HALTUNG


WARUM AUSLAUF SO WICHTIG IST



Allgemeines zum Auslauf


Kann auf Auslauf verzichtet werden, wenn der Käfig schön groß ist? Dazu gibt es nur eine Antwort: Nein, auf keinen Fall!

Ratten brauchen täglichen, mehrstündigen Auslauf. Bei mir steht meinen Süßen ein ganzes rattensicheres Zimmer zur Verfügung, lediglich mein Arbeitsbereich wurde zur absolut rattenfreien Zone erklärt. Die Viecher haben mir einfach zu viel kaput gemacht und zu viel verschmutzt. Siehe Nebenwirkungen der Rattenhaltung. Der Rattenkäfig soll so eingerichtet sein, dass die Ratten ihn als Zuhause empfinden und nicht als Knast. Ratten wollen sich die Beine vertreten und auf Erkundungen gehen, sich mal gegenseitig durchs Zimmer jagen und mal rennen, ohne gegen Käfigeinrichtung zu stoßen. Natürlich geschieht dies nur, wenn das Zimmer auslaufsicher gestaltet wurde und alle Gefahren im Freilauf beseitigt wurden. In den späten Abendstunden sind sie nicht mehr zu stoppen. Je nach Lust und Laune flitzen sie mal nur ne halbe Stunde, mal aber auch bis zu drei Stunden im Zimmer herum, bis sie schließlich wieder freiwillig ins Bettchen gehen. Ratten brauchen den Auslauf, um geistig und körperlich fit zu bleiben (Tipp, siehe Spiele). Eine Ratte, die niemals oder selten Auslauf bekommt, wird schnell zu fett und stumpft geistig ab. Die Enge im Käfig führt dazu, dass sich die Ratten schnell gegenseitig auf die Nerven gehen und aggressiv werden. Ich kenne das Problem des Käfiggitterknabberns z.B. überhaupt nicht. Das haben meine Ratten noch nie getan. Aber auch im Auslauf wollen Ratten beschäftigt und gefordert werden.

Es ist erwiesen, dass Ratten, die in einer reizarmen bzw. stimulusarmen Umgebung aufwachsen, weniger ausgeprägte Nervenzellen ausbilden, als Ratten, die in einer stimulusreichen Umgebung, als mit Spielzeugen und Artgenossen, leben.


Achtung! Den ersten Auslauf sollten Ratten jedoch erst bekommen, wenn man sich sicher sein kann, dass die Ratten auch wieder zurück kommen und keine Angst vor der menschlichen Hand haben (siehe Freundschaft schließen).

 

 

Sollen die Ratten die Möglichkeit haben 24 Stunden lang in den Auslauf gehen zu können?

Ich war immer stolz darauf ein eigenes Rattenzimmer zu haben, in dem sich die Ratten nach Belieben aussuchen konnten, ob sie Auslauf haben wollen oder nicht. Mein Zimmer ist relativ rattensicher und so kann ich die Tiere ruhig auch unbeaufsichtigt springen lassen. Das klingt doch sooo schön: "Meine Ratten dürfen den Käfig verlassen, wann immer sie wollen!" Vor einigen Monaten bereits bin ich dennoch dazu übergegangen, meinen Ratten eben nicht mehr die Möglichkeit zu geben, ständig in den Auslauf gehen zu können. Warum?

Oft war zu beobachten, dass die Ratten vermehrt einzeln, auch tagsüber, in den Auslauf gingen, je nach dem welche Ratte gerade wach war. Diese Spaziergänge dauerten meist nur wenige Minuten an, denn so ganz alleine draußen gibt es im Auslauf niemanden zum Spielen, keine Ratten, die man durchs Zimmer jagen kann, keine Überraschungen, weil alles immer gleich aussieht. Auslauf war nichts mehr Interessantes, nichts mehr Besonderes.

Der Auslauf musste also wieder zu etwas Besonderem werden, etwas, auf das sich die Ratten freuen und zwar zusammen! Seit ich den Ratten nicht mehr erlaube, den ganzen Tag aus dem Käfig zu kommen, wann es ihnen so passt, gehen sie nun gemeinsam aus dem Käfig und spielen und jagen sich! Sie bubeln miteinander rum. Sie bewegen sich viel mehr! Oftmals sogar zwei Stunden lang, unermüdlich!





Wie gewöhne ich die Ratten an den Auslauf?

  • Der erste Auslauf sollte zunächst nur auf dem Herrchen erfolgen. So gewöhnt sich das Tier an den Geruch des Menschen und lernt, die Angst vor der Hand zu verlieren.

  • Wenn das ganz gut klappt, dann kann der Auslauf erweitert werden, z.B. auf der Couch. Ich empfehle die Ratten auf einer alten Decke laufen zu lassen, damit die Couch nicht unter den Pieselattacken zu leiden hat.

  • Als nächsten Schritt könnte man die Ratten auf den Boden laufen lassen, am besten in einem Zimmer, in dem es keine Versteckmöglichkeiten gibt, aus denen man die Ratten nicht mehr hervorlocken könnte. Der Flur würde sich hier anbieten. Man kann ein paar Häuschen und Kartons aufstellen.

  • Der letzte Schritt wäre dann der eigentliche Auslauf. Es muss gewährleistet sein, dass die Ratten, jeder Zeit zurück in ihren Käfig flüchten können.

  • Ich hatte ein paar Mal schon das Glück, dass meine Jungratten von Anfang an so lieb, zutraulich und freundlich waren, dass sie sofort auf den Boden lassen konnte. Pebbles und Kaba sind nach fünf Minuten bereits im Käfig herumgesprungen und sofort zu mir gekommen, als wäre es ganz selbstverständlich. Nach einer halben Stunde ging's dann ab: raus aus den Käfig, rein in den Käfig... raus aus den Käfig, rein in den Käfig. Bei Zuma und Yuki war es genau so. Kleo und Maja hatten am zweiten oder dritten Tag gemeinsamen Auslauf mit Mr. Miagi.

  • Scheue Ratten müssen einfach etwas länger im Käfig bleiben. Sie müssen erst durch gutes Zureden, vorsichtiges Streicheln und Leckerlis verteilen, an den Menschen gewöhnt werden. Lässt man eine scheue Ratte zu früh in den Auslauf, dann kann es passieren, dass die Ratte extrem gestresst wird, weil sie Angst vor der neuen Umgebung hat und sich verkriecht. Jedes Einfangen würde zu einer Hetzjagd ausarten, bei der die Ratte jedes Mal Todesängste durchstehen muss.

 

Wie gestalte ich den Auslauf?

Ratten brauchen Abwechslung. Selbst wenn der Käfig groß ist, liebevoll und abwechslungsreich eingerichtet ist, wollen Ratten raus! Auch Menschen, die in einer absoluten Luxus-Villa leben und Bedienstete haben, müssen mal das Haus verlassen! Der Auslauf bietet Abwechslung zum tristen Käfigleben.

Im Auslauf können die Ratten:

  • ungehindert rennen und laufen, ohne gegen Einrichtung zu stoßen, oder sich im Weg rumzustehen
  • sich die Füße vertreten
  • miteinander spielen und sich durchs Zimmer jagen
  • versteckte Leckerlis suchen
  • klettern und weit springen
  • neue Dinge entdecken und den Zweibeiner damit zur Verzweiflung bringen

Meine Ratten dürfen ganze Zimmer für sich beanspruchen, außer meinem Arbeitsbereich, der zur absolut rattenfreien Zone erklärt wurde. Dieser Bereich ist mit Hartfaserplatten abgegrenzt. Im Auslauf selbst befindet sich eine Kletterburg, die hin und wieder umgebaut wird. Meine Jungs Mr. Miagi, Geddy Lee und Gizmo bekamen anfangs nur wenig Auslauf, weil sich noch ein paar Weiber im Zimmer befanden, und meine Jungs noch nicht kastriert waren. Meine Pebbles hat es geschafft, diese 80 cm hohen Hartfaserplatten zu bewältigen! Dieses geile Stück! Ein sicherer Verhütungsschutz sind diese Absperrungen also nicht. Keine Angst! Nix passiert, Frauchen war ja dabei ;-) Empfehlenswert ist es, Ratten nicht auf Teppich laufen zu lassen. Wie ihr auch auf den Bildern sehen könnt, habe ich meinen Teppich, dank Ratten, irgendwann rausreißen können und hab ihn durch Laminat ersetzt. Eine Kletterburg in der Mitte des Zimmers macht den Ratten besonders Spaß, dann noch ein paar leere Kartons im Zimmer aufstellen und ein Rattenklo. Etwas zum Spielen schadet auch nicht.

  • Käfigeinrichtung kann man auch im Auslauf aufstellen
  • Man kann kleine Kletterbäume aus z.B. Katzenkratzbäumen machen
  • Pappkartons und Papprollen aufstellen
  • Eine Buddelkiste oder einen Swimmingpool im Sommer aufstellen uvm.



Einige Spielzeugtipps für den Auslauf:
Bei kleintierstaelle in der Schweiz, gibt es prima Auslaufgehege mit Überdachung. Für die Leute, die ihre Ratten leider nicht einfach so im Zimmer laufen lassen können: dringend reinklicken! (Bitte nehmt auf keinen Fall eure Ratten mit nach draußen!)

Der Auslauf bei Ratta-Tui ist auch wunderschön gestaltet.


Wie kann ich eine Auslaufabsperrung basteln?
Die Ratten sollten natürlich nur Auslauf in einer rattensicheren Wohnung bekommen. Zum einen lauern Gefahren für die Ratten, zum anderen ist es auch ganz schön lästig, wenn einem die Ratten alles vollpinkeln oder zerstören (siehe Nachteile). Es muss weder sein, dass man seine Ratten in Gefahr bringt, noch muss es sein, dass man sämtliches Mobliar an die Ratten opfert. Wenn man nicht die Möglichkeit hat wie ich, die Ratten in einem sicheren Zimmer auch mal unbeaufsichtigt springen zu lassen, kann man sich einfache Auslaufabsperrungen basteln.



Als ich für eine Woche nach Griechenland fliegen wollte, musste ich mir überlegen, was ich mit meinen Ratten anstellen sollte. Ich konnte sie unmöglich oben (Maisonettewohnung) lassen, ohne dass jemand 4-5 Mal am Tag nach ihnen schaut, denn es wird im Sommer unerträglich heiß bei mir oben direkt unterm Dach. Andererseits kann ich aber auch nicht von meiner Urlaubspflege verlangen, so oft zu mir nach Hause zu gehen und nach den Ratten zu sehen. Leider war es auch nicht möglich die Ratten beim Betreuer unterzubringen. Also baute ich eine Absperrung aus Hartfaserplatten und schaffte etwas Platz im Wohnzimmer. Ich stellte einen kleinen Kaninchenkäfig in auf und verteilte noch etwas Spielzeug. Im Wohnzimmer war es etwas erträglicher als oben.


Problem: Als wir aus Griechenland zurückkehrten hat es im Wohnzimmer gestunken wie in einer Bahnhofstoilette, die Ratten haben den ganzen Boden vollgesch..., obwohl ein Klo aufgestellt wurde. Einige Ratten hatten es am letzten Tag tatsächlich noch geschafft auszubüchsen, wie ist uns absolut schleierhaft! Wir vermuten, dass sie vielleicht auf das kleine Rampenhaus (Bild in der Mitte) gestiegen sind und somit auf die Hartfaserplatte springen konnten, sich dann entlangbalancierten, auf den nebenstehenden Tisch sprangen, dann auf den Stuhl und schließlich auf den Boden. Eine Ratte nagte Blätter von von meiner Plastikpflanze ab, eine saß auf der Stereoanlage, eine andere machte es sich auf der Couch bequem und eine weitere erwischte ich gerade, wie sie auf den Hartfaserplatten balancierte. Außer der Plastikblume ging glücklicherweise nichts kaput. Also schnappte ich mir sämtliche Ratten, brachte sie wieder nach oben in ihren normalen Käfig, und zückte morgens um vier noch den Staubsauger, um unten den Dreck zu entfernen. Dann wischte ich natürlich noch den Boden. Sowas würde ich heute nicht nicht mehr machen, stattdessen würde ich mich um eine Urlaubspflege kümmern, die auch die Ratten zu sich nach Hause nehmen kann (zumindest im Sommer), im Winter reicht es ja, wenn ein Mal am Tag jemand vorbei kommt und nach den Stinkern schaut.

Geheimtipp: Schaut auch mal unter "Funkenschutzgitter", vielleicht ist das etwas für euch dabei! KLICK






Gefahren im Auslauf

Kabel: Entfernt alle Kabel so gut es geht. Lassen sich einige Kabel nicht verstecken, dann Ratten unter Aufsicht laufen lassen. Es gibt auch Kabelrohre zu kaufen, wo man Kabel verstecken kann. Oder man versteckt sie hinter der Bodenleiste oder unterm Teppich (wobei ich persönlich von einer Rattenahaltung abrate, wenn man einen Teppich hat). Es besteht natürlich Gefahr, dass die Ratte einen tödlichen Stromschlag bekommt oder die Plastikummantelung der Kabel verschluckt und daran stirbt. Außerdem ist es ultra-lästig, wenn man sich alle zwei Wochen eine neue Maus oder Tastatur kaufen kann, weil mal wieder ein Nager zugeschlagen hat.
Tipp:
Kabel lassen sich auch reparieren. Schaut im Baumarkt nach sogenannten Lüsterkabeln oder Crimpverbindern!

Möbel
: Ja, tatsächlich. Selbst einfache Möbel können eine Gefahr sein. Da insbesondere Rattendamen sehr kletterfreudig sind, gelingt es einigen, an den Griffen von Kommoden hochzuklettern, selbst sogar am Türrahmen! Sinn der Sache ist es natürlich nicht, dass es den Ratten gelingt auf sämtliche Möbel zu klettern, von denen sie abstürzen können, Sachen kaput machen können, sich verletzten (z.B. Herdplatte) oder evtl. sogar aus dem Fenster springen
können. Folgendes Video stammt von: Rattenliebe / Klick mich ich bin ein Videobeweis!

Offene Türen und Fenster: Wenn ihr nicht wollt, dass die Ratten abhauen, dann passt auf, dass Ihr Türen und Fenster geschlossen haltet. Auch wenn man nur mal kurz in die Küche will, weil man etwas vergessen hat und die Ratten halten sich gerade im Wohnzimmer auf, sollte man hinter sich die Türe zu machen (aber vorsichtig). Sonst bekommt man vielleicht überraschenden Besuch in der Küche, der dann vielleicht in den offenen Backofen hüpft oder unbemerkt bei den Füßen von Frauchen herumwuselt. Außerdem besteht bei Durchzug die Gefahr, dass die Türen vielleicht zuklatschen und eine Ratte sich gerade im Türrahmen befand.

Wackelige Gegenstände: Sorgt dafür, dass nichts umfallen und Eure Ratten erschlagen kann (z.B. Bügelbrett, das etwas wackelig an der Wand steht).

Angelehnte Besenstiele: In meinem Zimmer ist stets ein Besenstil vorhanden, da doch ziemlich viel Dreck aus dem Käfig rausfällt, z.B. Futterreste und Kot. Da besonders junge und schlanke Ratten sehr kletterfreudig sind, sollte man den Besen entweder irgendwo verstauen, wo die Ratten nicht mehr hinkommen (z.B. rattenfreie Zone) oder den Besen auf den Boden hinlegen. Einige Ratten schaffen es, einen Besenstiel senkrecht hoch zu klettern und erreichen damit Plätze, die nicht für Ratten bestimmt sind (z.B. Fenstersims, Schränke usw.).

Steckdosen: Falls für Ratten erreichbar, am besten mit einer Kindersicherung abdecken.

Kalte Fliesen: Ratten können sich erkälten, unterkühlen oder sich eine Blasenentzündung einfangen.

Pflanzen: Pflanzen können angeknabbert werden. Das ist vor allem schlimm, wenn ihr Pflanzen habt, die für die Pelznasen giftig sind. Diese sind: Agave, Aloe, Alpenveilchen, Amaryllis, Aronstab, Azalee, Bogenhanf, Christrose, Christusdorn, Chrysantheme, Clivie, Dieffenbachie, Efeu, Efeutute, Eibe, Engelstrompete, Farn, Feigenbaum, Fingerhut, Flamingoblume, Geranie, Hakenlilie, Hortensie, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Immergrün, Kalla, Krokus, Kroton, Lebensbaum, Liguster, Mahonie, Maiglöckchen, Mistel, Mittagsblume, Myrte, Narzisse, Oleander, Osterglocke, Passionsblume, Primel, Rizinus, Stechapfel, Virginische Zeder, Wandelröschen, Weihnachtsstern, Wolfsmilchgewächse, Zimmerkalla und Zwergmispel). Abgesehen davon will ich ja meine Wohnung mit Pflanzen schmücken und will, dass sie lange überleben und schön bleiben.

Andere Haustiere: Sind andere Haustiere unterwegs? Hund, Katze? Fressfeinde?

Ratten unterschiedlichen Geschlechts
: Vielleicht haltet Ihr mehrere Ratten, Männchen und Weibchen, in getrennten Käfigen, weil Ihr keinen Nachwuchs wünscht. Dann solltet Ihr nicht beide Käfige gleichzeitig aufmachen! Das sage ich hier an dieser Stelle so ausdrücklich, weil es tatsächlich noch irgendwelche Deppen gibt, die es anscheinend immer noch nicht kapiert haben.


 

Ritze und Schlitze : Ratten kriechen in alle möglichen Schlitze und Öffnungen und kommen oft stundenlang nicht mehr hervor. Das kann dann zu einem langen Such- bzw. Wartespiel werden. In solchen Ritzen können sich die kleinen Nager allerdings auch festklemmen und verletzen. Also Schlitze stopfen! Ratten gehen auch mal gerne in den offen gelassenen Kleiderschrank und gestalten die neu gekauften Klamotten rattenmäßig um. Wenn man davon nichts merkt und die Türe schließt, kann man vielleicht eine Ratte zerquetschen oder böse am Schwanz erwischen.

Chemikalien: Meine Ratten dürfen nicht ins Bad oder in die Küche (irgendwo muss ja auch mal Schluss sein!). Im Bad lauern Gefahren: So können die Kleinen entweder hinter die Waschmaschine und dort Kabel und Schläuche anknabbern oder den Karton Waschpulver anknabbern (Ich weiß nicht, ob Persil so ein gutes Rattenfutter ist! Ich kann's mir nicht vorstellen).

Mülltüten: Meine Ratten lieben (leider) Tüten, die rascheln so schön und es gibt spannende Sachen zu finden. Entweder reißen sie die Tüten auf, so dass der ganze Müll rausquillt oder sie gehen in die Tüte rein (Erstickungsgefahr) und fressen irgendeinen Müll (z.B. vollgerotzte Tempos), bzw. tragen ihn durch die Wohnung. Das muss wirklich nicht sein!

Kissen und Couch: Es spricht nichts dagegen, dass man seine Lieben auf die Couch mitnimmt. Da machen es sich die kleinen Kerlchen gerne unter der Couchdecke oder unter Kissen bequem. Aber: immer aufpassen, wo man sich hinsetzt! Trotzdem würde ich davon abraten, Ratten mit auf die Couch zu nehmen, da auch hier markiert wird.

Aschenbecher
: Grundsätzlich sollte in dem Zimmer, in welchem sich die Ratten aufhalten nicht geraucht werden, da Ratten so oder so krebsanfällig sind und sehr oft unter Atemwegserkrankungen leiden. Wenn also noch ein Aschenbecher in Reichweite ist, dann...weg damit!

Lieblingssachen
: Eure besten Stücke sollten sich nicht gerade in Rattenreichweite befinden. Ratten nehmen keine Rücksicht auf "While Heaven Wept" Longsleeves, Bücher oder Schallplatten, die man irgendwann 1984 gekauft hat und die damals handsigniert wurden. Das Gleiche gilt für den Wäschekorb. Der sollte nicht auf dem Boden stehen, wenn die Pelzis unterwegs

Herrchen und Frauchen: Wenn Ratten durch die Wohnung laufen, muss man sich besonders vorsichtig durch die Wohnung bewegen. Oft wuseln die Pelznasen an den Füßen herum, weil sie auf die Schulter hoch krabbeln wollen oder nach Leckerlis betteln. Bevor ich das Rattenzimmer betrete ziehe ich immer meine Schuhe aus, damit ich sofort merke, wenn jemand mal wieder in der Nähe von meinem Stinkefuß ist.

Krankes Frauchen: Krankes Frauchen sollte dem gesunden Herrchen die Pflege der Ratten solange überlassen, bis sie wieder gesund ist. Ratten lassen sich leicht mit einem Schnupfen o.Ä. von ihrem Besitzer anstecken und stecken sich wiederum untereinander an. Also, wenn man krank ist, lieber nicht mit den Ratten kuscheln.

Rattenhasserbesuch: Manche Menschen haben einfach Angst vor Ratten oder Tieren im Allgemeinen. Andere hassen einfach nur Ratten oder finden sie eklig. Tja, so ist das eben. Man sollte die Tiere dann natürlich nicht dort herumspringen lassen, wo sich der Besuch aufhält. Ebenso sollte man nicht „Überzeugungsarbeit“ leisten, wenn der Besuch einfach kein Bock auf diese Tiere hat. Andere, die sich die Tierchen „nur mal vom Weiten anschauen“ wollen, werden dann vielleicht auch mutig und geben zu, dass Ratten gar nicht so eklig sind und trauen sich sogar sie vielleicht zu streicheln. Aber das muss der Gast selbst bestimmen, wann er Kontakt mit der Ratte haben will und wann nicht.

 

Darf ich Ratten auf der Schulter oder im Pulli herumtragen?

Ja klar, aber nur, wenn die Ratte es selbst will! Und natürlich NUR IN DER WOHNUNG, auf keinen Fall draußen!

Einige Ratten nehmen sehr gerne Platz auf der Schulter. Insbesondere kletterfreudige Rattendamen klettern dem Zweibeiner gerne am Hosenbein hoch, um auf der Schulter Platz zu nehmen. Von dort aus haben sie einen schönen Ausblick und sie erleben viele neue Gerüche.

Andere Ratten widerum sind überhauptkeine Schulterhocker und wollen das überhaupt nicht! Dazu zwingen sollte man die Ratten auf keinen Fall, sie würden eher runterspringen! Das Herumtragen sollte man aber auch nicht übertreiben. Meist haben die Ratten nach wenigen Minuten auch kein Interesse mehr daran.



Wie fange ich eine ausgebüchste Ratte wieder ein?

Diese Frage stellen sich viele Rattenhalteranfänger. Man sollte Ratten erst in den eigentlichen Auslauf lassen, wenn sie absolut zutraulich sind und zurückkommen, wenn man mit de Leckerlidose klappert oder ihren Namen ruft. I.d.R. ist das auch so. Ich hatte noch nie Probleme meine zahmen Ratten wieder in den Käfig zu verfrachten. Entweder gehen alle von alleine rein, wenn sie das Geräusch vom Napfbefüllen hören oder sie drehen noch draußen ihre Runden. Wenn man sie ruft, kommen sie her, man hebt sie hoch und bringt sie in den Käfig.
Jetzt kann es aber auch mal passieren, dass eine neue, recht flutschige und ängstliche Ratte aus der Hand springt oder aus dem Käfig ausbüchst. Ratten sind schließlich Weltmeister im Käfige öffnen. In diesem Fall sollte man auf keinen Fall die Jagd auf die Ratte eröffnen, denn dabei steht sie Todesängste durch. Die Ratte ist vermutlich sowieso schon irritiert und verängstigt, weil sie sich in einer für sie fremden Umgebung befindet. Wenn man weiß, wo der Racker sich befindet, würde ich einfach den Käfig in ihre Nähe stellen und rings herum Hartfaserplatten oder Kartons aufstellen, um ihr den Weg abzuschneiden. Sie wird schon von alleine dort wieder hingehen, wo das Futter und das Wasser sich befinden.
In harten Fällen könnte man zu einer Lebendfalle greifen, was aber ausdrücklich betont ist: das ist sehr stressig für die Tiere und eine Verletzungsgefahr besteht immer.
Man kann sich vorsichtig auf den Boden legen, mit leiser Stimme sprechen und die Ratte mit Leckerlis locken und dann im richtigen Moment flink zugreifen. Ruhig ein kleines Leckerli geben und sie fressen lassen, damit die Ratte kapiert, dass sie vor dem Menschen nichts zu befürchten hat. Beim dritten Mal kann man "zuschlagen".
Meine Bumble war so eine, die nie in den Käfig zurück wollte (hatte aber seine Gründe, lange Geschichte). Ich holte meist meine alte Fipsy aus dem Käfig, die ging dann zu der ausgebüchsten Ratte hin. Wenn Fipsy dann in den Käfig ging, ist der Ausreißer meist der Ratte gefolgt.

Wenn man festgestellt hat, dass eine Ratte fehlt, man aber nicht weiß, wo sie sich überhaupt befindet, kann man Mehl auf den Boden streuen, um eventuell Fußstapfer zu erkennen.

Pepe hat hierfür eine geniale Lösung gefunden:

Keine Ahnung was das sein soll?? Man braucht schon viel Fantasie, um drauf zu kommen. Aber die scheint Pepe offensichtlich zu haben ;-) Dies hier ist eine simple Lebendfalle, die jeder in wenigen Minuten gebastelt hat. Sie ist ideal, um in den Laufwegen einer ausgebüchsten, scheuen Ratte aufgestellt zu werden. Bedrohlich dürfte das Rohr nicht auf die Ratte wirken, denn schließlich ist es etwas, worin sich die Ratte verstecken kann, was sie sicherlich früher oder später tut, wenn man vielleicht sogar noch das eine oder andere Leckerli im Rohr versteckt hat. Versteckt sich die Ratte im Rohr, dann zieht man einfach an der Schnur, das Rohr rollt zwischen die zwei Scheiben und wird somit von beiden Seiten geschlossen. Kein Entkommen mehr ;-) Die zwei Bierdeckel sorgen dafür, dass das Rohr nicht von selbst wegrollt.

Danke an Pepe für die tolle Idee und dafür, dass du mir erlaubt hast, das Bild deiner Erfindung zu benutzen!

 


Wie sieht ein rattensicheres Zimmer aus?

Ich lebe in einer Maisonettewohnung. Zum oberen Zimmer führt eine Wendetreppe hinauf. Da Ratten gerne mal an den unmöglichesten Stellen herumklettern und natürlich dabei auch abstürzen können, habe ich am Treppengeländer einfache Hartfaserplatten mit Draht festgezurrt. Natürlich auch zum Schutz vor nagewütigen Ratten. Bisher hat es -toi toi toi- noch keine Ratte gewagt, das Treppengeländer oder meine Möbel anzuknabbern. Theoretisch könnte dies aber passieren.
Im Zimmer steht ein Expedit-Raumtrenner. Ich habe hinten einfache Hartfaserplatten draufgenagelt, damit die Ratten nicht in meine Arbeitszone durchdringen können. Meine Arbeitszone, die mehr an einen Laufstall erinnert *lach* ist dringend nötig! Sie ist absolut rattenfreie Zone! Ich hatte es einfach satt, ständig vollgepinkelte und zerfetzte Bücher aufzufinden und ständig neue Druckerkabel kaufen zu müssen.
Hartfaserplatten habe ich eben somit einfachem Klebeband am Traumtrenner festgeklebt. Ich muss die Platten lediglich zur Seite klappen, um in meine rattenfreie Zone zu gelangen. Anschließend mache ich hinter mir wieder zu, in dem ich die Platte einfach zwischen zwei Streben des Treppengeländers schiebe. Wie ihr oben sehen könnt, habe ich mir ein ca. 2 qm großes eigenes Reich geschaffen, in dem Ratten nichts verloren haben. Der Rest des Zimmers ist für die Ratten. Außer den Tapeten können sie im Grunde genommen nicht kaput machen, zumindest nichts, das ich nicht entbehren könnte. Da die Schränke eh häßlich und total fehlkonstruiert sind, ist es mir egal, wenn sie diese anknabbert würden, was sie bisher aber nicht getan haben

Wie ihr sehen könnt, steht ein Rattenklo im Zimmer, Die Ratten gehen entweder hier aufs Klo oder zurück in den Käfig. Der Boden wird jeden Abend gefegt und zwei Mal in der Woche feucht gewischt. Die Bilder unten sind aus der Sicht von meiner rattenfreien Zone aus fotografiert. Links, was ihr hier nicht sehen könnt, steht der Raumtrenner und es geht nochmal um die Ecke wo der Käfig steht und rechts ist ebenfalls noch Platz, dort geht es auch die Treppe runter.

Und hier ein nettes Video, das ich auf Youtube gefunden habe! Danke chilli019!
 

 

Meine neue Auslaufzone für die Urlaubszeit




Oder doch nicht so rattensicher wie ich dachte?


Kurzes Offtopic: (Ähäm... ja, ich bin ein riesen "Lost"-Fan und finde Sawyer ziemlich gut ;-) )

Ich war Jahre lang der Meinung: ja, mein Zimmer ist absolut rattensicher! Keine Frage! Aber da hatte ich auch noch keine Bloody und Pitu, zwei Rattendamen, die mich schier zur Verzweiflung gebracht haben!

Meine Bloody machte mich irre, indem sie ständig in der rattenfreien Zone, meinem Bürobereich auftauchte. Nichts ahnend sitzt man da am Computer und kriegt plötzlich fast 'nen Herzkasper, weil man plötzlich in den großen Zeh gezwickt wird, weil plötzlich etwas Pelziges zwischen Tastatur und Maus hervorglotzt und einem den Finger abschleckt, weil plötzlich jemand meint, er müsste mit seinen Krallen ein nacktes Bein hochklettern usw.

Ich habe WOCHEN gebraucht, um herauszufinden, wie die kleine rote Kröte das anstellte, denn sie wusste natürlich ganz genau, dass sie in dem Bereich nichts zu suchen hatte, deshalb tat sie es immer ganz klammheimlich. Also versteckte ich mich in der Abstellkammer und beobachtete, wie das Biest sich außen am Treppengeländer vorbeibalancierte! Mein Herz ist mir fast stehen geblieben, denn es geht da gut 3 m runter! Wer konnte denn ahnen, dass man das Treppengeländer auch noch von hinten sichern muss?? In 5 Jahren hat das keine einzige Ratte herausbekommen! Was soll's, dachte ich mir und befestigte hinten eben auch eine Hartfaserplatte. Somit war keine Möglichkeit mehr vorhanden, sich hintenrum anzuschleichen. Endlich Ruhe dachte ich! Von wegen!! Bloody war wirklich sehr zielstrebig und clever und fing an das Klebeband abzureißen, mit denen ich die Hartfaserplatten an meinem Expeditregal befestigt habe. Also legte ich einen drei Kilo Stein davor. Auch das schien die Ratte nicht zu stoppen!! Sie machte sich an der Rückseite meines Expediregals her und wollte sich tatsächlich durchknabbern!! Dieser Teufel!! Ich überlegte mir, Leisten zu kaufen und diese einfach anzubringen, aber da gerade Feiertage waren, hatten alle Bauläden geschlossen. Bloody ärgerte mich noch eine ganze Weile bis ich zu härteren Maßnahmen griff. Ich schmierte ein paar Tropfen Tabasco an die Stelle, an der sie ständig knabberte und ich sah noch nie eine Ratte so schnell flitzen :) Ein wenig tat mir Bloody schon leid, aber ich stellte ihr gleich Wasser und Brot hin. Sie ging nie wieder an diese Stelle :)


Schließlich fing irgendwann Pitu an, mich in den Wahnsinn zu treiben. Ich machte den Fehler, dass ich nach dem Putzen des Käfigs, den Küchenrollwagen nicht genug zur Seite schob, so konnte Pitu drauf springen, auf das Treppengeländer springen und meinen Schreibtisch verwüsten ;-)
Ok, das war mein Fehler. Ich schob den Wagen zur Seite und hoffte, dass Pitus Auslauf in mein kleines Reich eine einmalige Sache war. Von wegen. Ich wusste nicht, dass Ratten sooo gute Kletterer sind, denn Pitu kletterte an dem dicken Treppenbalken links nach oben, um dann wieder auf meinem Schreibtisch zu landen! Also schmierte ich den Balken mit Sonnenblumenöl ein, so dass jeder Versuch, daran hochzuklettern kläglich scheiterte.
Ich war der festen Überzeugung, dass ich den Kampf Mensch-gegen-Ratte erfolgreich gewonnen hatte. Pah! Inzwischen kam Pitu auf die Idee, dass man sich an den Gittertreben des Treppengeländers hochkämpfen kann (Weg 2)! Heute muss ich immer meinen Chefsessel von innen gegen die Hartfaserplatten stellen, damit Pitu keine Chance mehr hat, in mein kleines Reich zu gelangen.

Darf ich Ratten mit nach draußen nehmen? NEIN!!