RATTEN


WIE INTEGRIERE ICH RATTEN RICHTIG?

Allgemeines: Was heißt "Integration"
Was darf man auf keinen Fall tun?

Wo und wie stelle ich die Käfige auf?
Die Sache mit dem Streu- und Einrichtungstausch
und der neue Trend mit Duftwässerchen

Wo, wie und wann zusammenlassen?
Integration im Auslauf und im Käfig
Warum kämpfen Ratten überhaupt?
Wann muss man einschreiten?
Wie lange dauert eine Integration?
Wie verhalten sich die Ratten bei der Begegnung?
Ist das Verhalten vorraussehbar?

Wann sollte man von einer Integration absehen?

Ist die Integration von Jungtieren einfacher?

Welche Geschlechter lassen sich am besten untereinander integrieren?

Ab wann weiß ich, dass eine Integration geklappt hat?
Können Ratten aus Einzelhaltung überhaupt noch integriert werden?
Meine Integrationsberichte

Allgemeines: Integration neuer Tiere in ein vorhandenes Rudel
Was heißt eigentlich "Integration" und warum muss das sein? Wenn man sich neue Ratten besorgt, darf man diese nicht einfach zu den alten Ratten setzen, denn dies kann tödlich enden! Die Ratten müssen sich erst nach und nach kennenlernen, und dies nennt man "Integration". D.h. eine Integration geschieht nicht von heute auf morgen, sondern kann sich über Tage und Wochen ziehen. Daher braucht ihr dringend zwei Käfige, den Hauptkäfig und einen Integrationskäfig, der natürlich ebenfalls den Mindestanforderungen für die Rattenhaltung entsprechen muss.

Es gibt unterschiedliche Meinungen dazu, wie die Integration neuer Ratten stattfinden sollte. Doch bei einem sind sich alle einig: Es bedarf viel Zeit, viel Geduld und viel Fingerspitzengefühl. Es kam aber auch schon vor, dass Tiere sofort von den anderen Ratten angenommen wurden. Jedes Tier ist halt anders, und bei jedem Tier muss man wahrscheinlich bei der Integration neuer Tiere anders vorgehen. Jeder, der seine Tiere kennt, wird schon herausfinden, was gut oder schlecht ist. Learning by doing! Es gibt kein Rezept, an das man sich halten kann.

Bitte seht meine Methode meine Ratten zu vergesellschaften nicht als das "Geheimrezept". Andere Rattenhalter machen das anders und haben ebenso Erfolg. Es gibt eben kein Rezept oder keine Anleitung, wie man genau vorgehen kann. Das hängt einfach von zu vielen Faktoren ab, dh. jede Integration verläuft anders.

 

Was dürft ihr auf keinen Fall tun? Und da sind sich alle erfahrenen Rattenhalter einig...
Auf keinen Fall dürft ihr fremde Ratten einfach so zusammen in den Käfig sperren und in diesem Punkt sind sich alle erfahrenen Rattenhalter einig! Bitte seht dringend von so einer Blitzintegration ab! Dabei sind schon Ratten zu Tode gekommen. Die Kämpfe können so arg gefährlich werden, dass sich die Ratten gegenseitig schlimme Wunden zufügen, an denen die verletzten Ratten u.U. verbluten können. Außerdem ist das extremer Stress für die Ratten. Ratten müssen sich auch erst kennenlernen. Schließlich würdet ihr auch nicht jeden Beliebigen in euer Wohnzimmer lassen, ihn sich an eurem Kühlschrank bedienen lassen und ein Bett mit ihm teilen. Eindringlinge werden sofort vertrieben oder sogar tot gebissen.
Die folgenden Bilder sind entstanden, als Pitu nur versucht hat in den Unidom zu klettern. Frauchen war zwar anwesend, aber einer erboste Maja hat sofort geschrieen wie ein Schlachtschwein, wodurch Pitu wohl irritiert war und zugebissen hat. Mitten in den Bauch. Hier seht ihr einen Teil der Blutspur, die Maja hinter sich hergezogen hat! Der Kampf hat vielleicht 2-3 Sekunden gedauert! So schnell konnte ich garnicht reagieren! (Bei einem Biss in den Bauch dringend Tierarzt aufsuchen! U.U. kann das tödlich enden!)

BITTE SETZT AUF KEINEN FALL FREMDE RATTEN EINFACH SO ZUSAMMEN! DAS KANN U.U. TÖDLICH ENDEN !


Ein toller Film von rattigesnordhessen
Der Film ist sehr informativ und sehenswert! Ein Lob an die Macher!

 

 

Wo stelle ich die Käfige auf?

  • Neue Ratten sollten sich zunächst in einem extra Käfig aufhalten. Sie müssen sich erst an das neue Herrchen, an die neue Umgebung und die neuen Gerüche und Geräusche gewöhnen. Einige Rattenhalter empfehlen, die Käfige dicht nebeneinander aufzustellen, damit sich die Tiere beschnuppern können. Ich hingegen bin der Meinung, dass die Käfige so weit auseinander wie nur möglich aufgestellt werden sollten, wenn nicht sogar in einem anderen Zimmer. Stehen die Käfige zu eng beieinander bedeutet dies nur Stress für die sich fremden Ratten. Diese werden versuchen die Eindringlinge, die sie ständig wittern, zu verjagen, aber weil sie nicht an sie herankommen, werden sie wütend und aggressiv und lassen dies oft an ihren Rattenfreunden aus. Da ich keine andere Möglichkeit habe, meinen großen Integrationskäfig wo anders aufzustellen, steht er direkt neben dem Eigenbau am Unidom und dies ist leider wirklich nicht optimal. Vor allem Pebbles steht ständig unter Strom und versucht aus dem Käfig auszubrechen und grabscht mit den Händen. Wenn ich könnte, würde ich meinen Integrationskäfig sofort wo anders hinstellen. Manche Rattenhalter sagen, dass der Integrationskäfig, genau so wie er gerade bei mir platziert ist, nämlich einige cm vom Hauptkäfig entfernt, gut platziert ist, weil die Ratten ohne direkten Körperkontakt haben zu können, zumindest gegenseit den Duft aufnehmen können und sich über Laute verständigen können. Wie gesagt, ich bin mit dieser Lösung überhaupt nicht glücklich. M.E. sollten sich die Ratten direkt kennenlernen, indem sie die Möglichkeit haben, sich direkt zu beschnuppern und Kontakt aufzunehmen. Und das so oft wie möglich.

  • Wichtig ist, dass man die sich fremden Ratten zunächst an einem neutralen Ort zusammen lässt. Ein neutraler Ort ist da, wo sich sonst keine Ratten befinden. Ratten sind nicht gerne an fremden Orten (z.B. Wohnzimmercouch), lässt man sie daher dort zusammen, werden sich die Ratten nicht gleich an die Gurgel gehen, da sie sich nicht in ihrem Revier aufhalten, das sie verteidigen müssten.

  • Integriert man ein Tier in ein großes Rudel, oder integriert man mehrere Tiere in ein Rudel, empfehle ich, nicht gleich alle Ratten zusammenzusetzen. Die Neulinge werde mit großer Wahrscheinlichkeit zu erst von den anderen Ratten angegriffen werden. Es wird schwierig, wenn man sich gleich gegen ein riesen Haufen wütender Ratten zur Wehr setzen muss. Ich lasse meine Neuankömmlinge meine "alten" Ratten nach und nach kennen lernen. So habe auch ich einen besseren Überblick und kann gegebenenfalls leichter eingreifen. Anfangs suche ich mir ruhigere Tiere aus. Es ist nicht empfehlenswert mit der Hyperzicke eine Integration zu beginnen.

  • Erst, wenn die Ratten sich einigermaßen gut kennengelernt haben, kann man sie im gemeinsamen Auslauf laufen lassen. Die Neuankömmlinge sollten den Auslauf schon vorher kennengelernt haben, damit sie u.U. in das nächste Schlupfloch oder den Käfig flüchten können (was natürlich voraussetzt, dass die neuen Ratten bereits handzahm und zutraulich sind). Auch hier würde ich nicht gleich alle Ratten zusammen lassen, sondern nur zwei oder drei auserwählte. Da sich die Ratten nun in ihrem eigenen Revier befinden, können die Streitigkeiten von vorne los gehen, weil sie dieses Mal etwas zu verteidigen haben. Warum also muss ich erst die Ratten auf der Couch oder so springen lassen, wenn sie sich im Auslauf eh wieder an die Gurgel gehen? Manchmal macht es auf der Couch schon klick und die Streitigkeiten fallen für immer weg. Wichtig ist aber auch, dass die Ratten sich beschnuppern und kennenlernen, somit fallen die Streitigkeiten im Auslauf eventuell kürzer oder nicht ganz so heftig aus. Außerdem kann ich schlecht im Käfig eingreifen, wenn die Kämpfe zu ruppig werden, auf der Couch aber schon ;-)

  • Beim ersten gemeinsamen Auslauf kann man die Ratten ruhig mit etwas Leckerlis bestechen: Leckerlis für alle natürlich. Joghurt, Babybrei, Dosenmais oder Nagermalt bewirken da oft Wunder ;-)

  • Richtige Streithähne begegnen sich auf meinen Armen. Da kann man sie m.E. am besten beruhigen mit guten Zureden und streicheln.

  • Achtung: der erste Friede beim ersten Auslauf kann aber auch täuschen! Crash und Pebbles z.B. haben am ersten Tag miteinander gekuschelt und sind sich aber ab dem zweiten Tag nur noch an die Gurgel gegangen!


Und so sieht das ganze aus: Eine Integration live in action, ein Video von Steffi: myvideo

Integration der 3 Ratten-Damen - MyVideo

 

Intergration im Auslauf und im Käfig- gibt es da einen Unterschied? Ratten austricksen mit dem Rudelduft...

  • Und ob! Auch wenn der gemeinsame Auslauf prima klappt, kann der nächste Stress vorprogrammiert sein, wenn die Neuzugänge in den Käfig einziehen wollen. Dort stoßen sie u.U. auf Revierverteidiger, die die Neuen zwar im Auslauf dulden, aber nicht im Käfig. Erfahrungsgemäß sind diese Kämpfe von kurzer Dauer, weil sich die Ratten ja eigentlich schon kennen. Ich packe meine neue Ratten z.B. niemals selbst in den gemeinsamen Käfig. Wenn der gemeinsame Auslauf gut funktioniert, dann lasse ich den Hauptkäfig mit dem alten Rudel und den Integrationskäfig der neuen Ratten einfach offen. Bisher war es immer so, dass die neuen Ratten zu den anderen in den Käfig gingen und einfach dort blieben. Die Käfigtüre lasse ich dabei immer offen, so dass sie bei einem Streit einfach wieder raus können. Nach einer Weile bleiben die neuen Ratten im Hauptkäfig und ich kann den Integrationskäfig erleichtert wieder in die Abstellkammer stellen. Um die Käfigverteidiger etwas auszutricksen, kann man schon vorab die Neuzugänge mal im Hauptkäfig ohne die anderen Ratten laufen lassen. Sie werden den Käfig markieren und ihren Duft hinterlassen und gleichzeitig auch den Rudelduft der anderen Ratten aufnehmen. Hin und wieder kann man z.B. Streu oder Käfigeinrichtung der zu integrierenden Ratten und dem Rudel austauschen, damit sich die Tiere schneller an den Geruch des anderen gewöhnen. Bevor die Neuzugänge endgültig in den Hauptkäfig zu den anderen Ratten einziehen, empfiehlt es sich, den Käfig samt Einrichtung nochmals gründlich zu reinigen und den Ratten als Ablenkungsmanöver eine besondere Leckerheit in den Käfig zu legen. Vielleicht Joghurt in einem großen Hundenapf? Oder Babybrei?

Was Ratte denkt beim Streutausch

  • Immer wieder wird in Rattenratgebern und auf dieversen Rattenseiten empfohlen, die Einstreu der Rattenkäfige (alte Ratten/neue Ratten) zu tauschen, damit sich die Tiere an den Geruch des neuen Tieres gewöhnen. Ja, das kann man so machen, aber ich mache das nicht so. Es ist sicherlich Ansichtssache, aber meine Erfahrungen mit dem Streu- oder Einrichtungstausch waren eher negativ! Ich versuche mal zu erklären warum ich so denke.

    Vor einer Integration sind die Ratten in verschiedenen Käfigen zu halten, denn man darf sie nicht einfach so zusammen lassen, das kann ganz schön in die Hose gehen. Nehme ich nun Gegenstände der neuen Ratte und lege sie in den Käfig der alten Ratten, verstehen die Ratten ja nicht, dass sie einen neuen Kumpel bekommen sollen, sondern ihr erster Gedanke ist "Hoppala, ein Eindringling!" Das macht sie wütend, sie fangen an sich gegenseitig anzuzicken und pinkeln wie verrückt, um den Geruch des "Eindringlings" wieder loszuwerden. Wenn es später dann tatsächlich zu einer ersten Begegnung auf neutralem Boden kommt, dann erkennen die alten Ratten die neue als den Eindringling, der frecherweise in ihren Käfig gepinkelt hat und vermöbelt diesen noch mehr, als sie es ohnehin schon tun würden.

    Ja, es kann schon Sinn machen, der neuen Ratte Streu und Gegenstände der alten Ratten in den Integrationskäfig zu tun, denn die neue Ratte hat ohnehin mit vielen neuen Gerüchen und dem neuen Zuhause zu "kämpfen", so dass sie den Rudelgeruch bei der ersten Begegnung vielleicht nicht mehr als all zu neu empfindet.

Der neue Trend mit Duftwässerchen

Ein neuer Trend ist es, Nager bei der Vergesellschaftung ein paar Tropfen ätherischer Öle zu verpassen. Damit soll verhindert werden, dass alte Nager neue Nager sofort am Geruch als Neuling und Eindringling identifizieren und tyrannisieren.

Eins ist klar: Von dieser Methode halte ich rein gar nichts und ich rate jedem davon ab, diese Methode anzuwenden! Ich halte dies für schlimme Tierquälerei! Und wenn ich dich nun auf dumme Gedanken gebracht habe und du die Idee mit den Ölen gar nicht so schlecht findest, dann sei dir bewusst, dass deine Tiere einen sehr qualvollen Tod sterben können!

Besonders in Zoohandlungen wird in letzter Zeit dieser Trend durchgesetzt und dieser "Geheimtipp" wird auch gerne an uninformierte Käufer weitergegeben!

  • ätherische Öle (z.B. Japanöl, Teebaumöl...) brennen wie die Hölle!
  • ätherische Öle schädigen die Schleimhaut, reizen die Atemwege und Augen
  • ätherische Öle können bei so kleinen Tieren die Leber und Nieren schädigen, was auch zu einem späteren, aber qualvollen Tod führen kann

Ätherische Öle sind also für so kleine Tiere giftig und reizend, demzufolge auch gesundheitsschädlich.

Die Tiere brauchen ihren Körpergeruch, um sich im Rudel zu identifizieren.

Einen Nager mit Duftölen einzupinseln ist purer Stress für das Tier, das versucht, den Geruch rauszulecken. Sehr viel mehr Stress als eine Integration neuer Tiere, die völlig normal ist und in der freien Natur ständig stattfindet!

Integrationskämpfe sind normal und gehören zum Rudeltierdasein dazu! Wenn ich es schaffe, dass sich die Tiere aufgrund irgendwelcher stinkenden Wässerchen vorübergehend in Ruhe lassen, weil sie durch den Gestank abgelenkt sind, zögere ich Rudelkämpfe nur hinaus. 

Außerdem glaube ich, dass es nur reine Bequemlichkeit und Ungeduld seitens der Halter ist, das so zu machen!

Wenn ich mein Kind in den Kindergarten bringe, muss ich doch auch damit rechnen, dass es nicht sofort den Anschluss zu anderen Kindern findet und das erst mal ein paar Tage dauert und dass da vielleicht ein Kind dabei ist, das meinem Kind das Spielzeug klaut und ärgert, nur um klar zu stellen, das es das stärkere Kind ist. Da käme doch auch keiner auf die Idee die Kinder die Hände am Rücken zusammenzubinden und den Mund zuzukleben, damit die keine verbalen und handgreiflichen Schläge verteilen können! Tiere ihren Körpergeruch, um sich im Rudel zu identifizieren. Einen Nager mit Duftölen einzupinseln ist purer Stress für das Tier, das versucht, den Geruch rauszulecken. Viel mehr Stress als eine Integration neuer Tiere, die völlig normal ist! Integrationskämpfe sind normal und gehören zum Rudeltierdasein dazu! Wenn ich es schaffe, dass sich die Tiere aufgrund irgendwelcher stinkenden Wässerchen vorübergehend in Ruhe lassen, weil sie durch den Gestank abgelenkt sind, zögere ich Rudelkämpfe nur hinaus. 

Außerdem glaube ich, dass es nur reine Bequemlichkeit und Ungeduld seitens der Halter ist, das so zu machen. 

Wenn ich mein Kind in den Kindergarten bringe, muss ich doch auch damit rechnen, dass es nicht sofort den Anschluss zu anderen Kindern findet und das erst mal ein paar Tage dauert und dass da vielleicht ein Kind dabei ist, das meinem Kind das Spielzeug klaut und ärgert, nur um klar zu stellen, das es das stärkere Kind ist. Da käme doch auch keiner auf die Idee den Kindern die Hände am Rücken zusammenzubinden und den Mund zuzukleben, damit die keine verbalen und handgreiflichen Schläge verteilen können!

Also bitte macht diesen Quatsch, den irgendwelche umsatzorientierten Tierhändler einfallen ließen nicht nach! Das ist Tierquälerei und noch ein weiterer Grund, Tierläden zu meiden.


Warum streiten Ratten sich überhaupt bei einer Integration? Es sind doch angeblich so gesellige Tiere?!

  • Neuankömmlinge müssen erst den Rudelgeruch übernehmen. Erst, wenn sie diesen haben, werden sie als neues Rudelmitglied akzeptiert. Das passiert indem sie sich gegenseitig bepinkeln, bzw. wird sich die rangniedrigere Ratte bepinkeln lassen wollen. Das ist dann zu beobachten, wenn eine Ratte unter der anderen hindurchrennt.

  • Neue Ratten werden erst als Feinde oder Konkurrenten empfunden. Bei der Intergration eines Kastraten in ein Weiberrudel, kann es z.B. vorkommen, dass sie garnicht den Neuankömmling angreifen, sondern die Mädels untereinander Stress kriegen! Na klar, jedes Mädel will den hübschen Kastraten halt für sich alleine. Die wissen ja nicht, dass der Kerle nicht mehr kann ;-)

  • Nicht jede Integration ist mit Streit und Kämpfen verbunden (vgl. Jerry und BumbleBee). Manchmal ist es auch Liebe auf dem ersten Blick. Darauf darf man sich aber nicht verlassen und ist auch nicht die Regel.

  • Die meisten Kämpfe sind harmlos (selbst wenn sie sehr ruppig aussehen). Es ist einfach nur ein Kräftemessen nach dem Motto: "Hey du Knirbs. Ich bin größer und stärker als du! Wenn du hier wohnen willst, dann hast du gefälligst auf mich zu hören! Ich bin der Chef!" Die Ratten machen also ihre Ränge innerhalb des Rudels klar. Wenn neue Ratten in das vorhandene Rudel dazustoßen, müssen eben die Ränge neu verhandelt werden.

  • Zu heftiger Streit könnte auch ein Zeichen an den Besitzer sein: "Was denn? Schon wieder neue Ratten? Langsam wird's eng hier!" Man sollte natürlich keine 7 Ratten in einen Kaninchenkäfig packen, da ist der Stress natürlich vorprogrammiert!

  • In manchen Fällen können sich die Ratten einfach nicht riechen. Das hat dann wohl schon was mit Sympathie und Antipathie zu tun. Es kann schon vorkommen, dass eine Integration aus diesem Grund niemals gelingen wird.

 

Wann muss man einschreiten? Und wie muss ich einschreiten?

  • Die Integrationskämpfe sehen meist sehr ruppig aus. Es wird getreten und gequiekt was das Zeug hält. Allerdings ist es meist nicht so schlimm, wie es den Anschein macht. Flüchtet eine Ratte, so dass sie völlig panisch in einer Ecke sitzt und zittert, sollte man die Intergration dringend für diesen Moment beenden. Wenn eine Ratte sich bei der anderen festbeißt, Fellbüschel herausrupft oder sogar Blut fließt, dann muss man dringend eingreifen. Um selbst nicht Opfer der Rattenaggression zu werden, kann man z.B. mit einem Handtuch zwischen die Streithähne gehen oder einem kleinen Handbesen. Man muss damit rechnen, dass auch die sonst so super liebe Ratten aus Versehen in Herrchens Hand beißen. Falls Blut fließen (egal ob bei Herrchen oder Ratte) sollte ist die Wunde sofort zu versorgen.

    Wichtig ist, dass man erst dazwischen geht, wenn der oben genannte Fall eintritt. Die Ratten müssen sich streiten! Sie müssen ihre Ränge festlegen! Da dürfen wir Menschen uns nicht einmischen. Allerdings wollen wir auch nicht, dass sich unsere Ratten verletzen... Also gut beobachten! Ich empfehle, Kontakt mit eurer Regionalgruppe des VdRD aufzunehmen. Dort gibt es viele Vermittler, die immer Notfellchen haben und euch die Ratten nach Hause bringen und euch zeigen, wie ihr euch bei einer Integration verhalten müsst.

 

  • Das hängt von vielen Faktoren ab (Geschlecht, Rudelsstärke, Käfiggröße, Anzahl der zu integrierenden Ratten, Alter der betroffenen Ratten, Launen, Jahreszeit (im Sommer, wenn es sehr heiß ist, sind die Ratten meiner Erfahrung nach etwas aggressiver und gereizter) uvm.)

  • Es kann eine Sekunde dauern und völlig ohne Kämpfe ablaufen (selten), es kann sich auch auf mehrere Monate hinziehen. In sehr wenigen Fällen ist eine Integration überhaupt nicht mehr möglich.

 

Wie verhalten sich die Ratten bei einer Integration neuer Tiere?
Durch gegenseitiges Bepinkeln übertragen sie den Rudelduft
Sich aufrichten und Rattenboxen zum Größenvergleich
Schwanzzittern: Zeichen für Aufregung, Anspannung und Angst
Füße trampeln: extreme Aufregung, Wut und Aggression
Buckel machen und Haare sträuben: "Ich bin größer als du! Leg dich nicht mit mir an!"
Fußtritte verteilen: "Hau ab!"
Lautes Quieken: "Aua du tust mir weh!" oder "Hau ab!"
Am Popo schnüffeln: Durch das Schnüffeln am Popo erfahren die Ratten, das Alter, welches Geschlecht und welche Krankheiten der Neuling hat.
Schnaufen und Fauchen ein Zeichen von Aggression
Mund aufreißen und Zähne zeigen als Warnung an das Gegenüber
Aggressives Putzen (Zwangsputzen): eine Ratte hält die unterdrückte Ratte mit den Pfoten fest und putzt diese etwas ruppig am Nacken
Auf den Rücken drehen: die unterworfene bzw. schwächere Ratte liegt unten
Beißen, zwicken und verjagen
Seitliches Anrempeln
Am Popo Schnuppern und Abschlecken
Kuscheln, wenn's auch mal ohne Integrationsstreit geht oder wenn dieser vorüber ist: das Schönste nach jeder Integration :-)
Merke: Eine Integration bedeutet immer Stress für alle beteiligten Ratten!

Ist das Verhalten meiner Tiere voraussehbar?
Auch vermeintlich "liebste Ratten auf der Welt" können sich bei einer Integration neuer Tiere zu kleinen Bestien werden. Man darf sich also nicht wundern, wenn die sonst so liebe und kuschelige Maus zu einem kleinem Monster mutiert. Dieses Verhalten legt sich aber wieder. Und die schlimmsten Biester (wie z.B. meine Blindi) und vermeintliche Zicken können sich bei Integrationen als völlig lieb und harmlos herausstellen.
Ratten entwickeln auch Sympathien den Neuzugängen gegenüber. Den einen empfinden Ratten vielleicht nicht als Feind, weil er noch klein ist, der anderen widerum ist ihnen einfach unsympathisch und riecht vielleicht komisch und muss daher erst mal vermöbelt werden. Dann ist die Reaktion auf neue Ratten immer abhängig von der Stimmung der alten Ratten und dem Geschlecht und Alter des Neuzugangs.
Nicht jede Integration verläuft gleich. Es kann sein, dass eine Ratte auf ein oder zwei Neuintegrationen überhaupt nicht oder kaum reagiert hat, bei der dritten Intergration aber die Fetzen fliegen lässt.

Wann sollte ich von einer Integration neuer Tiere absehen?
Klaro, wenn der Käfig voll ist, ist er voll. Man tut den Tieren keinen Gefallen, wenn man Käfig so mit Ratten zustopft, dass sie sich gegenseitig schon auf die Nerven gehen und dadurch aggressiv und gereizt werden. Auch eine sonst gesellige Ratte will sich mal ein Stündchen alleine zurückziehen können.
Wenn klar ist, dass die zu integrierenden Ratten krank sind, z.B. Milben o.Ä. haben.
Nicht kastrierte Böcke dürfen keines Falls zu Rattendamen gelassen werden! Nicht mal für einen Tag, eine Stunde oder eine Sekunde! "Es wird schon nichts passieren" ist keine gute Verhütungsmethode. Solch eine unsinnige Vermehrung von Ratten ist schon manch einem über den Kopf gewachsen.
Hat man vielleicht einen alten Opa oder eine alte Oma im Käfig, die eh nur noch einen ruhigen Lebensabend verbringen will, vielleicht nur noch ein paar Wochen zu leben hat? Sollte man dieser Ratte wirklich noch eine Integration antun? In diesem Fall würde ich auch davon absehen und die Alten in Ruhe noch älter werden lassen, ohne zusätzlichen Stress.
Jungratten unter 2 Monaten sollte man nicht zu alten Tieren integrieren. Diese sind noch zu klein, als dass sie sich gegen die Angriffe der Großen verteidigen könnten. Andererseits lassen sich Jungtiere untereinander meist problemlos integrieren, weil sie noch einen sehr großen Spieltrieb haben und noch keine Ränge untereinander ausmachen.

Ist die Integration von Jungtieren einfacher?
Die Integration von Jungtieren untereinander ist prinzipiell einfacher. Meist sogar problemlos. Wie im Fall Fipsy und Tiffy. Der Spieltrieb ist noch sehr groß und Jungratten sehen sich noch nicht so sehr als Konkurrenten.
Kleine Rattis zwischen 8 und 10 Wochen lassen sich recht einfach miteinander vergesellschaften, da bei ihnen das Revierverhalten noch nicht so arg ausgebildet ist.
Man muss jedoch vor allem bei nicht ausgewachsenen Ratten aufpassen, dass die großen Ratten nicht all zu sehr auf sie los gehen. Eine 6 Wochen alte Jungratte kann sich eben noch nicht so gegen einen ausgewachsenen Kastraten oder Bock wehren. Das ist klar. U.U. kann ein großer Bock so eine kleine Maus mit einem Biss töten.

Welche Geschlechter lassen sich am besten untereinander integrieren?
Kastraten werden unter den Böcken gerne mal vermöbelt, wobei Weiber Kastraten meist mit offenen Armen empfangen (sie wissen ja nicht, dass der Kastrat nicht mehr kann ;-) )
Auf keinen Fall dürfen Böcke mit Weibern vergesellschaftet werden! Überlasst das Züchten bitte Leuten, die etwas davon (von Genetik verstehen) . Dumme Vermehrer gibt es schon genug (Jeder verantwortungslose Trottel kann Männchen und Weibchen zusammensetzen und abwarten, was dabei rauskommt.). Rattenherren dürfen nur zu Rattendamen gesetzt werden, wenn diese kastriert sind und eine Frist von 5-6 Wochen abgesessen haben.
Bei der Integration von Kastraten in ein Weiberrudel, ist der Kastrat meist fein aus dem Schneider, weil sich die Mädels meist untereinander zoffen. Jede will halt den Kastraten haben
Mädels untereinander zu vergesellschaften ist oft schwierig, weil sie ab und zu zum Zicken neigen.
Aber man kann das schlecht verallgemeinern, wie gesagt, es hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Abgesehen davon sind unsere Ratten alle Individuen mit eigenen Charakterköpfen.
Ich selbst habe noch nie richtige Böcke gehabt und kann daher nicht sagen, wie die Integration unter Böcken verläuft. Fragt einfach in einem Forum nach.

 

Ab wann weiß ich, wann die Integration geklappt hat?
Wenn die Kämpfe nachlassen und die Ratten gemeinsam einen Schlafplatz aufsuchen, bzw. wenn der Neuzugang nicht mehr aus dem Käfig vertrieben wird.
Wenn die ehemaligen Streithähne plötzlich zusammen kuscheln und aus einem Napf fressen.
Wenn dieser Zustand auch über mehrere Tage und Nächte anhält. Den anfänglichen Frieden zwischen den Ratten sollte man weiterhin gut im Auge behalten.

 

 

Können Ratten, die ihr Leben lang als Einzeltiere gehalten wurden überhaupt noch in ein Rattenrudel integriert werden?

Definitiv ja! Die Gefahr bei Ratten, die ihr Leben lang als Einzeltiere gehalten wurden ist, dass sie absolut verhaltensgestört sind und verlernt haben, sich wie eine Ratte zu benehmen. Bisher habe ich drei Ratten integriert, die aus schlechter Einzelhaltung kamen (Jerry, BumbleBee und Crash). Bei Jerry und Bumblechen ging das "schwups" und gleich hatten sich alle lieb, da gab es überhaupt keinen Integrationsstress, der blieb einfach komplett aus. Bei Crash war es ähnlich, allerdings gab es immer Stress mit der Zicke Pebbles und anfangs auch mit meinem kleinen Geddy Lee mit dem er heftige Kämpfe hatte. Das lag aber eher an Pebbles, nicht an Crash. Vermutlich wird nicht jede Ratte aus Einzelhaltung integrierbar sein, aber die Erfahrung habe ich noch nicht gemacht. Bei allen drei Einzelrattenfällen habe ich nur positive Erfahrungen gemacht: sie blühten bei mir richtig auf und hatten die letzten Monate ein schönes, gesundes und glückliches Leben mit vielen Artgenossen und Spielkameraden.


Was braucht man für eine Intergration?

Einen eingerichteten Integrationskäfig, Desinfektionsmittel und Pflaster :-) und vor allem vieeeel Geduld und Zeit.

Wenn eine Integration so viel Stress für die Ratten bedeutet, ist es dann nicht besser, sie als Einzeltiere zu halten?

Eine Ratte darf niemals als Einzeltier gehalten werden! Nur weil es anfänglich etwas Streit gibt, heißt das nicht, dass aus diesen Streithähnen nicht die besten Freunde werden können! Meist ist eine Integration eben gar kein Streit, sondern lediglich eine neue Festlegung der Ränge. Wer Ratten einzeln hält handelt absolut verantwortungslos und egoistisch. Darüber hinaus kann eine Integration auch sehr viel Spaß machen: man kann die Ratten in einem völlig neuen natürlichen Verhalten beobachten und man lernt seine Tiere mal von einer anderen Seite kennen. Es macht total Spaß zuzusehen, wie die niedlichen Fellknäuel Freundschaft schließen, plötzlich ganz ausgelassen durchs Zimmer hüpfen, Fangen spielen, sich gegenseitig necken, putzen und letztendlich erschöpft und selig zusammen in der Hängematte oder dem Weidenkörbchen einschlafen. Und es gibt warscheinlich nichts Niedlicheres als Ratten, die gerade eben erst Freundschaft geschlossen haben und nun friedlich und zufrieden zusammen schlummern und von Käse und Joghurtdrops träumen. Nur weil sich die Ratten anfangs heftig streiten, ist das kein Grund annehmen zu müssen, dass es Ratten ohne Artgenossen besser geht. Man lässt doch auch nicht seine Kinder nur noch in der Wohnung aus Angst, es könnte im Kindergarten oder in der Schule Streit mit einem Mitschüler bekommen.




Ist meine Ratte zu alt für eine Integration?
... hier entsteht noch was ... *Baustelle*


MEINE INTEGRATIONSBERICHTE
Einzug meiner ersten Ratten Fipsy und Tiffy
Meine Fipsy habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen. Eigentlich soll man keine Tiere schenken, aber bei mir war das ausnahmsweise mal ein Treffer in die Mitte. Die arme Fipsy musste die ersten Tage ohne Artgenossen leben. Als wir aber herausfanden, dass Ratten niemals alleine gehalten werden dürfen, sind wir gleich am ersten verkaufsoffenen Tag zwischen den Feiertagen (das war auch noch ein Samstag, an dem die Hölle los war) in die Zoohandlung gefahren, wo mein Mann Fipsy her hatte und kaufte Tiffy ein. Wir setzten Tiffy einfach zu Fipsy in den Käfig (heute weiß ich, dass man das niemals tun sollte). Von "Intergration" hatten wir keine Ahnung. Aber vermutlich kannten sich die beiden noch aus dem Laden und alles lief reibungslos ab. Die beiden vertrugen sich auf Anhieb und heute kann ich sagen, dass wir da ganz schönes Anfängerglück hatten. Fipsy war anfangs ganz arg bissig. Kein Wunder, nach diesem traumatischen Umzug in ihr neues Zuhause. Ich habe am Anfang viele Fehler gemacht. Aber Fipsy fasste schnell vertrauen und wurde die beste Maus auf der Welt! Ich werde nie wieder so eine tolle Ratte haben! Meine arme Tiffy starb mit nur einem Jahr (mehr darüber in ihrem Steckbrief) und als sich ihr Tod langsam ankündigte, mussten neue Spielkameraden für Fipsy herbei geholt werden. Ebenfalls aus der Zoohandlung stammend, kamen meine süßen Snowy und Face hinzu.




Integration von Snow und Face

So ist mir die Integration von Snow und Face gelungen. Natürlich kann man auch anders vorgehen, aber seht doch am Besten selber nach wie die anderen es gemacht haben. Andere Rattenbesitzer werden vielleicht sagen, dass ich das total falsch gemacht habe, aber mir ist die Integration trotzdem gelungen.
Ich habe den Integrationskäfig mit den Kleinen erst nach ein paar Tagen neben den Käfig der Alten hingestellt habe. Fipsy hing bei ihrem Auslauf so oder so am Käfig der Kleinen und war ganz aus dem Häuschen. Ich habe mich dann immer dazu gesetzt und ruhig mit den Ratten gesprochen.

Als ich Fipsy das erste Mal in direkten Kontakt mit den Babys brachte, ging das ganz schön ruppig zur Sache. Ich dachte Fipsy bringt die Kleinen um! So kannte ich meine sonst so liebe Fipsy gar nicht! Ich war schockiert darüber, wie Fipsy sich plötzlich verhielt: sie war eine andere Ratte! Das Zusammentreffen lief allerdings auch nicht ganz geplant ab. Ich wollte eigentlich nur das Futter wechseln und Fipsy nutzte die Chance, sprang in ihren alten Käfig und wollte wahrscheinlich nur ihr Revier verteidigen. Ich habe sie natürlich SOFORT da wieder heraus geholt. Trotzdem hatte dieser Hausfriedensbruch einen kleinen positiven Effekt: die Babys, die sich zwei Wochen lang nicht aus ihren Löchern trauten, sobald ich das Zimmer betrat, hingen plötzlich an den Käfiggittern und schnupperten! Ich war ganz von den Socken. Also durften die Babys ein wenig an meiner Hand herumschnuppern und auf ihr herumklettern. Der erste gemeinsame Auslauf geschah auf meinem Bett (da Fipsy in der ganzen Wohnung herumlief, gab es keine neutrale Zone). Da wurde gequiekt, gestritten, mit den Füßen getreten, getrampelt, gefaucht, gezwickt ... das sieht natürlich äußerst brutal aus. Ich dachte, dass das die Kleinen nicht überleben. Ich ging dann dazwischen und nahm Fipsy wieder weg. Ich ließ die drei schließlich jeden Tag für einige Minuten zusammen aufs Bett. Mit jedem Tag klappte es besser. Damals kannte ich den Trick mit dem Joghurt noch nicht *lach*, Joghurt verbindet! Als ich ein Schälchen Joghurt aufstellte, ging es das erste Mal friedlich zur Sache und ab dem Zeitpunkt waren Fipsy, Face und Snow unzertrennlich und lebten sogar in einem Käfig.


(Fipsy schließt Frieden mit Snow und Face)

 

Integration von Bumblebee
Mein Bumblechen kam aus der Notfallvermittlung als Einzelratz zu mir. Das arme Tier musste fast ihr ganzes Leben alleine in einem nicht artgerechtem Käfig leben, war fürchterlich abgemagert, hatte schlimme Bumblefeet und stank bis zum Himmel. Wahrscheinlich wurde das arme Tier auch niemals richtig ernährt. Als ich das heruntergekommene Tier sah dachte ich, dass eine Integration niemals klappen würde, denn Bumblechen war einfach viel zu lange alleine und hatte die "Rattensprache" womöglich längst vergessen. Aber Bumblechen sprang aus dem Transportkäfig und lief schnurstraks zu Fipsy. Auch hier ging alles ruck zuck, keine Spur von Intergrationszoff, nur neugieriges Beschnuppern. Ich hätte Bumblechen gleich bei den anderen lassen können, aber ich wollte Bumblechen auch nicht überfordern, denn schließlich war sie Artgenossen (und dann gleich so viele auf einem Haufen) einfach nicht gewohnt. Sie bekamen dann jeden Tag stundenlang gemeinsamen Auslauf und irgendwann nistete sich Bumblechen von ganz alleine bei den anderen ein. Hin und wieder hat Bumblechen dann doch die Einsamkeit gesucht. War ihr wohl doch etwas viel Trubel. Bei mir blühte Bumblechen richtig auf. Sie wurde ein richtiger Fettwanst, das Rattima war wohl doch einfach zuuu gut! Ihren Bumblefeet tat das Gewicht nicht gut und daher bekam ich das Problem auch bis zum Schluss nicht mehr in den Griff. BumbleBee ist das beste Beispiel, dass auch gequälte und verhaltensgestörte Ratten noch eine Chance haben in ein Rudel integriert zu werden. Allerdings wurde Bumblechen zu einer kleinen Diva, als Pebbles und Kaba intergriert werden sollten.

Integration von Jerry
Auch mein lieber Jerry, mein erster Kerl im Weiberrudel, wurde von irgendeiner feigen Sau ausgesetzt und ein freundlicher Finder rettete ihn und übergab ihm dem Tierheim. Dort wurde er erstmal kastriert und kam kurze Zeit darauf über die Notfallvermittlung zu mir. Der arme Jerry musste einige Zeit alleine in einem Käfig fristen, weil seine Kastration erst ein paar Tage zurück lag. Meine Mädels haben Jerry ständig gewittert und hingen die ganze Zeit am Treppengeländer und erschnüffelten den Jerry, der unten im Wohnzimmer war. Irgendwann machte es platsch und eine weiße Ratte mit grauem Gesicht viel ein Stockwerk tiefer. Außer dass sie sich erschrak, ist Face nichts passiert. Als es dann endlich so weit war, dass Jerry zu den Mädels durfte ging alles ganz schnell. Ich setzte Jerry auf den Boden, meine vier Weiber (Fipsy, Bumblechen, Snow und Face) kamen sofort angerannt, beschnüffelten ihn wie verrückt und nahmen ihn gleich mit nach Hause. Jerry wurde sofort akzeptiert. Jerry war ja halt auch ein hübscher Kerl! Es gab keinen Intergrationszoff, nur ein wenig Gezicke unter meinen Weibern, die sich um den hübschen Mann zankten. Jerry selbst blühte plötzlich richtig auf. In den zwei Wochen Einzelhaft ließ Jerry sich nie blicken und er fraß nur sehr wenig. Als er zu meinen Weibern kam, war Jerry wie ausgewechselt! Er sprang umher wie ein Rehlein, als wollte er sich bedanken.

Integration von Pebbles und Kaba
Pebbles und Kaba waren noch sehr klein, als sie zu mir kamen. Aber von der ersten Minute an waren sie mehr als zutraulich. Keine Spur von Angst. Sie waren viel mehr übermütig, abenteuerlustig und verspielt. Kaba und Pebbles habe ich einfach immer wieder mal mit den anderen Ratten zusammengesetzt. Da ging es ganz schön ruppig zur Sache. Ich habe die zwei kleinen mit meiner Face auf dem Bett herumrennen lassen. Face war völlig aus dem Häuschen. Keine Spur von Aggressivität. Es wurde gespielt, geschnüffelt, bepinkelt, geschleckt. Das klappte ganz prima. Das Problem: die anderen Rattis interessierten sich überhaupt nicht für die zwei Neuen! Fipsy haute sogar ab, wenn sie sie sah. Sie wollte das überhaupt nicht, zusammen mit den Babys auf dem Bett.... Immer wenn eine Kleine kam, um an Fipsy zu schnüffeln, rannte Fipsy wie Speedy Consales davon (die gleiche Fipsy die damals noch Face und Snow vermöbelte). Und Jerry hockte nur neben den Babys und beachtete die garnicht. Snowy durfte mit ihrer Abszesswunde noch nicht zu den Kleinen. Und BumbleBee juckte es auch nicht, dass da neue Rattis waren. Was war denn daaa los? Ich hatte damit gerechnet, dass die Babys erst mal kräftig vermöbelt werden, stattdessen wurden sie einfach ignoriert! Wahrscheinlich, sahen die anderen Ratten sie noch nicht als "Gefahr" für die Rangordnung und somit mussten die zwei Neuzugänge auch nicht geprügelt werden. Nach einer Weile rannte Fipsy nicht mehr vor den Kleinen weg, manchmal kam es mir so vor, als würde Fipsy sogar auf die Kleinen aufpassen. Wenn es z.B. Streit gab (eigentlich nur mit BumbleBee), kam sie herbeigerannt und die Babys rannten Fipsy dann im Entenmarsch hinterher. Jerry war total lieb zu den Babys. Er putzte sie und ließ alles gaaaanz geduldig und ruhig über sich ergehen. Manchmal stellte er sich auf die Fußspitzen und machte 'nen Buckel, damit die Babyrattis unter ihm durchlaufen konnten, manchmal kam er mir vor wie ein großer Papa. BumbleBee war die einzige, die rumzickte! Als ich mal ne Sekunde nicht aufgepasst habe, ist Pebbles Fipsy in den Schrankkäfig hinterhergerannt und BumbleBee wurde stinke sauer und hat den Eindringling verjagt. Dass BumbleBee Stress machen würde hatte ich fast schon geahnt. Sie war ja die längste Zeit ihres Lebens ein Einzelratz. Sie duldete Pebbles und Kaba im Auslauf, aber im Käfig wollte sie sie nicht haben, das änderte sich aber nach wenigen Tagen. Bumblechen war nicht sehr lange mit Pebbles und Kaba befreundet, weil ich sie kurz darauf einschläfern lassen musste.

Integration von Yuki und Zuma
Yuki und Zuma waren noch winzig klein als sie zu mir kamen. Aber sie waren schon richtige kleine Quälgeister, weil sie von Anfang an frech und zutraulich, ja fast schon penetrant anhänglich waren. Die zwei Süßen ließ ich mit meinen ruhigen Face und Kaba auf der Couch zusammen. Auf der Couch lernten Zuma und Yuki nach und nach die anderen kennen. Mit Zickerle Pebbles gab es natürlich die größten Probleme. Da Yuki und Zuma noch sehr klein waren, durften sie nicht sofort bzw. bald in den Käfig zu den Großen. Meine Jungs Mr.Miagi , Geddy Lee und Gizmo hatten von Anfang an keine Probleme mit den kleinen Mädels und ignorierten sie eher, während Mr.Miagi fast schon wie ein großer Papa war. Pebbles hat die Integration unnötig erschwert, aber letztendlich hat alles geklappt und sämtliche Ratten schlossen Freundschaft.

 

Integration von Kleo und Maja
Diese Integration lief ab wie bei Yuki und Zuma. Auf der Couch lernten die beiden einzelne Ratten kennen. Wobei ich Pebbles lange von ihnen fern hielt. Pebbles hatte eine Tumor OP hinter sich und ich wollte sie nicht stressen. Mr. Miagi verstand sich mit meinen beiden kleinen auf Anhieb und die drei waren unzertrennlich von der ersten Sekunde an! Das war wohl Liebe auf den ersten Blick! Leider bekam Mr.Miagi nur vier Tage nachdem sie sich kennenlernten einen Schlaganfall und musste erlöst werden. Für mich war das ein herber Schlag, da Mr.Miagi der Chef im Rudel war. Für mich war das eine schlimme Zeit.






Integration von Crash und Blindi
1) + 2) Haare Sträuben und Kräfte messen zwischen dem kleinen Geddy Lee und dem viel größerem Crash
3) Zuma will Crash unterwerfen und zwingt ihn unter ihr durchzulaufen, damit sie ihn markieren kann. Funktioniert nicht so richtig, weil Crash fast doppelt so groß ist wie Zuma ;-)
1) Pebbles unter Strom: wittert Neulinge im Integrationskäfig 2) Kleo und Crash mochten sich von Anfang an 3) Crash schreit Pebbles, die ihr Fell sträubt an und droht ihr mit seinen großen gelben Zähnen.


Friedliches Kennenlernen auf der Couch. Ratten sind neophob, d.h. sie haben Angst vor Neuem, insbesondere vor unbekannten Orten wie dieser Couch, auf die sie normalerweise nicht dürfen. Meist kauern sie sich zusammen und begraben ihren Streit, siehe Crash und Pebbles rechts im Bild. Crash kuschelt sich an Pebbles, die alles über sich ergehen lässt. Wieder oben im Auslauf, sind sich die zwei wieder an die Gurgel gegangen. Meine Blindi war immer ein Fall für sich. Sie hatte Angst vor Käfigen! Ich hatte es sehr schwer, sie im Käfig einzusperren. Eine Zeit lang lebte sie ganz alleine auf der Kletterburg im Auslauf! Crash nistete sich nach ca. 3 Tagen gemeinsamen Auslauf von ganz alleine im Unidom bei den anderen ein. Mit Pebbles zoffte er sich immer wieder mal, aber genauso oft kuschelten sie miteinander. Blindi traute sich erst nach Tagen in den Unidom und hielt sich meist dort auf, wo sonst keine Ratten waren. Jeden Tag traute sich sich ein Stück mehr zu bis sie sich letztendlich endlich zu anderen gesellte und für immer dort blieb. Leider machte mir Blindi von Anfang an Sorgen, weil ich sie immer extrem bissig war.





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