RATTEN


"Nasenbluten"

"Hilfe, meine Ratte hat Nasenbluten!" Diesen Satz bekommt man in Tierforen oft zu lesen. Meist hat die Ratte tatsächlich kein Nasenblut. Es handelt sich hier um "Chromodakyrorrhae", das ist ein rötlicher Nasenausfluss. Es handelt es sich hierbei nicht um Blut, sondern um ein durch Farbstoffe rot gefärbtes Sekret, das sich z.B. bei Stress oder auch als Folge anderer Erkrankungen von Drüsen an den Augen bilden kann. So wie im Falle von Kaba, die eine Zeit lang ständig verklebte Augen hatte.
Dies ist ein Zeichen für allgemeines Unwohlsein. Die Drüse, die dieses Sekret absondert wird auch "Harder`sche Drüse" genannt und ist da, um die Schleimhäute feucht zu halten. Durch Stress oder Krankheit erhält das Sekret eine rötliche Farbe und wird vermehrt über die Schleimhäute abgegeben (also Augen und Nase). Die "Blutnase" ist häufig ein Anzeichen dafür, dass mit der betroffenen Ratte irgendetwas nicht in Ordnung ist. Sie ist vielleicht unglücklich über den Käfigstandplatz, hat zu oft Rangkämpfe mit Rudelmitgliedern auszutragen oder sie ist krank.

Auf jeden Fall sollte man das Tier dem Tierarzt vorzeigen, sollte diese "Blutnase" oder verschmierte Augen öfter auftreten.

Weiterführende Links zum Thema:
vdrd
ratbehavior (englisch)

 

 

Mycoplasmose / Atemwegserkrankungen / Schnupfen
Mykoplasmose ist eine bakterielle Infektionserkrankung der Atemwege, diese treten häufig bei Farbratten und Mäusen, aber auch anderen Nagern auf. Die Bakterien werden meist schon im Mutterleib übertragen und verursachen oft lange Zeit keine Symptome, so kann eine scheinbar gesunde Ratte eine andere anstecken, die dann sichtbar erkrankt.
Eine Erkrankung durch Mykoplasmose ist nach der Tumorbildung die zweithäufigste Todesursache bei Farbratten und leider ist die Krankheit nicht heilbar!
Aus diesem Grund rate ich Rattenhaltern dringend bei den ersten vermeintlich harmlosen Symptomen sofort einen Tierarzt aufzusuchen, um eventuell Schlimmeres zu verhindern!

Die ersten Symptome sind Schniefen, Rotzeln, Knattern, pfeiffende Atemgeräusche (vergleichbar mit den Geräuschen, die Asthma erkrankte haben) und heftiges, pumpendes Atmen und Gewichtsverlust. Meist treten diese Symptome auf, wenn das Tier ohnehin bereits geschwächt ist, z.B. aufgrund schlechter Käfighygiene, Stress durch Integration oder Unruhe im Rudel, ungüngstige Raumtemperatur usw..

Der Tierarzt wird es zunächst mit einem Antibiotikum versuchen. Wenn dieses keinen Erfolg gebracht hat, wird er ein anderes verschreiben. Leider kann auch ein Tierarzt nicht sagen, welches Antiobiotikum bei dieser Erkrankung hilft. Der Gesundheitszustand der Ratte wird sich laufend verschlechtern und Folgeerkrankungen werden nicht ausbleiben (Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit,, evtl. Milbenbefall usw.) Typisch für diese Krankheit ist leider, dass die durch Antibiotika bekämpften Symptome wieder auftreten können.

Sehr viele Ratten sterben letztendlich an dieser Krankheit, die für Menschen ungefährlich ist. Leider gibt es bisher noch kein Heilmittel.

Oft ist nach einer Mykoplasmoseerkrankung relativ schnell der erlösende Gang zum Tierarzt notwendig, um der Ratte einen qualvollen Erstickungstod zu ersparen.


Hier ist eine Aufnahme vom 05.02.2010. Ihr seht hier meinen Mr. Ice. Er rotzelte ein wenig rum, das sah anfangs so aus, als hätte er sich ein wenig verschnupft. Als erfahrene Rattenhalterin, die diesen "Schnupfen" leider schon mehrmals erleben musste, bin ich natürlich sofort mit Mr. Ice zum Tierarzt gegangen. Er bekam mehrere Tage lang oral Baytril. Leider verschlechterte sich sein Zustand, während Pitu, die ebenfalls Atemgeräusche machte dank Baytril wieder gesund wurde. Mr. Ice musste also nochmal zum Tierarzt, und ich musste ihm mehrere Tage lang Doxycylin unter die Haut spritzen (mittlerweile kann ich selbst Ratten spritzen). Auch dieses half nicht. Nachdem diese Aufnahme entstand bekam Mr. Ice also schon gut 10 Tage starke Medikamente und sein Zustand wurde immer schlimmer! Nun bekommt er Kortison gespritzt, aber ich muss mich wohl darauf einstellen, dass Mr. Ice sehr bald eingeschläfert werden muss. Eine Mykoplasmoseerkrankung ist leider nicht heilbar!

Bitte bringt beim kleinsten abnormen Atemgeräusch eure erkrankte Ratte zum Tierarzt und geht bitte niemals davon aus, dass es sich nur um einen kleinen Schnupfen handelt, der von alleine oder mit irgendwelchen Hausmittelchen wieder weggeht! Ein vermeintlich harmloser Schnupfen kann sehr schnell chronisch werden, der Zustand der Ratte kann sich schlagartig verschlechtern und nicht selten werden die Lungen so schnell angegriffen, dass man die Ratten einschläfern lassen muss, um ihnen einen qualvollen Erstickungstod zu ersparen! Im Fall von meiner Blindi und meinem Blacky war es so, dass ich abends noch quietschfidele, gesunde und verspielte Ratten hatte, am nächsten Abend schon hatte ich zwei Ratten, deren Lungen über Nacht kollabiert sind, so dass ich beide einschläfern lassen musste! Bitte nimmt Schnupfen, Atemwegsgeräusche und Nasenbluten sehr ernst und doktort nicht herum, indem ihr Hausmittelchen oder homöopathische Mittel ausprobiert. Ich bin der Homöopathie keineswegs abgeneigt, aber in solchen Fällen helfen nur Antibiotika und/oder Cortison!

Bitte fragt euren Tierarzt, ob ihr unterstützend schleimlösende Mittel wie ACC, Bisolvon oder Bronchial Vital von CD-Pet verabreichen dürft!

 



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Hechelnde Atmung
Bauchatmung

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Links zum Thema:
ratten
diebrain
Wikipedia

 

Der obligatorische Hinweis: Ich bin kein Tierarzt und beantworte keine medizinischen Fragen telefonisch oder per Email! Bitte sucht bei Krankheitsverdacht dringend einen rattenerfahrenen Tierarzt auf! Nur dieser kann die richtige Diagnose stellen und nötige Schritte einleiten. Diese Seiten sollen euch nur helfen, eventuelle Krankheiten zu erkennen, damit ihr beim Tierarzt gleich gezielte Themen besprechen könnt. Siehe Disclaimer!