfangsstadium garnicht ertasten, erst als es fast schon zu spät war. Ein Tag länger, dann wäre das Ding womöglich geplatzt und Bluna wäre gestorben. So weit zur Vorgeschichte.
Bluna war selbst kurz nach der OP fit wie ein Turnschuh. Zwei Tage lang lebte sie in Einzelhaft, aber dann konnte ich sie kaum noch halten, weil sie wie eine Irre im Käfig und her gesprungen ist. Also ließ ich sie zu den anderen zurück in den Unidom, wo sie endlich wieder zur Ruhe kam. Die Wunde schien super zu verheilen, auch die Nachkontrolle beim Tierarzt war sehr positiv. Wir waren alle angenehm überrascht, wie das kleine Ding solche Strapazen einfach wegstecken konnte. Genau eine Woche nach der OP merkte ich, wie Bluna müffelte! Sie stank schlimmer als eine Bahnhofstoilette. Nachts entdeckte ich ein winziges Loch an der OP Schnittstelle, das eiterte. Also ging ich gleich am Morgen wieder zum Tierarzt. Dort stellte man fest, das Bluna die OP Fäden nicht vertrug. Die Fäden wurden gezogen, die Wunde vom Eiter gesäubert und desinfiziert und die Ratte bekam noch Spritzen mit einem Antibiotikum und leider, leider eine Halskrause verpasst! Leider war diese Krause etwas ungeschickt, über Stunden versuchte Bluna, das Ding loszuwerden! Als sie letztendlich auch noch mit beiden Pfoten an der Öffnung neben den Ohren stecken blieb, habe ich sie von dem Ding befreit.


Laut Knunds Anleitung habe ich mir eine neue Halskrause gebastelt. Ich habe einen alten Schnellhefter genommen, diesen zerschnitten und mit Schwammteilen und Pfastern beklebt. Dann habe ich mehrere Löcher, wie bei einem Gürtel, in die Krause gebohrt.

 



Weitere interessante Links zum Thema OPs:
Monsterratz
rattenzauber
rattenwelt

 



Tumore bei Ratten

Prophylaxe: Was könnt ihr tun? Im Grunde genommen nicht viel. Achtet auf eine artgerechte Ernährung und darauf, dass eure Ratten nicht zu dick werden. Denn zu viel Fett fördert das Wachstum von Tumoren. Oft sind Tumore sogar "nur" Fettgeschwulste. Es ist sehr wichtig, dass ihr eure Ratten regelmäßig abtastet. Ich tue das eigentlich fast jeden Tag beim Spielen. Vor allem die Bauchgegend (den Milchdrüsen entlang) und im Achselbereich vorn und Hüftgelenke, werden abgetastet. Beim kleinsten Knubbel ist der Tierarzt aufzusuchen! Je früher der Tumor entfernt wird desto weniger Probleme treten auf. Es gibt Leute, die behaupten, dass vor allem Proteine im Futter schuld an der Tumorentwicklung sind- dazu kann ich aber nichts Weiteres sagen, ich kenne mich da nicht aus. Tatsächlich leiden selbst wilde Ratten unter Tumorentwicklungen, diese erreichen aber meist nicht das Alter, so dass sich die Tumore derart entwickeln könnten.


Tumor - was nun?
Ratten sind leider sehr tumoranfällig. Vor allem Rattendamen haben das Problem, da sich die Tumore meist entlang der Milchdrüsen bilden. Meist sind die Tumore "gutartig", wenn man sich aber das Bild oben genau ansieht, das mir Cathrin von der "Hüpfmaus" freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat, dann kann von "gutartig" eigentlich nicht mehr die Rede sein. "Gutartig" bedeutet in diesem Sinn eigentlich nur: es ist kein Krebs. Die aller wenigsten Tumore sind übrigens krebsartig. Sehr viele Tumore nehmen jedoch gewaltige Größen an. Früh erkannt, kann ein Tumor vom Tierarzt entfernt werden. Grundsätzlich sollte jeder Tumor entfernt werden. Je früher desto besser, denn kleine Tumore bereiten der Chirurgie nur kleine Probleme, große dagegen fordern oft das Unmögliche! Je kleiner der Tumor, desto geringer ist auch die Gefahr von Komplikationen. Je größer der Tumor, desto länger dauert auch der Eingriff und das bedeutet, dass die Ratte eine stärkere Narkose dosiert bekommt, was sich wiederum negativ auf ihren Herz- und Kreislauf auswirken kann. Ebenso ist die Wunde, die bei der OP entsteht sehr groß. Es werden Fäden benötigt, die sich nicht selbst resorbieren können, dh. ein erneuter Gang zum Tierarzt ist nötig und verursacht wiederholten Stress für den Patienten. Kleine Wunden hingegen werden oft mit Fäden vernäht, die sich mit der Zeit selbst auflösen.

Natürlich muss jede OP auch vom Allgemeinzustand der Ratte abhängig gemacht werden. Handelt es sich um ein relativ junges und agiles Tier, dann sollte man nicht zögern. Bei älteren Ratten, sollte man sich erst die Meinung des Tierarztes einholen. Tumore ansich sind nicht mit Nervenbahnen durchzogen und schmerzen folglich nicht. Eine Ratte kann also auch mit einem Tumor ein schönes, aber etwas beeinträchtigtes Leben führen. Allerdings kann ein Tumor, der immer größer wird großen Druck auf die Organe, Gelenke und Knochen ausüben, so dass es wiederum doch Schmerzen verursachen kann. Ebenso kann ein Tumor platzen und das bedeutet definitiv den Tod der Ratte!

Bei Ratten sind vor allem Gesäugetumore zu beobachten, aber auch Tumore im Achsel- und/oder im Bauchbereich. Leider gehören diese zu einer ganz normalen Alterserscheinung. Das Gerücht, dass den Ratten in den Laboren ein Krebsgen angezüchtet wurde, hält sich schon seit langem, ist aber nicht wahr! Welchen Sinn sollte dies auch machen? Die Tumorbildung ist auch bei wild lebenden Ratten zu beobachten, diese erreichen allerdings meist nicht so ein hohes Alter, dass die Tumore derart wachsen können. Vor allem Ratten, die das erste Lebensjahr überschritten haben sind sehr anfällig. Aber es kann auch jüngere Ratten betreffen, sowohl meine Tiffy als auch meine Bluna mussten beide gerade mal über einem halben Jahr alt gewesen sein als sie Tumore bekamen (entdeckt wurden sie leider viel später). Auf jeden Fall ist die ständige Inzucht der Ratten von irgendwelchen Vermehrern nicht gerade förderlich, wenn es darum geht die Tumorentwicklung bei Ratten zu reduzieren.

Sowohl Weibchen als auch Männchen können Mammatumore entwickeln. Bisher hatte ich einen Kastraten, Gizmo, der im Alter an den Hinterbeinen Turmore bekam. Männchen haben wie alle anderen Säugetiere, ebenfalls Milchdrüsen und Zitzen, die allerdings sehr klein und nicht funktionsfähig sind. Der Mammatumor ist die häufigste Tumorart. Die Gefahr bei einem Tumor ist, dass er streut, d.h. dass er sich im ganzen Körper ausbreitet und Metastasen bildet. Entdeckt man einen Knubbel, den man wegopoerieren lässt, kann es sein, dass der nächste Tumor schon an einer anderen Stelle anfängt zu wachsen. Oftmals sind auch die inneren Organe befallen, wie im Fall Bluna.

Ein Tumor ist, auch wenn er selbst nicht schmerzt, eine enorme Belastung für das Tier. Es muss ein riesen großes Gewicht mit sich herum schleppen, es ist in seiner Bewegung sehr eingeschränkt, ebenso kann ein Tumor derart auf den inneren Organen lasten, dass z.B. das Atmen immer schwerer wird oder lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Stellt euch vor, ihr müsstet jeden Tag einen Medinzinball unterm Arm mit euch rumschleppen und dieser würde jeden Tag wachsen!

Ist eine Ratte zu alt zum operieren, dann kann man sie noch einige Wochen mit dem Tumor leben lassen, so lange man es verantworten kann. Je größer der Tumor wird desto kräftezehrender ist es für die Ratte. Man sollte sie daher erlösen. Grundsätzlich gilt, solange eine Ratte frisst und mit anderen spielt, geht es ihr gut. Allerdings muss erwähnt werden, dass Ratten Fluchttiere sind und kleine "tapfere Indianer" sind, die niemals ihren Schmerz zeigen. Wer nämlich kränkelt und schwach ist, ist potentielles Opfer von Raubtieren. Wann der richtige Zeitpunkt zum Einschläfern lassen ist, kann nur der Rattenhalter selbst zusammen mit dem Tierarzt entscheiden!



Lohnt es sich wirklich eine kleine Ratte mit Erfolg operieren zu lassen?
Definitiv ja! Wenn du dein Tier liebst, ein verantwortungsbewusster Tierhalter bist, dann gibst du deinem Tier die Chance und nimmst die Kosten auf dich.
Ich hatte Tumore bei Ratten, die wurden ein Mal operiert und lebten dann noch bis ins "hohe" Rattenalter tumorfrei weiter. Ich hatte aber auch Fälle, da kamen die verflixten Tumore immer wieder. Da steckt man leider nie dahinter, aber einen Versuch sollte es immer wert sein, wenn der Tierarzt grünes Licht dafür gibt, dass man dem Tier eine solche OP zumuten kann. Am Geld sollte es auch nicht scheitern. Viele Tierärzte lassen mit sich reden. Man kann dem Tierarzt ruhig erklären, wenn man knapp bei Kasse ist. Manche ermöglichen eine Zahlung auf Rechnung oder in Raten, oder man bezahlt beim nächsten Tierarztbesuch.

Tiffy

Meine süße Tiffy war zusammen mit Fipsy meine erste Ratte. Als Anfänger merkte ich erst viel zu spät den Tumor, der sich schon im ganzen Körper ausbreitete. Es war ein Tumor der fiesen Sorte, weil er von außen kaum ertastbar war. Dazu kam, dass ich keinen rattenerfahrenen Tierarzt auffinden konnte. Tiffy wurde eingeschläfert. Die ganze Geschichte über Tiffy könnt ihr in ihrem Steckbrief nachlesen.

Fipsy
Fipsy, meine beste, bekam im Alter einen Mammatumor im Geschlechtsbereich. Als dieser immer größer wurde musste ich schweren Herzens Fipsy einschläfern lassen! Sie war bereits zu alt, um operiert werden zu können. Ich habe ihr noch einige schöne Monate gemacht.



Face
Meine Face hatte mit hatte ca. 1,5 Jahren an der Seite in der Achselgegend einen Tumor, der wegoperiert wurde. Sie bekam nie wieder einen und sie wurde 2 Jahre und 7 Monate alt. Es hat sich also gelohnt meine süße Maus zu operieren. Was ihr auf dem Bild seht ist ein Tupfer. Den hat sie sich selbst abgenagt (vermutlich hatte sie Schmerzen oder das Ding war ihr einfach lästig), mit samt OP-Naht. Sie hat sich praktisch selbst die Fäden gezogen, was aber nicht so schlimm war, weil die Schnittwunde sehr klein war und gut abgeheilt ist. Face wurde auch eingeschläfert, aber nur weil sie im Alter nicht mehr fressen konnte und nur noch am Boden kroch. Vermutlich kam ein Schlaganfall hinzu, das weiß ich aber nicht.

Pebbles
Meine Pebbles wurde insgesamt drei (!) Mal operiert (das würde ich heute nie mehr tun! Das war zu viel!). Das erste Mal im Alter von einem Jahr. Sie hatte Tumore an den Achseln und im Bauchbereich. Es ist zum ...#?&Q#$.. Eine Tumor-OP ist also kein Garant dafür, dass eine Ratte ihr Leben lang tumorfrei bleibt. Bei der Entfernung von Pebbles erstem Tumor sammlte sich in der Wundhöhle sehr viel Wundwasser (Seroma) an. Weil sich die Wunde so rapide füllte und innerhalb von drei Tagen wieder so groß war, wie zuvor, als der Tumor noch drin war, dachte ich erst der Tumor wäre wieder angewachsen, damals wusste ich noch nicht, dass es so etwas wie Wundwasser gibt. Als ich sie zum Tierarzt bringen wollte, war plötzlich ein winzig kleines Loch in der Haut und die Brühe lief aus! Das war eine ziemlich eklige Angelegenheit, aber die große Beule war endlich wieder weg. Ich habe die Wunde nochmal ordentlich desinfiziert und sie heilte schließlich ohne weitere Probleme ab.
Die folgenden Bilder zeigen Pebbles, nachdem ich den vierten (!) Tumor an der linken Achsel entdeckte. Er war noch relativ klein. Schon zwei Tage nach ihrer zweiten OP entwickelte sich auf der rechten Achsel dieser vierte Tumor. In nur drei Wochen wuchs der Tumor auf diese Größe an, wie ihr sie hier auf den Bildern sehen könnt! Die Narkose der zweiten OP hat Pebbles nicht gut vertragen... Dennoch entschloss ich mich zu einer dritten OP, weil ich der Meinung war, dass ich ihr die Chance geben will. Wäre sie bei der OP gestorben, wäre es auf das Gleiche hinausgelaufen, als hätte ich sie einschläfern lassen, denn viel länger hätte ich sie nicht mehr mit diesem großen Tumor weiterleben lassen (für die dritte OP musste ich nichts bezahlen, also auch beim Tierarzt bekommt man hin und wieder "Mengenrabatt" ;-)). Er fing schon an, an ihren Kräften zu zähren. Die dritte OP überstand Pebbles, als wäre nie etwas gewesen! Zwei Tage nach der dritten OP entdeckte ich den fünften Tumor! Das war's aber mit meiner lieben Pebbles. Letztendlich musste ich meine liebe süße Peppina doch einschläfern lassen.

 

 

 

Kastration von Böcken - Schnipp-Schnapp- Eier ab!

Oft ist in Internetforen folgender Satz zu lesen:
(Text frei erfunden, aber entspricht im Groben und Ganzen das, was man häufig zu lesen bekommt)

"Ich habe unwissentlich eine schwangere Ratte gekauft. Es sind 7 Welpen, davon 4 Mädchen und 3 Jungs. 2 Mädchen habe ich bereits an liebevolle Rattenhalter weitervermitteln können. Zwei der Jungs auch. Zwei Mädels will ich gerne behalten und einen Bock auch, der wird natürlich kastriert, damit es nicht noch zu mehr ungewolltem Nachwuchs kommt."


Ich nehme mal Bezug auf den oben genannten Fall:

  • Auf keinen Fall darf man einen Bock kastrieren, nur weil man ihn nicht gerne hergeben will!! Das ist doch eine sehr egoistische und selbstsüchtige Einstellung! Wenn es UNBEDINGT SEIN MUSS, dann behaltet bitte zwei Böcke, die ihr beide kastrieren lasst. So haben die beiden Armen, die unnötigerweise bald ihren Juwelen beraubt werden, wenigstens sich gegenseitig als Spielgefährten. Es spricht für sich selbst, dass man den beiden dann einen rattengerechten Käfig zur Verfügung stellt!!

  • Ein kastrierter Ratterich muss ein Mindestalter von 3-4 Monaten erreicht haben, um überhaupt kastriert werden zu können, muss aber mit 5 Wochen von seiner Mutter und seinen Schwestern getrennt werden, damit er, selbst noch wie ein kleines Baby aussehend, keinen Nachwuchs zeugt.

  • Und selbst NACH der Kastration kann der Junge nicht einfach wieder zur Mutter und den Schwestern gesetzt werden! Man muss eine richtige Integration vornehmen, was sich wiederum auch über Wochen und/oder Monate ziehen kann! Ganz schön viel Einsamkeit und Stress für einen kleinen Rattenmann, der nichts dafür kann, dass er in einem Zooladen oder einem verantwortungslosen Rattenhalter vermehrt wurde. Nun soll er auch noch kastriert werden, in Einsamkeit leben und diesen dämlichen Integrationsstress durchmachen!! Und warum?? Weil sein Herrchen, sein Frauchen selbstsüchtigerweise einen Tag traurig sein könnte, EINEN Tag!! Die Ratte ist MONATE LANG, was bei einer Ratte u.U. das halbe Leben bedeuten kann, traurig, weil sie alleine leben muss. Monate, in der so ein armes Kerlchen einen richtigen Knacks abkriegen kann!

  • Das würde bedeuten, dass der Rattenjunge über MONATE einzeln gehalten werden muss! Und Einzelhaltung, insbesondere in diesem entdeckungsfreudigem, verpielten und kindlich-jugendlichem Alter, ist absolute Tierquälerei - nichts anderes!

  • Will man wirklich das Risiko einer Vollnarkose und eventuellen Folgeschäden, die Monate lange Einzelhaltung (3 Monate getrennt von Mutter und Schwestern + 6 Wochen Wartezeit nach Kastration) und das Integrationsrisiko in Kauf nehmen, nur weil man eine Ratte so niedlich findet und deshalb behalten will?



Wann ist eine Kastration sinnvoll bzw. machbar?

  • Wenn ein Rattenbock besonders aggressiv ist und nicht mehr zu beruhigen ist, kann man den Versuch starten, ihn kastrieren zu lassen. Bei meinem Mr. Miagi hat die Kastration Wunder bewirkt. Er war Wochen lang aggressiv, biss mich und die anderen Ratten, stand ständig unter Strom, war gereizt ohne Ende. Nach seiner Kastration war er ein lieber, ruhiger und gelassener Schmuseratz. Warum ließ ich ihn kastrieren? Zum einen kam er mit seinen Brüdern als Notfallratz zu mir. Weil die drei Jungs dringend aus übelst schlechter Haltung befreit werden mussten und sich auf die Schnelle kein neues Zuhause für die drei fand, entschloss ich mich dazu, die drei aufnehmen. Ich baute ihnen einen extra Käfig, in dem sie einige Monate lebten. Alle drei wurden kastriert und nach abgelaufener Frist zu den Mädels integriert. Zurück zum Thema: Mr. Miagi wurde mega lieb, aber es kann auch Zufall gewesen sein, denn eine Kastration ist KEIN GARANT für eine "liebe" Ratte. Letztendlich sah ich bei Mr. Miagi aber nur noch diesen einen Ausweg, denn er stresste sich und die anderen Ratten fast zu Tode. Heute würde ich nie wieder unkastrierte Böcke zu mir lassen. Eine Kastration KANN also Frieden ins Haus bringen, MUSS aber nicht!

  • In Tierheimen werden Ratten oft kastriert, da sie so bessere Vermittlungschancen haben, man froh darüber ist, dass diese Ratte nun nicht noch mehr Notfälle zeugen kann und somit auch in ein Weiberrudel integriert werden können.

  • Eine Kastration ist bei Tieren eigentlich nicht erlaubt, es sei denn es liegen medizinische Gründe vor.

  • Das Tier muss ein Mindestalter von ca. 4 Monaten haben, da es ausgewachsenen sein muss.

  • Einem alten Opi sollte man seine Juwelen lassen. Es besteht (bei jeder Ratte egal welchen Alters) erhöhte Gefahr, dass er die OP nicht übersteht.

  • Natürlich sollte der zu kastrierende Bock absolut gesund sein.

 


Was ist nach der Kastration zu beachten?

  • Kastraten müssen mindestens 5-6 Wochen von den Rattendamen getrennt bleiben, da sie selbst nach einer Kastration noch einige Wochen "können".

  • Die Wunde muss mehrmals täglich kontrolliert werden, denn diese könnte sich entzünden und z.B. Abzsesse bilden.

  • Das Verhalten der Ratte kann sich ändern.




Was passiert bei einer Kastration?
Das könnt ihr auf folgenden Seiten nachlesen:
ratballs (auf Englisch)
rattenzauber
rattenwelt
ratside

 



Euthanasie / Einschläferung

Hier spreche ich ein Thema an, dass ich persönlich wirklich ganz arg hasse. Aber leider ist es auch ein Thema, mit dem sich ein Rattenhalter sehr ausführlich auseinander setzen muss. Früher, als ich noch keine Ratten hatte, dachte ich, Einschläferung sei Mord an Tieren und nicht nötig. Jedes Tier habe das Recht in seiner gewohnten Umgebung würdevoll auf natürliche Art und Weise zu sterben. Daher kann ich Menschen, die immer noch so denken ein Stück weit verstehen. Wie kam es dazu, dass ich meine Meinung in Bezug auf Euthanasie geändert habe?

Ich hatte viel über die Krankheiten der Ratten gelesen, richtig bewusst wird einem der Ausmaß der Erkrankungen aber erst, wenn man sein geliebtes Tier vor sich leiden sieht. Bei jedem Gang zum Tierarzt mit der Absicht ein Tier einschläfern zu lassen, werde ich von vielen Heulanfällen und noch viel mehr schlechtem Gewissen begleitet. Immer stelle ich mir die Frage, ob es wirklich nötig ist, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, ob es zu früh zum Einschläfern ist... usw. Das Schlimmste ist für mich, dass ich für den Tod des Tieres verantwortlich bin. Es ist jedes Mal aufs Neue schlimm, wenn mich meine Ratte ein letztes Mal ansieht. Fast noch schlimmer als das Einschläfern ist tagelang beobachten zu müssen, wie das Tier sich quält. Eine Einschläferung bedeutet also, dass das Tier nur etwas schneller entlassen wird, anstatt dass es sich noch einige Tage vor Schmerzen krümmt.

Jede Einschläferung ist aufs Neue schlimm für mich, und jede Einschläferung ist, als sei es das erste Mal. Ich halte meine Ratte immer an meinem Körper und streichel sie, bis sie eingeschlafen ist, in der Hoffnung, dass meine Nähe spürt und somit wenigstens etwas Angst genommen wird.

Die Euthanisie ist definitv nur ein Ausweg für Ratten, die nicht mehr medizinisch behandelt und geheilt werden können.

Begraben dürft ihr eure Ratten im eigenen Garten (nicht im Wald oder anderen öffentlichen Plätzen), solang die Ratten an keinen meldepflichtigen Krankheiten gestorben sind. Lest auch mehr zu dem Thema HIER oder im Tierkörperbeseitigungsgesetz und HIER


Der obligatorische Hinweis: Ich bin kein Tierarzt und beantworte keine medizinischen Fragen telefonisch oder per Email! Bitte sucht bei Krankheitsverdacht dringend einen rattenerfahrenen Tierarzt auf! Nur dieser kann die richtige Diagnose stellen und nötige Schritte einleiten. Diese Seiten sollen euch nur helfen, eventuelle Krankheiten zu erkennen, damit ihr beim Tierarzt gleich gezielte Themen besprechen könnt. Siehe Disclaimer!