HALTUNG


SOMMERHITZE: Sommer, Ratten und Urlaub

Was Hitze bei Ratten bewirkt
Tipps und Tricks, um den Sommer angenehmer für die Ratten zu machen
Wohin eigentlich mit den Ratten, wenn man selbst im Urlaub ist?

Was Hitze bei Ratten bewirkt
Ratten fühlen sich bei einer Zimmertemperatur von 18-23 Grad am wohlsten. In heißen Sommertagen kann es daher für die Ratten sogar gefährlich werden. Warum? Ratten können nämlich nicht schwitzen! Aber hecheln wie Hunde können sie auch nicht! Wie regulieren Ratten dann ihre Köpertemperatur? Dies tun sie über die weniger behaarten Stellen des Körpers (Pfoten und Schwanz) und legen sich, wenn es ihnen zu heiß wird flach auf den Boden, um so die Körperwärme an die Umgebung abgeben zu können. In Sommertagen sieht man Ratten immer weniger miteinander kuscheln, denn es ist einfach zu heiß. Vor allem in Dachwohnungen wie meiner, wird der Sommer manchmal zur Hölle. Was kann man tun, um den Ratten die heißen Tage erträglicher zu machen? Oft sieht man sie ganz matt und erschlagen herumliegen, manche sind gereizt, weil die Hitze sie irre macht.
Ratten dürfen jedoch auf keinen Fall überhitzen, da sie sonst an einem Kreislaufkollaps sterben können. Irgendwie muss man es schaffen, die Temperaturen im Käfig niedriger zu halten. Im folgenden Teil bekommt ihr einige Tipps.

Wichtig: solltet ihr feststellen, dass eine Ratte völlig apathisch herumliegt, ist dringend ein Tierarzt aufzusuchen, der der Ratte mit Hilfe von Infusionen schnell wieder auf die Beine hilft!

Das wichtigste an heißen Tagen ist: FLÜSSIGKEIT!

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Und hier nun die Tipps, wie ihr den Ratten im Sommer das Leben angenehmer gestalten könnt.

  • Nasses Handtuch auf den Käfig legen und Kühlakkus drauflegen (Kühle sinkt nach unten). Ratten dürfen nicht direkten Kontakt mit Kühlakkus haben, da sie sich erkälten können, eine Blasenentzündung bekommen können usw. Das kühlt den Käfig tatsächlich um einige wenige Grad herunter. Wer einen Unidom hat, sollte ihn auf keinem Fall an eine Außenwand stellen. Außerdem kann man ihn mehrmals am Tag mit einem kalten Waschlappen von außen abwischen. Der Effekt ist allerdings nicht von langer Dauer.

  • Auf KEINEN FALL den Ventilator einschalten und auf den Käfig richten!

  • Die Schwänze kann man mit kühlen Wasser abwaschen, da der Schwanz für einen Temperaturausgleich sorgt. Durch die Verdunstung des Wassers kühlt die gesamte Körpertemperatur ein wenig herunter. Ruhig auch mal die Ratten selbst nass machen.

  • Bitte bringt eure Ratten nicht nach draußen!

  • Wenn möglich, Käfig in einen kühleren Raum stellen. Sollte eine Ratte trotz aller Bemühungen doch einen Hitzeschlag bekommen haben, dann ist es wichtig, das Tier nicht unnötig aufzuregen, es in kühlem Wasser zu baden oder mit kühlen feuchten Tüchern zu bedecken. Sollte es dem Tier nicht besser gehen, dann ist ein Besuch beim Tierarzt sicher nie verkehrt. Dieser kann Injektionen gegen den Flüssigkeitsverlust sowie herzstärkende Medikamente verabreichen. In schlimmsten Fällen können durch die Überhitzung Herz- oder Nierenschäden zurückbleiben woran das Tier sterben kann.Kühlakkus können auch mit Hilfe von z.B. Hasendraht im Käfig angebracht werden.

  • Fliesen oder Keramik-Backauflaufformen im Käfig auslegen, damit Ratten ihre Körperwärme abgeben können. Das Gute an diesen Keramikauflaufformen ist, dass sie zu schwer sind, um im Käfig hin und her geschoben werden zu können. Die Unterseite ist rau, so dass sich die Tiere gleichzeit ihre Krallen abnutzen können. Meine Ratten haben recht schnell kapiert, dass ich jedes Mal, wenn ich die Käfigtüre geöffnet habe und etwas unter die Auflaufformen gesteckt habe, es plötzlich kühler wurde. Meist haben sie sich dann rings um die Auflaufform gelegt. Die Gefahr besteht darin, dass die Ratten sich eine schmerzhafte Blasenentzündung zuziehen können, wenn sie direkt auf der kalten Form liegen. Daher lege ich anfangs immer ein Handtuch auf oder ein Stück Teppich. Meistens jedoch liegen die Ratten im Kreis um die Backlaufform herum verteilt.

  • Vogelbad oder Reptilienbad anbieten oder Wasser in einem Hundenapf o.Ä., damit Ratties plantschen können anbieten. I.d.R. waschen sich die Ratten nur die Pfötchen und tauchen vielleicht mal kurz mit dem Näschen unter. Bisher habe ich es nur bei einer Ratte beobachten können, dass sie wirklich komplett ins Bad gehüpft ist, sich im Wasser gewälzt hat und wirklich klatschnass war. Ich kenne Leute, die stellen richtige Babywannen auf, in die die Ratten anscheinend richtig schwimmen gehen und auch komplett untertauchen! Aber hier braucht man Vorrichtungen (Treppen o.Ä.), damit die Ratten mühelos aus der Wanne kommen könnten. Einige Rattenhalter warnen davor, dass das Wasser, das in die Ohren gelangt, eine Ohrenentzündung hervorrufen kann. Ich denke allerings, dass das etwas übertrieben ist, man muss die Ratten ja nicht in Watte packen. Außerdem kann auch Wasser in die Ohren gelangen, wenn sie nur wie hier auf dem Bild herumplantschen. Problematisch wird es erst, wenn man die Ratten der Zugluft aussetzt. Schaut euch ruhig mal das Video von Franziska an: KLICK

  • Dafür sorgen, dass Ratten viel Flüssigkeit zu sich nehmen, also Wassermelone (die schwarzen Kerne werden fast lieber gegessen als die Wassermelone selbst), Salatgurken, Tomaten usw. füttern

  • Baut doch eine kleine Rattendusche aus einem The Little Dripper (Reptilienabteilung, siehe Bild oben)

  • Unbehandelten Tonröhren bzw. Weinlager aus dem Baumarkt aufstellen Joghurtgläser mit Eiswürfeln oder Kühlakkus im Käfig anbringen (so, dass sie nicht direkt von den Ratten berührt werden können und dass keine Gefahr besteht)

  • Morgens und abends lüften Tagsüber Challousien runter lassen oder Fenster abdunkeln, z.B. mit Windschutzscheibenabdeckung fürs Auto, damit die Sonne nicht direkt ins Zimmer knallt.

  • Ihr müsst darauf achten, dass Leckerlis und Medikamente nicht schlecht werden. Ich habe mir zum Geburtstag daher extra einen kleinen Kühlschrank für mein Rattenzimmer gewünscht, da ich es langsam satt hatte, meinen ohnehin schon überfüllten Kühlschrank in der Küche mit meinen Ratten teilen zu müssen. Leckerlis und Medikamente bewahre ich in diesem kleinen Kühlschrank auf. Bei dem Cooler handelt es sich um den Unold Electro Modell 8920 (inklusive 12 V Zigarettenanzünderkabel 280 cm und Steckdosenkabel 170 cm Länge, Inhalt ca. 20 l, Gewicht ca. 6,5 kg, Außenmaße ca 30,5 x 30,8 x 45,5 cm / Innenmaße ca. 23,4 x 21,9 x 37,9 cm / FCKW-frei, Kühlung bis ca. -15/20 Grad unter Umgebungstemperatur)

  • In einem einfachen kleinen Transportkäfig (siehe Bild oben) lege ich im Sommer immer Kühlakkus rein. Die Kühlakkus dürfen nur nicht an die Käfiggitter anlehen. Dieser wird immer mitten in den Käfig gestellt. Die Ratten haben keine Chance, die Kühlakkus anzuknabbern oder sich direkt drauf zu legen.

  • Ratteneis machen: Dosenmais und Früchte einfach in Eiswürfelformen verteilen, Wasser drauf gießen, einfrieren und den Ratten als ganze Eiswürfel anbieten.

  • An Sommertagen sehr begehrt. Das Schöne an dem gefrorenem Mais ist, dass keine Hautfetzen übrigbleiben wie z.B. bei Dosenmais oder frischem Paprika.


  • Ratten Angeln Eiswürfel - Shake Shake Shake Senora… - MyVideo 

  • Rattenwassereis machen: Kamillen- oder Fencheltee mit einem kleinen Schuss Honig in Eiswürfelformen oder Eiswürfeltüten abfüllen.

  • Auch beim Transport im Sommer wollte dafür gesorgt werden, dass die Transportkäfige luftig sind, also eher solche Gitterkäfige wie oben abgebildet, als geschlossene Plastiktransportkäfige, in denen sich die Hitze staut. Käfig mit einfachem Tuch abdecken (Schatten, Sichtschutz) und Wassergurke, Nippelflasche und Kühlakkus nicht vergessen. Eine Klimaanlage im Auto zu haben, ist auch nicht verkehrt ;-) Die untere Transportkiste könnte zwar auch etwas luftiger sein, aber sie hat wenigstens große Luftschlitze. Nippelflaschen lassen sich leicht anbringen und dadurch, dass sie oben flach ist, kann man gut Kühlakkus auflegen.

 



Apropos Sommer und Hitze
Wohin eigentlich mit den Ratten im Urlaub?

Wenn ein Rattenhalter in den Urlaub will, steht er meist vor dem Problem, dass er niemanden hat, der sich gerne ein paar Tage um seine Tiere kümmern würde. Viele Freunde und Bekannte haben einfach den anerzogenen Ekel vor Ratten nicht ablegen können und weigern sich, auszuhelfen. Ganz arg wichtig ist daher, dass man sich vorher um eine Pflegestelle kümmert, also bevor man den Urlaub bucht. Die Regionalgruppen des VdRD organisieren regelmäßig Stammtische. Dort lernt ihr nette Leute kennen, die mit Sicherheit, wenn es ihnen möglich ist, die Ratten aufnehmen oder zumindest zur Fütterung und Käfigreinigung in eure Wohnung kommen und die Ratten auch eine Weile raus lassen, damit sie etwas Auslauf bekommen. Fragt eure Freunde, ob sie nicht Lust und Zeit haben, sich um die Fellnasen zu kümmern. Schreibt einen Zettel auf, was sie genau dabei zu beachten haben. Hier könnt ihr ein Worddokument öffnen. Ihr könnt das Dokument nach Belieben verändern und an eure Bedürfnisse anpassen. Auf der Seite des VdRD könnt ihr ein weiteres Urlaubspflegeformular ausdrucken. Wir haben damals unseren Hasi immer für ein paar Wochen ins Tierheim gebracht. Dort beschränkte sich die Pflege logischer Weise nur aufs Füttern und Reinigen. Das Ganze kostet natürlich auch Geld, aber wir wussten, dass unser Hasi gut aufgehoben war. Viele Tierheime sind allerdings auch so schon überlastet, so dass sie sich in der Urlaubszeit nicht noch mehr Stress zumuten können. Auslauf würden die Ratten natürlich überhaupt nicht bekommen, weil einfach die Umgebung nicht hierfür bestimmt ist.

Viele Tierheimmitarbeiter haben vor allem in den Sommerferien ein komisches Bauchgefühl. Denn oft werden Tiere zur "Urlaubspflege" abgegeben und nicht mehr abgeholt. Dennoch nehmen die Tierheime lieber ein paar Tiere für ein paar Wochen auf, als sie später ausgesetzt im Wald oder angebunden an einer Straßenlaterne zu finden.

Schaut auch ruhig mal beim der Tiersitterbörse oder bei den Tierpensionen rein

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EIN WOCHENENDE ALLEIN?
Es kommt schon mal vor, dass man mal übers Wochenende weggeht. Das ist nicht weiterhin schlimm. Die Ratten können, wenn ihr Käfig groß genug ist, ruhig mal ein bis zwei Tage ohne Beaufsichtigung bleiben. Voraussetzung ist natürlich, dass der Käfig gründlich gereinigt wurde, Futter in mehreren Näpfen zur Verfügung steht, mehrere volle Nippelflaschen befestigt werden, dass Nagerstangen aufgehängt werden und die Käfigtüren gut verschlossen und abgesichert werden. Im Sommer, wenn es sehr heiß ist, sollte aber auch dann, wenn man nur übers Wochenende weg geht, eine Person einbeziehen, die dafür sorgt, dass die Ratten nicht an einem Hitzeschlag sterben.