HALTUNG

Ratten mit nach draußen nehmen oder sogar draußen halten?

Ist eine ganzjährige Außenhaltung möglich?
Pfeil
Darf man Ratten im Garten springen lassen?
Warum man Ratten nicht in den Garten lassen sollte
Standartaussagen von Rattenhaltern, die Ratten raus bringen
Wer nicht hören will muss fühlen!
Interview mit einem Teenie und seiner Ratte
Pfeil Die große Angst vorm Lüften


Ist eine ganzjährige Außenhaltung von Ratten möglich?
Leider nein, eine ganzjährige Außenhaltung ist bei Farbratten nicht möglich:

  • Ratten bekommen kein Winterfell
  • Ratten haben fast nackte Füßchen
  • Ratten sind äußerst zugempfindlich und verschnupfen leicht, bekommen schnell Atemwegserkrankungen, sie vertragen keine Zugluft
  • Ratten sind absolute Meister im Ausbrechen, können sich überall durchnagen. Wenn Ratte raus will, dann kommt sie auch raus!
  • Ratten mögen die Nähe zu ihrem Menschen.
  • Ratten vertragen keine Winterkälte.
  • Eine ausgebüchste Ratte kann u.U. Nachbarn so erschrecken, dass sie euch vielleicht das Gesundheitsamt aufhetzen, denn Ratten sind schließlich Ungeziefer, das auszurotten ist.
  • Eventuell könnte der Geruch der Farbratten wilde Ratten anziehen.

    Interessierst du dich also für Tiere in Außenhaltung, sind Ratten gänzlich die falschen Tiere dafür. Schau doch mal, ob Frettchen, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner oder Indische Laufentend etwas für dich wären!

Ratten kann man auf der Schulter nach draußen mitnehmen und im Garten springen lassen - Ist das wahr?

Dürfen Ratten eigentlich überhaupt nach draußen? Definitiv nein! Ausnahmen bilden nur die Transporte, z.B. zum Tierarzt, zur Urlaubspflege oder ins neue Zuhause. Ratten dürfen auch auf keinem Fall auf dem Balkon oder sonst wo draußen gehalten werden, solange keine repräsentative Studie beweist, dass die Außenhaltung von Ratten nicht schädlich ist, werde ich auch weiterhin dazu raten, die Ratten niemals draußen zu halten und auch nicht mit nach draußen zu nehmen!
VdRD

STELLT EUCH BITTE SELBST FOLGENDE FRAGEN:

  • Wie kommt man überhaupt auf so eine Idee Ratten nach draußen mitnehmen zu wollen?
  • Was hat man denn davon, wenn man seine Nager herumträgt?
  • Was hat denn die Ratte davon, dass sie den ganzen Tag im Pulli rumgetragen wird?

Mir macht der Gedanke Angst, dass ich trotz der bekannten Gefahren meine Ratte genau diesen aussetze. Ich würde NICHTS tun, wenn auch nur der Hauch einer Gefahr bestehen würde! Nun müsst ihr lesen und lebst entscheiden, ob ihr eure Ratte(n) mir rausnehmen wollt. Die Verantwortung dafür tragt nur ihr selbst!

KLICK - zum Interview mit Teenie und Ratte

Ich bin prinzipiell dagegen, dass man RATTEN IM GARTEN lässt, aus folgenden Gründen:

  • Es besteht die Gefahr, dass die Ratten auf Kot und Urin anderer Tiere stoßen (Katzen, Ratten, Mäuse usw.), die womöglich Krankheiten übertragen können.

  • Dadurch erhöht sich das Risiko extrem, dass sich die Ratten mit Parasiten anstecken (Würmer, Milben, Flöhe, Läuse usw.)

  • Die Ratten haben Angst vor den ungewohnten Geräuschen (Bellen des Nachbarhundes, vorbeifahrende Autos usw.)

  • Absoluter Blödsinn ist m. E. Ratten an der Leine gassi zu führen! Da kann ich nur Kopfschütteln! Leinen sind absolut tierschutzwidrig.

  • Man tut den Ratten überhaupt keinen Gefallen, wenn man sie im Garten laufen lässt, auf der Schulter oder im Pulli mit sich trägt oder wie einen Hund an der Leine führt, das tut man nur aus absolut selbstsüchtigen Motiven, weil man gerne protzen will, was man da hat und weil man Leute schockieren will! Ein dämmerungsaktives Tier lässt sich tagsüber niemals auf einer grüner Wiesen blicken!

  • Eine andere Gefahr stellt der Garten selbst dar: Insekten könnten die Ratten angreifen, die Ratten könnten sich am Rasendünger vergiften.

  • Ratten könnten auf nimmer wieder sehen ausbüchsen. Dieses Risiko wollte ich niemals eingehen. Ich kenne meine cleveren Biester! Die sind Meister im Ausreißen! Schon oft haben es meine Ratten aus vermeintlich ausbruchsicheren Käfigen heraus geschafft.

  • Eine ganzjährige Außenhaltung ist erst recht nicht möglich, da Ratten, nicht wie Kaninchen, ein Unterwolle im Fell bilden, die vor Kälte schützt. Die Pfoten sind nackt, anders als bei einem Kaninchen, das Fell an den Pfoten hat.

 

 
(Englischkenntnisse können nicht schaden!)

KLICK - zum Interview mit Teenie und Ratte

 

Aussagen von Rattenhaltern, die ihre Ratten nach draußen bringen. So ähnlich lauten die meisten Aussagen, die man immer wieder in diversen Rattenforen zu lesen bekommt:

"Ich bringe die Ratten in einem geschützten Bereich mit Abdeckung als Schutz vor Raubvögeln, bei Windstille und stelle sie irgendwo in den Schatten wo es den Ratten nichts ausmacht. Sie schlafen dann meist nur oder buddeln im Gras."
Was sollen die Ratten denn sonst tun? Natürlich buddeln sie, aus Angst, weil sie sich verstecken wollen! Natürlich schlafen sie dann irgendwann doch mal ein, sie sind schließlich dämmerungsaktiv!
Eine Ratte kann nicht wissen, dass sein Mensch zum Schutz vor Greifvögeln ein Netz gespannt hat! Deshalb sieht man auch nie tagsüber wilde Ratten im Garten (WENN man welche sieht, dann muss man leider von einer Rattenplage sprechen und die Stadt benachrichtigen!) Wenn Ratten dennoch in ihrem Auslaufbereich im Garten herumspringen, dann nur aus Verwirrung, aus Angst! Wanderratten, zu denen auch unsere gezüchteten Farbratten gehören, leben von Naturaus in unterirdischen Gängen, nur Hunger treibt sie hin und wieder an die Oberfläche, wo sich die Wanderratte den Gefahren "von oben" aussetzt. Warum sollte ich also meine Ratten, die sich nicht über Hunger beklagen können, zwingen sich im Garten aufzuhalten, der bei ihnen den Instikt der Todesangst hervorruft, weil Fressfeinde von oben nach den Ratten Ausschau halten? Es ist völlig unsinnig und unnatürlich, dass sich Wanderratten, insbesondere tagsüber auf einer grünen Wiese aufhalten!
Für die Farbratte ist ja nicht mal das eigene Rattenzimmer ein Ort, an dem sie sich angstlos bewegen können! Selbst das eigene Zimmer, das eigene Revier wimmelt aus Rattensicht immer vor Gefahren! Auch die zutraulichste Ratte rennt wie von der Tarantel gestochen zurück in ihren Käfig, wenn man aus Versehen mal eine zu schnelle Handbewegung gemacht hat oder die Ratte ein unbekanntes Geräusch hört. Wenn sie die Ratten nicht mal in ihrem eigenen Revier absolut sicher fühlen können, wie soll das dann draußen funktionieren?

"Im Sonmmer ist es oft sehr warm! Ich will sie in den Schatten stellen."
Ich denke, es ist schon nachvollziehbar, warum man dann seine Ratten nach draußen bringen will. Es ist zwar ein gut gemeinter Gedanke, aber es gibt andere Möglichkeiten, den Ratten, auch in der Wohnung, Abkühlung zu verschaffen, und das, ohne sie zusätzlichem Stress auszusetzen. Wenn man den Käfig an einen kühleren Ort bring, ist das sicherlich auch in Ordnung. Aber die Ratten sollten in ihrem Zuhause (Käfig) bleiben und definitiv nicht die Nacht draußen verbringen.

"Es macht Spaß zuzusehen, wie sie auf der Wiese turnen!"
Ratten sind dämmerungsaktiv, dh. sie wollen gar nicht im Sommer raus auf die grüne Wiese! Sie sind ja keine Kaninchen! Ratten halten sich dort auf, wo sie sich verkriechen können, wo sie Schutz haben vor Greifvögeln, deshalb sieht man auch nie tagsüber wilde Ratten über die Wiese huschen. Eine Ratte kann schließlich nicht wissen, dass sein Mensch zum Schutz vor Greifvögeln ein Netz gespannt hat! Deshalb sieht man auch nie tagsüber wilde Ratten im Garten (WENN man welche sieht, dann muss man leider von einer Rattenplage sprechen und die Stadt benachrichtigen!) Wenn Ratten dennoch in ihrem Auslaufbereich im Garten herumspringen, dann nur aus Verwirrung, aus Angst! Ratten leben in unterirdischen Gängen, in Höhlen usw., sie wollen sich der Gefahr "oben" nicht ausliefern.

"Ratten sind gar nicht neophob, sie sind neophil."
Diese Aussage hinterlässt bei mir ehrlich gesagt nur den Eindruck, als ob man nur damit prahlen will, wieviele Fremdwörter man kennt. Ratten sind von Natur aus neugierige, kleine, abenteuerlustige Kerlchen, das streitet keiner ab. Sie leben aber immer mit ständiger Angst leben, denn sie sind potentielle Opfer für Fressfeinde und daher Fluchttiere. Zahme Haustierratten erwecken oft den Eindruck, sie hätten weniger Angst als ihre wilden Verwandten, dem ist aber nicht so. Auch zahme Ratten sind und bleiben Fluchttiere.

Meine Ratten z.B. lebten in einem eigenen Zimmer in unserer Maisonettewohnung. Oben war das Rattenzimmer (mein Büro) und unten das Wohnzimmer.

Ich hatte schon an die 40 Ratten und KEINE EINZIGE hat es jemals gewagt, die Treppen nach unten ins Wohnzimmer zu gehen! Sie hätten die Gelegenheit dazu gehabt, denn zur Treppe hin war keine Absperrung! Warum gingen die Ratten nicht runter ins Wohnzimmer? Sie bekamen täglich mit, wie ihr Frauchen die Treppe rauf und runter lief. Sie wussten genau, dass es da unten noch etwas gibt! Wenn sie mal unten im Wohnzimmer waren (selten), sind sie sogar die Treppe raufgehoppelt, aber niemals runter!
Manchmal nahm ich Ratten runter ins Wohnzimmer, wenn ich diese z.B. verarzten musste. Die Ratten kannten also das Wohnzimmer. Warum gingen sie dann niemals runter? Warum fühlten sie sich unwohl und blieben lieber auf mir hocken, als das Wohnzimmer unsicher zu machen? Sie sollen doch angeblich neophil sein?! Weil sie es eben nicht sind!
Das Zimmer oben war ihr Revier und diesem fühlten sie sich einigermaßen wohl, so wohl, wie man sich als Fluchttier eben fühlen kann. Bei jedem kleinsten Geräusch flüchteten die Ratten zurück in ihren Käfig, also selbst im bekannten Auslauf, fühlten sich Ratten nicht hundert prozentig sicher! Natürlich sind Ratten auch Charakterköpfe, die eine ist mutiger und neugieriger als die andere, eine wagt sich weiter vor als die andere, aber ALLE blieben in Käfig-, Menschen- oder Schlupflochnähe.

"Klar dürfen Ratten raus! 95 % aller Rattenhalter labern irgendwelche unreflektierten Phrasen anderer Rattenhalter nach. Wer sich an Sicherheitsvorkehrungen hält, der hat nichts zu befürchten!"
Nein, das ist so nicht wahr. Es ist eher so, dass Rattenhalter, die ihre Tiere nach draußen nehmen nicht reflektieren und sich anscheinend nicht bewusst sind, dass Ratten Fluchttiere sind und es auch immer bleiben werden. Ratten müssen sich vermehren, sie müssen schlafen, sie müssen fressen und vor allem ihr Leben lang Obacht geben, nicht selbst gefressen zu werden! Eine Ratte lebt von Natur aus und instinktiv folglich immer mit Angst!

"Ratten fühlen sich im Pulli wohl."
Sie wählen nur den Ort des geringeren Übels! Wohin sollen sie sich sonst verkriechen, wenn sie sonst keinen anderen Platz haben? Klar wählt man dann den Pulli des vertrauten Menschen! Das hin und her Geschaukel kann einer Ratte keinen Spaß machen, die nacht- bzw. dämmerungsaktiv ist und eigentlich schlafen will.
Gehen wir davon aus, dass es der Ratte tatsächlich gefällt in einer mollig warem Umgebung wie dem Pulli zu sein - rein theoretisch! - warum muss es dann der Pulli sein? Warum kein Kuschelhaus im Käfig oder eine Kuschelröhre? Was hat denn die Ratten von den Ausflügen nach draußen, wenn sie eh die ganze Zeit im Pulli ist? Wie soll sie denn die Umwelt mitbekommen, wenn sie im Pulli sitzt? Von der schönen grünen Wiese haben farbenblinde Ratten auch nichts! Die Ratte hat definitiv nichts davon, aber der Mensch, der gerne sein "Spielzeug" mit sich rumschleppt und vorzeigen kann. Im übrigen würde ich mich sehr ekeln, wenn ich Menschen treffen würde, die ihre Nager mit sich rumtragen. Wenn ich mir vorstelle, dass die vor lauter Stress auch in den Pulli pinkeln... pfui Teufel! ;-)

"Ich nehme ja nur 1-2 Ratten mit und nicht das ganze Rudel."
Eine Ratte ist ein Rudeltier und liebt Artgenossen - mehr als seinen Menschen! Warum sollte ich also ein Tier seinem Rudel entreißen? Auch wenn es nur ein paar Minuten sind? Man nimmt Ratten nur aus dem Rudel, wenn es ein Gang zum Tierarzt nötig macht! Schon mal beobachtet, wie schnell eine Ratte bzw. Ratten, die zum Tierarzt gebracht werden mussten ihre Artgenossen wieder aufsuchen, wenn sie wieder in den Käfig gelassen werden? Nun sagen einige sicherlich: "Ja klar, die Ratte hat schlechte Erfahrungen beim Tierarzt gemacht! Sie bekam eine Spritze."
Für eine Ratte macht es aber keinen Unterschied, ob ich sie im Transporter oder einer Umhängetasche über eine grüne Wiese trage oder ob ich sie zum Tierarzt bringe. Ob ich meine Ratten Passanten vorführe oder dem Tierarzt ist der Ratte in beiden Fällen gleich, denn beides bedeutet Stress. Das helle Licht in der Tierpraxis bereitet genauso viel Stress wie normales Tageslicht.

Außerdem verursachen die Spaziergänge mit der Ratte im Freien Unruhe IM Rudel selbst. "Wo ist plötzlich die eine Ratte hin? Müssen wir unsere Ränge neu ausmachen? Moment, ich vermöbel dich kurz! Ach - da ist sie ja wieder." Und der Halter hat von der eventuellen Panik im Käfig gar nichts mitbekommen, weil er draußen seine Ratte durch die Gegend geschleppt hat.

"Im Buch XY schreibt ein Rattenexperte, dass Ratten es genießen, mit nach draußen genommen zu werden."
Nicht jeder, der ein Buch schreibt ist ein Experte, auch wenn er sich selbst gerne als Ratten-Experten bezeichnet. Oder nehmt ihr auch alles ernst, was z.B. die Bildzeitung schreibt? Sicherlich nicht. Auch ein "Experte" kann sich irren oder eben einfach nur anderer Meinung sein! So manches steht in einigen Büchern drin, das man nicht einfach kritiklos hinnehmen darf! Manche Informationen sind vielleicht auch schon veraltet.

Gerhard Ludwig: S. 26 " [...] In die Öffentlichkeit sollte man Ratten trotzdem nicht mitnehmen. Selbst ein nicht schreckhaftes Tier kann in bestimmten Situationen in Panik geraten, herunterfallen und sich verletzen oder wegrennen. Luftzug führt schnell zu Atemwegsinfektionen [...]"

"Dann strecken sie neugierig ihr Näschen in die Luft. Das ist so niedlich! Sie riechen viele neue Dinge und sehen andere Dinge."
Frische Luft bekommen Ratten auch, indem man hin und wieder einfach mal lüftet!
Männchen machen und riechen bedeutet aber auch: den Feind zu erschnüffeln, die Lage zu checken oder nach etwas Leckerem Ausschau zu halten!
Wie frustrierend muss es für eine Ratte sein, Currywurst und Pommes zu riechen, frische Brötchen beim Bäcker, frisch gemähtes Gras usw. aber nie etwas davon abzubekommen? Warum macht man die Ratten absichtlich so "wuschig" auf Neues, das sie eh nie bekommen dürfen und können? Ratten können nichts vermissen, das sie nicht kennen! Ausflüge nach draußen sind daher total überflüssig. Es ist als würde man einem Gefängnisinsassen Bilder von der Karibik zeigen und sagen: damit du dich fühlst wie im Urlaub!

"Meine Ratte hat keine Bindehautentzündung , sondern es ist das Sekret der Haderschen Drüse."
Da hat jemand gelesen, dass es ein Sekret gibt, das in der sogenannten Hardscher Drüse produziert wird, aber missverstanden, dass dieses Sekret nicht unbedingt mit einer Bindehautentzündung zu tun haben muss.
Das Sekret der Hardscher Drüse kommt vermehrt zum Vorschein, wenn die Ratte krank ist, egal ob Bindehautentzündung oder Schnupfen. Dieses sieht man aber nur, wenn die Ratte krank ist! Gesunde Ratten haben keine verschmierten Augen, denn sie produzieren nicht viel von dem Sekret und wenn, dann putzt eine gesunde Ratte sich dieses weg! Natürlich muss es sich nicht immer gleich um eine Bindehautentzündung handeln, aber vom Sekret verschmierte Augen sind kein gutes Zeichen und einen Gang zum Tierarzt wert. Es kann bedeuten, dass die Ratte unter Stress steht, dass sie einen Schnupfen hat oder sonstiges.

"Ich habe meine Ratte immer bei mir. Die liebt das auf meiner Schulter zu hocken!"
Aber Ratten sitzen doch so gerne auf der Schulter, oder nicht? Nein, nicht alle! Es gibt viele "Schulterhocker", die klettern dem Frauchen am Hosenbein hoch bis sie auf der Schulter Platz nehmen können, oder sie klettern über den Arm auf die Schulter, wenn man im Käfig hantiert. Meistens sind diese Schulterbesuche von kurzer Dauer. Andere Ratten mögen es, in der Wohnung getragen zu werden, andere Ratten sitzen gerne auf der Schulter solange man im Rattenzimmer bleibt. Verlässt man das Rattenzimmer und betritt ein Zimmer, das der Ratte fremd ist, wird sie alles versuchen, um sich im Pulli zu verstecken oder von der Schulter zu springen. Fazit: ja, manche Ratten mögen den Ausblick, den sie von der Schulter aus haben, möchten aber dennoch in ihrem Revier bleiben!
Oft hört man von Leuten, die ihre Ratten mit in die Schule oder sonst wo hinnehmen: "Aber meine Ratte hockt die ganze Zeit brav auf der Schulter oder in meinem Pulli." Aha, ok. Und was soll sie sonst anderes tun? Hat die Ratte denn eine andere Wahl, außer es über sich ergehen zu lassen oder abzuhauen? Deine Ratte kann dir ja leider nicht mitteilen, dass sie lieber zu Hause bei ihren Artgenossen wäre. "Aber wenn ihr das nicht gefallen würde, würde sie mich beißen!" Nein, auch das stimmt nicht. Du bist das geringere Übel, wenn du sie draußen rumschleppst, weiß die Ratte, dass sie früher oder später doch wieder Heim kommt, und von DIR was zu essen bekommt. Warum sollte sie dich beißen?

Noch mehr Infos: Rattenforum.de

Ein fitkives Interview mit einer Ratte: rat-nose.de/haltung_interviews_rumtragen

In einer Ausgabe von "Ein Herz für Tiere "erschien folgender Artikel:

"Bis hierher und nicht weiter

Wanderratten haben einen ganz schön fiesen Ruf: Als Nahrungsschädlinge und potenzielle Krankheitsüberträger sind sie bislange nicht gerade als Sympathieträger in Erscheinung getreten. Dabei haben sie eine Eigenschaft, die als begehrter "Soft Skill" gilt: Sie sind sehr treu - zumindest, was ihr Revier betrifft. Wie US-Forscher in Baltimore nun herausfanden, ist der Aktionsradius der Wanderratten sehr begrenzt. Sie halten sich meist nur innerhalb des Blocks oder eng umgrenzten Viertels auf, in dem sie geboren wurden - und wagen sich nur in Notfällen in unbekannte Zonen vor."

AHU

Quelle: "Ein Herz für Tiere", Nr. 7, Ausgabe: Juli 2009



Wer nicht hören will, muss fühlen ...

 

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