HALTUNG


Die Entstehung eines Rattenzimmers

Diese süßen, kleinen, sympathischen Knutschfellkugeln. Diese putzigen, liebevollen und lustige Tierchen!

Die Bestien und destruktiven Viecher! Diese kleinen nagewütigen allesfressende haarige Monster!

Seht euch an, was sie mit meiner Wand im Rattenzimmer gemacht haben! Durch die Käfiggitter hindurch:

  • Löcher in die Wände gefressen, eins davon war faustdick
  • Tapeten abgezupft

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So etwas passiert mir nicht wieder! Im Oktober 2011 bin ich in ein eigenes Haus umgezogen. Es gibt in diesem Haus ein spezielles Zimmer, das geradezu geschaffen zu sein scheint, ein Rattenzimmer zu sein! Wir nannten es vom ersten Tag an das "Mauszimmer" (ich spreche privat immer von Mäusen).

Ich möchte euch mal ins Mauszimmer führen. Es befindet sich im Altbau (aus den 30er Jahren) des Hauses. Folgt mir!
So sah es vorher aus.

Diese kleine Türe (man muss sich bücken, so niedrig ist sie) führt in eine Abstellkammer. Was ihr hier sehen könnt, war der Rohbau meines jetztigen Büros. Die Türe kann man hinter sich verschließen!

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Geht man durch die Abstellkammer, kommt man zu einer weiteren kleinen Glastüre. Hinter dieser Glastüre geht eine alte Holztreppe runter. Schnell war klar: Das wird das neue Mauszimmer. Es ist gerade mal 9 qm groß. Es MUSSTE einfach ein Mauszimmer werden! Ist doch klar! Was soll denn sonst da rein? Ich habe mich sofort schon gedanklich eingerichtet und schnell war klar: Der Teppich muss raus, die Holztreppe bleibt drin, wenn die angenagt wird, ist es wenigstens nicht schade drum und die Wände müssen von vornerein geschützt werden.

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Das Zimmer war das erste im Haus, das überhaupt renoviert wurde. Es bekam einen Putzanstrich, der Teppich flog raus, Laminat wurde verlegt.

Ganz in den Farben meines Unidoms wurde die Treppe rot-weiß lackiert, ebenso der Türrahmen. Die kleine Glastüre wurde auch rot gestrichen (finde gerade kein Bild). Das Glas ging leider bei Renovierungsarbeiten kaputt, also wurde es durch durchsichtiges Plexiglas ausgetauscht.

Das Gute ist: Die Ratten können zwar die Treppe hochklettern, aber ich kann durch die Plexiglasscheibe sehen, ob die Tiere auf der Treppe sind oder nicht. Die Türe öffnet sich nach außen, so dass ich nicht befürchten muss, eine Ratte von der Treppe zu "wischen". Das Zimmer hat ein Fenster mit Fensterrolläden. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Angst davor haben, ihren Ratten auch Frischluft zu gönnen.

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Und jetzt kommt der Clou! Ein Mal, rings um die Wände herum habe ich sogenannte "Verglasungsfolie" an den Wänden angebracht. Diese war nicht gerade billig, aber ich hoffe, dass es sich dennoch gelohnt hat, sie zu kaufen.

Die Folie ist biegsam aber nicht "labberig". Ich habe sie ganz einfach an die Wände geschraubt, habe aber die Schrauben nicht bis zum Anschlag reingeschraubt, da ich ja nicht will, dass es hinter den Wänden anfängt zu schimmeln. Übrigens lässt sich die Folie ganz einfach mit einer stabilen Schere und/oder einem Teppichcutter zurechtschneiden.

Was erhoffe ich mir?
Ich hoffe, dass die Verglasungsfolie zu glatt für Rattenzähne ist und die Wände dadurch geschützt sind.

Verglasungsfolie

Bitte schaut euch auch an, wie das alles geendet hat: Ende der Rattenhaltung und Ende des Rattenzimmers

 

Fazit nach einem halbem Jahr Rattenbewohnung:

  • Die Plexiglastüre ist 'ne tolle Sache, man kann ins Zimmer schauen, ohne die Ratten zu stören.
  • Nachteil der Plexiglastüre, es ist jedes Mal ein Kampf, die Ratten am Durchgehen zu hindern. Kaum geht die Türe auf, rennen die Ratten raus. Was nicht wirklich schlimm ist, denn sie kommen ja nicht weit. Aber die Ratten wieder im Zimmer einzusperren und die Türe rechtzeitig zuzumachen, ohne die Ratten dabei zu verletzen ist wirklich eine Kunst, die geübt sein muss!
  • Die Treppe knirscht sehr, wenn man sie betritt, es ist eigentlich nicht möglich, das Zimmer zu betreten, ohne die Ratten zu wecken.
  • Die Treppe steht sehr im Weg, darunter sammelt sich oft viel Dreck, es ist zu eng in diesem Zimmer.
  • Den Unidom musste ich leider am 11. Februar 2012 verkaufen. Seit dem ist es für mich allergie- und putztechnisch besser geworden.
  • Leider ist es eine Leichtigkeit für die Ratten auf den Fenstersims zu klettern.
  • Die Verglasungsfolie erfüllt ihren Zweck. Allerdings hätte ich die auch hinter der Voliere befestigen sollen. Dadurch, dass die Ratten das Zimmer für sich haben, ist die Wand versaut. Sie klettern an der Voliere hoch und sitzen auf dem Unidom.

Für mich war das Zimmer wirklich der letzte Versuch, weiterhin Ratten halten zu können. Ich habe mir eingeredet: "Wenn du ein Zimmer hast, das räumlich getrennt ist, und du nicht 8 Stunden am Tag mit den Ratten in einem Raum verbringen musst, dann geht es dir allergietechnisch viel besser!" Eigentlich wollte ich keine Ratten mit ins neue Haus mitnehmen. Doch als ich das Zimmer sah, wusste ich, dass ich es auf einen Versuch ankommen lassen musste. Ich gebe meine geliebten Ratten schließlich nicht kampflos auf! Hätte ich mal lieber tun sollen: Das Ende der Rattenhaltung ist kein Weltungang!

Tatsache ist, dass das Zimmer für mich unbetretbar ist! Wenn ich sehr gründlich geputzt und gelüftet habe, kann ich mit meinen Ratten lange spielen, aber wer hat schon die Zeit, das Zimmer jeden Tag so reinlich zu putzen? Spätestens einen Tag nach der gründlichen Reinigung haut's mich wieder um. Das Zimmer ist für mich unerträglich geworden. Mein erster Schritt war, den Unidom zu verkaufen! Anne hat ihn nun, und lässt ihre Böcke darin wohnen. Ich freue mich, dass der Unidom zu so lieben Menschen gekommen ist, denn es ist mir alles andere als leicht gefallen, ihn herzugeben! Schließlich bedeutet das, dass das Ende der Rattenhaltung wieder einen Schritt näher gerückt ist! Anne hat mir freundlicherweise ein Bild von meinem.... ähm... ihrem Unidom geschickt, so sieht er jetzt aus! Vielen Dank Anne, für das Bild und fürs Abbauen! Der Dom sieht echt klasse aus!

unidom

Nun, da ich keinen Unidom mehr habe, bin ich gezwungen, die Voliere täglich sauber zu machen, was mit wenigen Handgriffen erledigt ist. Ich habe kein Zeitungspapier mehr en masse, das vollgestrullert und vollgeködelt durchs Zimmer getragen wird. Ich habe mehr Platz, mich im Mauszimmer zu bewegen, denn ich konnte die Voliere weg von der Treppe schieben. Tja, und nun ist mein Zimmer "ganz kahl". So sieht es unidomlos aus: