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Gibt es den tierfreundlichen Zooladen wirklich?

Gegen den Verkauf von Tieren in Zoohandlungen
Ich bin ein absoluter Gegner von dem Verkauf von Tieren in Zooläden - nein, ich bin kein Gegner von Zooläden ohne Lebendtierverkauf!

Artgerechtes Zubehör findet ihr bei www.rodipet.de oder www.zooplus.de
Auf einer weiteren Seiten habe ich mich ausführlich mit dem Thema auseinander gesetzt. Bitte nehmt euch die 3 Minuten Zeit, euch die Seite anzuschauen und nehmt euch mal 10 Minuten Zeit, darüber zu reflektieren, ob es euch egal ist, wo ihr euer geliebtes Haustier herbekommt:
Gegen den Verkauf von Tieren in Zoohandlungen.
Und nehmt euch die Zeit für das Aufklärungsprojekt gegen den Lebendtierverkauf.

Gegen Zooladenkäufe


Nicht auf Slogans hereinfallen!
Viele Tierhandlungen werben mit Slogen, dass ihnen "Die Tiere am Herzen" liegen, oder dass sie "Ein Herz für Tiere haben" oder ihnen ganz besonders wichtig ist, dass die Tiere, die sie verkaufen "Artgerecht gehalten werden sollen" und dass sie speziell in diesem einen Laden laden "fachmännisch beraten werden" und nur "artgerechte Einrichtung und artgerechtes Zubehör" für ihr Familienmitglied bekommen. Das klingt immer so schön, ist aber leider absoluter Quatsch, zieht aber Kunden an.

Jeder Laden braucht zum Existieren Geld und will Gewinn machen, also ist das das Anliegen eines jeden Zoofachgeschäfts. Wäre ihnen das Tierschicksal wirklich so wichtig, würden die Leute in Tierheimen und Pflegestellen arbeiten und nicht in Massen nachgezüchtete Tiere verkaufen! Zooladenverkäufer verkaufen sicherlich keine Tiere aus Nächstenliebe, weil sie einsame Menschen glücklich machen wollen!

Diese Slogans ziehen naive und uninformierte Kunden an, denn diese meinen fachmännische Beratung durch das Verkaufspersonal zu bekommen, wenn sie sich ein Tier kaufen. Es ist sehr einfach, einem uninformierten Kunden irgendwas vom Pferd zu erzählen und so zu klingen, als würde man sich ganz besonders gut auskennen. Genau diese Naivität und Unwissenheit wird bewusst ausgenutzt, um den Umsatz anzukurbeln. Die Leidtragenden sind immer die Tiere!

Niemand kann einem in einem wenige Minuten dauernden Verkaufsgespräch die artgerechte Haltung irgendeines Tieres beibringen! Das ist schlicht unmöglich, auch wenn man tatsächlich mal an einen kompetenten Berater stoßen sollte. Außerdem, wer kann sich die vielen Infos schon merken?

"Artgerecht" und "Dem Tier zu Liebe"
Wie gesagt, benutzen Zoofachläden gerne Slogans, die dem Kunden vermitteln sollen, dass ihnen speziell dein Tier am Herzen liegt.

Dann stellt man sich aber als Tierhalter, der seine Tiere wirklich artgerecht hält, weil er eben gut informiert ist, die Frage, warum man in einem Laden, der von sich behauptet, besonders tierfreundlich zu sein, nahezu nur tierschutzwidriges Zubehör verkauft! Ganz einfach, weil der naive Kunde glaubt, er würde etwas Gutes kaufen, wenn es schlecht fürs Tier wäre, würde es ein verantwortungsvoller Tierladen ja sonst nicht verkaufen! Kein Kunde hat böse Absichten, wenn er Zubehör für Tiere kauft. Er verlässt sich darauf, dass man ihm nichts andreht, das schädlich sein könnte. Und er wird eben extrem misstrauisch, wenn das Zubehör unerwartet teuer ist. Deshalb kauft der Kunde lieber viel unnötiges und billiges Zeug, als nur das nötige artgerechte, aber vielleicht teurere Zeug.
Klar, der naive Kunde sieht seinen Einkaufswagen und stellt fest: "Wow, ich habe bei XY 200,- € liegen lassen und der Einkaufswagen ist Rand voll!" Er lacht den Kunden aus, der bei XZ gekauft hat, nur einen halb vollen Wagen hat und etwa die Hälfte an Käfigzubehör, aber den gleichen Preis hingelegt hat. Nur hat der Kunde XZ eben Sachen gekauft, über die sich sein Haustier freut und keine Sachen, die sein geliebtes Haustier krank und den eigenen Geldbeutel leer machen.
Nur weil "artgerecht" drauf steht, hat das noch lange nicht zu bedeuten, dass das Zubehör tatsächlich artgerecht ist! Beim Wohnungskauf liest man doch auch zwischen den Zeilen! Wenn da steht, dass Handwerker ihre Freude an dem Haus haben werden, dann heißt das, dass das eine Bruchbude ist!

Naivität und Dummheit der Kunden
Manche Zooläden halten ihre Tiere absichtlich schlecht, weil sie mit dem Mitleid des Kunden rechnen! Ja, und die Kunden sind auch meist so dumm, Tiere freizukaufen! Dem Tierverkäufer sind die Beweggründe für den Kauf der Tiere völlig egal. Ihm ist es egal, ob das Tier verschenkt werden soll, aus Mitleid gekauft wurde, ein Haustier werden soll oder Schlangenfutter, oder nur kurze Zeit als Streicheltier im Streichelzoo einer Schulverantstaltung hinhalten soll. Ihm ist es ebenso egal, ob der Hamster in einem gefährlichen Laufrad mit Schereneffekt rennt, ob er dazu gezwungen wird in einem Joggingball zu rennen, ob er das neue Spielzeug für eine 5 Jährige werden soll usw.

Nachfrage bestimmt das Angebot!
Wenn man Tiere kauft, sorgt man dafür, dass wieder welche nachproduziert werden. Das ist bei der Massentierhaltung (Fleischindustrie) nicht anders. "Aber jetzt ist die Kuh schon tot, dann kann ich sie auch essen!" Und wieder hat jemand rein gar nichts verstanden!

Massentierzucht kann nur aufhören, wenn WIR aufhören Fleisch aus Massentierzucht zu kaufen und Haustiere im Laden zu kaufen!


Hat sich in den letzten Jahren etwas verbessert?
Ich behaupte: Nur unwesentlich. Viele kleine Familienbetriebe halten ihre zu verkaufenden Tiere nach wie vor wie sie es auch vor 20 Jahren taten. Große Zoohandelsketten haben hingegen einen Ruf zu verlieren und sorgen dafür, dass zumindest dafür, dass der Laden zumindest optisch einen guten Eindruck macht. (Man erinnere sich an diverse Skandale) Der uninformierte Kunde (und das entspricht leider dem Großteil) findet pompös eingerichtete Zoohandlungen als super artgerecht. Nur weil ein Zooladen mit schicken Wasserfällen und einem breiten Sortiment an Tierzubehör vorweisen kann, macht es ihn nicht zu einem tierfreundlichen Laden. Der kritische Blick zeigt schnell auf, dass der erste Eindruck leider immer täuscht:

  • Rudel- und Schwarmtiere werden nach wie vor einzeln verkauft, auch wenn es zaghafte Versuche gibt den, Kunden dazu zu ermutigen, mehrere Tiere zu kaufen. (Z.B. Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Vögel ... "Beim Kauf von zwei Tieren, bekommen Sie das zweite zum halben Preis.")

  • Diese Aufforderungen werden vom Kunden oft missinterprätiert. Sie denken, dass der Verkäufer ihnen nur mehr Tiere aufquatschen will. Warum der Kauf von mehreren Tieren geraten wird, nämlich, damit Rudeltiere nicht alleine leben müssen, ist ihnen nicht klar, denn das Schild "kaufe zwei, zahle 1,5" ist suggeriert, dass der Laden Umsatz machen will (was auch so ist), von der Notwendigkeit in Bezug auf Rudeltiere steht kein Wort geschrieben!

  • Tiere werden nach wie vor an sozialen Abschaum der Gesellschaft verkauft (Warum darf jeder asoziale Drecksack in Deutschland Tiere halten? Schaut euch mal diverse Videos in Videoportalen an! Da kriegt jeder halbwegs informierte Tierhalter einen Brechreiz!)

  • Tiere werden zwar vom Personal nach Geschlechtern getrennt, nur unterlaufen ständig Fehler oder die Tiere kommen bereits trächtig vom Massenzüchter.

  • Tierschutzwidriges Zubehör ist immer noch nicht aus den Regalen entfernt worden!

  • Der Kunde ist nach wie vor König! Man erzählt dem Kunden was er hören will!

  • Es werden nach wie vor Exoten verkauft (Suger Glider, Weißbauchigel, Faultiere, diverse Reptilien, Deutsche Riesenkaninchen, Katzen- und Hundewelpen...) Muss man wirklich jedes Tier haben?

  • Selbst wenn ein sehr guter und ehrlicher Verkaufsberater da ist, hat dieser gar nicht die Zeit den Kunden über artgerechte Haltung einer bestimmten Tierart zu informieren. Man kann sich die Hamster-, Ratten-, Mäuse-, Meerschweinchen- und Kanichnenhaltung nicht mal kurz in einem 10 minütigen Gespräch erzählen lassen!

  • Ein wenig Bewunderung habe ich für den Zoo Zajac in Duisburg! Der beste Beweis dafür, wie dumm Kundschaft sein kann, und Herr Zajac schafft es genau diese auszunutzen und zu seinem Vorteil zu machen. Was für ein Geschäftsmann! Die Empörung ist groß, die Presseberichte ausschließlich negativ und der Laden boomt trotzdem! Wow! Und Herr Zajac lacht zurecht darüber! Er ist Geschäftsmann und freut sich auch über die negative Presse, letztendlich ist das für ihn (und Recht hat er) die beste Werbung für seinen Laden! (Ich bin mir über die Ironie bewusst, dass ich gerade selbst für den Laden Werbung mache, daher halte ich mich kurz). Stolz lässt er sich fotografieren mit seinen Exoten (Schlangen, Krokodilen, Faultieren), trägt fette Goldklunker um die Speckfinger... Der Zoo Zajac ist der beste Beweis dafür, dass eigentlich alles erlaubt ist, auch der Verkauf von Katzen- und Hundewelpen. Als Geschäftsmann macht Herr Zajac absolut alles richtig! Tierliebe? Quatsch! Geld! Geschäft! Er ist ein Genie! Und jeder Tierkäufer unterstützt genau das! Dass sich unsympathische Tierhändler den Wanzt vollschlagen, fette Klunker tragen und Tiere leiden und sterben. Und die meisten Tierkäufer reden sich auch noch ein, dass sie den Tieren einen Gefallen tun, wenn sie sie dort "freikaufen" und der Mann mit den Klunkern, reibt sich die Hände und freut sich.

Und ja, die meisten Zoohandelsketten begehen tatsächlich keine Straftaten, sie halten sich akribisch an die vorgegebenen Bestimmungen und erfüllen alle Auflagen. Daher kann man den meisten Läden auch wirklich nur sehr schwer und selten ein begangenes Unrecht an den zu verkaufenden Tieren unterstellen. Woran liegt das? Das liegt ganz einfach daran, dass wir einfach nur ein mega-lasches und überholungsbedürftiges Tierschutzgesetz haben! Unser Tierschutzgesetz erlaubt es ja den Zoohandelsketten ihre Tiere so zu verkaufen! Das ist ein echtes Armutszeugnis! In Österreich z.B. ist es gesetzlich verboten, Rudeltiere einzeln zu halten.

Auch wenn ich mit so radikal organisierten Tierrechtsorganisationen nicht immer ganz konform bin, finde ich doch diese Forderung gut:
peta.de (Haustiere)
peta.de (Heimtierschutzgesetz)
peta.de (Haustiere)
peta.de (adoptieren statt kaufen)
peta.de (Zoohandlungen - Jeder Kunde macht sich mitschuldig)

Einige Petitionen (das soll kein Aufruf sein, ob ihr dort mitmachen wollt oder nicht ist eure eigene Entscheidung. Ihr seid selbst dafür verantwortlich, wem ihr eure Daten geben wollt.)
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=16997 (Petition gegen Lebentierverkauf)
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=17990 (Petition für Regelungen zur Haltung von Tieren)

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Lob mit Einschränkungen
Einige Zooladenbesitzer haben erkannt, dass einigen Kunden heutzutage informierter und kritischer sind. Das hat vor allem mit der Aufklärungsarbeit auf diversen tiefreundlichen Internetseiten zu tun. Viele Kunden vergleichen Produkte und Preise, unterhalten sich in Internetforen und tauschen sich aus. Man kann den Kunden von heute vielleicht nicht mehr ganz so einfach etwas vormachen, wie vielleicht noch vor 15 Jahren.

Einige große Zoohandlungsketten haben erkannt, dass zwar einfach ist mit dem Mitleid der Leute zu spielen, aber andererseits die Aufrufe der Leute, die sich gut vor Mitleidskäufen schützen können sehr laut sein können! Einerseits hoffen die Verkäufer, dass viele Menschen sich die Tiere aus Mitleid kaufen, andererseits können es sich die Verkäufer heutzutage fast nicht mehr erlauben, die Tiere so billig wie möglich zu halten, denn ein Ruf ist schnell ruiniert.

Eine Zoohandlungskette bietet Videoclips auf der Homepage an, die die Kunden aufklären sollen, wie bestimmte Tiere zu halten sind. Ebenso fordert sie Kunden auf, keine spontanen Weihnachtseinkäufe in Form von Tieren zu machen. Finde ich schon mal nicht schlecht, wenn diese Zoohandlungskette jetzt selbst noch danach handeln würde! Sie macht die Kunden zwar aufmerksam: "Kauft lieber keine Tiere als Weihnachtsgeschenk", verkaufen tut sie Tiere aber trotzdem! Warum sagen diese Zooladenketten nicht einfach: "Aufgrund von Spontaneinkäufen werden wir einen Monat lang keine Tiere verkaufen!" Ganz einfach: Man ist seinem Lieferanten ja auch eine bestimmte Warenabnahme schuldig und dem Kunden will man seinen Wunsch nach einem Weihnachtsgeschenk auch nachkommen.

Die meisten großen Zoohandlungsketten sind bemüht den zukünftigen Haustierhaltern wenigstens Info-Flyer mitzugeben, denn den Kunden kann man ja leider nicht dazu zwingen sich ein Buch zu kaufen. Die Absicht ist lobenswert, würden die Infos nicht lediglich darauf abzielen, dass der Kunde ganz spezielles Zubehör im eigenen Laden kauft. Die Inhalte der Info-Flyer sind oft mehr als fehlerhaft und eben auf Umsatz ausgerichtet. Eine Zooladenkette hat ganz neue Infoflyer eingeführt, die ich für ganz gut halte, weil zumindest keine gesundheitsgefährdenden Tipps drauf standen. Leider werden auf absolut KEINEN dieser Infoflyer Literatur-Empfehlungen gemacht oder Hinweise zur weiteren Recherche oder gar Hinweise zur Notfallvermittlung gegeben. Dies suggeriert, dass es völlig ausreicht, wenn man sich einen (fehlerhaften und umsatzorientierten) Infoflyer durchliest.

Es ist lustig. Ich sammel gerne alle Flyer, die ich finden kann. Und wirklich NOCH NIE hatte ich einen InfoFlyer in der Hand, der nicht voll von gravierenden Fehlern gewesen wäre! Egal um welche Tierart es sich handelt. Und das waren wirklich Flyer von renomierten und bekannten Zooläden.

Insgesamt ist das Sortiment an Haustierartikeln viel breiter geworden. Viele Artikel sind jedoch einfach als tierschutzwidrig einzustufen, aber das Haustier von heute kann sich auch über mehr Spielzeug und Beschäftigung freuen, als noch das Haustier von vor 15 Jahren. ;) Schön hingegen ist der Trend "Back to nature", so kann man mittlerweile neben den üblichen Dickmachern auch Kräutereimer finden und Naturbelassenes.

Es gibt jetzt mehr Futteranbieter auf dem Markt, die naturbelassenes (ohne Zucker, Dickmacher, Farbstoffe, Lockstoffe) Futter anbieten.

Letztendlich ist das alles aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Schaut her

 


Mut haben, den Kunden zur artgerechten Halgung von Haustieren zu erziehen

Leider ist es ja so, dass der Handel mit Tieren als Ware in Deutschland nicht verboten ist. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass die Leute endlich verstehen, dass es den Handel mit Tieren so lange geben wird, so lange die Nachfrage so groß ist. Tatsache ist ja auch, dass es vielen Kunden einfach piep schnurz egal ist. Sie wollen ein Haustier, also gehen sie in den Zooladen. Ist ja auch ihr gutes Recht.

Petition (Petition gegen Lebentierverkauf)

Aber kann man nicht wenigstens das Tierleid verringern?


Ich finde, ein Zooladen, der sich damit rühmen will, dass ihm besonders das Wohlergehen der Tiere am Herzen liegt und dass er dem Kunden die bestmögliche Beratung geben will, der soll auch endlich mal danach handeln!

Es ist nichts leichter als in Deutschland ein König zu werden! Man muss nur irgendwo etwas kaufen wollen, schwups, wird man zum König! Leider muss man keinen Eignungstest dafür bestehen. Jedes noch so beschränkte Pantoffeltierchen kann in Deutschland ein König werden, wenn es nur etwas kauft!

"Der Kunde ist König" ist ein Spruch, den ich gelernt habe zu hassen wie die Pest (Ich habe lange mit Kunden zu tun gehabt!). Er gibt wirklich jedem mit einem gestörtem Sozialverhalten das Recht, sich aufführen zu können wie ein Arschloch. Leider verkauft man auch an solche Leute Tiere!

Meine Bitte an Kunden: Reflektiert mal euer eigenes Kaufverhalten!
Meine Bitte an Verkäufer: Habt mal den Mut eure Kunden etwas zu erziehen - das geht! So etwas nennt man Verkaufsgeschick und Überzeugungskraft!

Was ist denn schon dabei, wenn man einen Kunden dadurch vergrault sich ein Tier zu kaufen? Wenn man doch angeblich so tierlieb ist, wie viele Zooladenverkäufer behaupten, dann sollte man sich doch eigentlich für das Tier freuen, dass ihm ein qualvolles Leben erspart geblieben ist.

Im Nachhinein stellen Kunden oft fest, dass der Artikel (Zubehör) den sie gekauft haben, Schrott ist. Auch diesen Kunden kann ich damit vergraulen! Zwar nicht so schnell wie den Kunden, dem ich kein Tier verkaufen wollte, aber dafür eben ein paar Wochen später! Vergraulen ist Vergraulen, ob ich es sofort tue oder es ein paar Wochen später passiert spielt keine Rolle.

Der Kunde, dem ich kein Tier verkauft habe, hat ja ohnehin nicht wirklich Interesse am Tier und wird vielleicht überhaupt nicht zur Konkurrenz gehen. Meist sind diese Leute auch froh, wenn ihr spontaner Tierkauf ein Ende hat und das Tier endlich mal von alleine gestorben ist. Sie versorgen das Tier mit dem Nötigsten, um es am Leben zu erhalten, da reicht dann auch das billig-Futter aus dem Supermarkt. An diesen Kunden ist doch eh kein Geld zu verdienen!

Und überhaupt: Wer sagt denn, dass wirklich jeder Kunde nicht dazu bereit ist, für etwas Mehrkosten ein artgerechteres Leben für die Tiere zu ermöglichen? Es ist doch immer Sache von Verhandlungstaktik und Verkaufsgeschick! Man muss dem Kunden klar machen, dass man lieber weniger aber vielleicht artgerechteres Zubehör kaufen soll, anstatt viel, aber günstigere Einrichtung, die aber völlig blödsinnig ist! Wenn ich einfach kein tierschutzwidriges und billiges Zubehör mehr in meinem Verkaufssortiment habe, dann kommt der Kunde vielleicht gar nicht auf die Idee zu sagen, "das Laufrad drüben reicht völlig aus und ist billiger."

Auf Kundensprüche wie "Aber im Laden XZY habe ich anderes Laufrad gesehen, das war viel billiger!" Kann man ganz einfach entgegensteuern und dem Kunden ein schlechtes Gewissen einreden: "Wenn ihnen die Gesundheit und Lebensfreude des Tieres völlig egal ist, und es ihnen egal ist, dass sie sich in zwei Monaten ein neues Laufrad kaufen müssen, weil sie merken, dass dieses Laufrad nur Krach macht, schwer zu reinigen usw. ist, dann kaufen sie sich das Laufrad dort. Sie werden sehen, in spätestens zwei Monaten stehen sie wieder hier und bereuen, dass sie nicht ein paar Euros mehr für ein qualitativ hochwertiges Rad investiert haben."

Und selbst wenn diese Kunden tatsächlich abwandern. Wen interessiert's?? Es werden andere Kunden kommen, die sich darüber freuen, dass sie wirklich gut beraten werden, die wissen, dass sie keinen Schrott angedreht bekommen, die wissen wollen, dass die Sachen, die sie für ihre Tiere kaufen nicht schädlich für ihre Lieblinge sind! Sie werden es weitererzählen.

Und negative Erfahrungen verbreitet ein enttäuschter Kunde viel öfter als einer, der mit seinem Einkauf zufrieden war. Warum denn nicht belehrbaren Kunden zur Konkurrenz schicken und die zufriedenen Kunden warm halten? Diese kommen immer wieder und bringen sogar vielleicht noch jemanden mit.

Leider ist der Verkauf und Kauf von Tieren in Deutschland nicht verboten, daher sollte man das Beste draus machen. Kunden sollten keine Tiere kaufen und Verkäufer sollten versuchen und den Mut haben ihre Kunden wenigstens ein Stück weit zu erziehen. Aber 90 % der Verkäufer ist es eh egal. So sehe ich das.


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Erklärungsnot - Aus der Sicht der Verkäufer

"Ich wollte dem Kunden ja aber das teurere, sichere Laufrad verkaufen, aber er wollte lieber das billigere!"
1) Warum ist das billige, gefährliche Laufrad überhaupt im Sortiment?
2) Warum kann man dem Kunden nicht erklären, dass es egal ist, was er will! Das Tier muss ja im Laufrad rennen, nicht der Mensch!
3) Man muss dem Kunden den Kosten-Nutzen-Vorteil erklären! Es lohnt sich etwas mehr Geld für ein artgerechtes Laufrad zu investieren, denn nur dann hat man länger Freude an einem gesunden und glücklichen Tier! Das billige Laufrad macht auch viel Lärm und klappert die ganze Zeit. Das nervt.
Und draußen steht groß über der Eingangstür "Das Wohl der Tiere liegt uns am Herzen".

"Der Kunde sagte, ein Kaninchen/Meerschweinchen reicht ihm!"
1) Dem Kunden reicht ein Meerschweinchen/ein Kaninchen?! Was heißt "reicht ihm"? Und was ist mit dem Kaninchen und dem Meerschweinchen? "Reicht ihm" ein Zweibeiner, der nur wenig Zeit hat und kein Artgenosse ist, der 24 Stunden am Tag da ist?
2) Warum kann man dem Kunden nicht vermitteln, dass Einzelhaltung von Gruppen- und Rudeltieren Tierquälerei ist!? Warum erklärt man dem Kunden nicht einfach: "Entweder sie nehmen zwei oder keins!"
Und draußen steht groß über der Eingangstür "Tierhaltung mit Herz und Verstand".

"Ich bin doch nur Angestellter und muss halt das verkaufen, was bei uns im Sortiment ist!"

1) Dann muss man halt bei der nächsten Betreibsversammlung den Vorschlag machen, tierschutzwidriges Zubehör aus dem Sortiment zu nehmen.
2) Man kann auch ehrlich sein und sagen: Ja, wir haben das im Sortiment, aber unter uns gesagt, ihr Tier würde sich darin nicht wohlfühlen." Später kann man den Chefs immer noch die Rückmeldung geben, das minderwertige Zubehör wird schlechter verkauft und schwupps, verschwindet es aus dem Sortiment. Kunden mögen es, wenn sie auch mal vom dem Menschen in seiner persönlichen Meinung etwas erfahren dürfen und nicht nur vom Verkäufer.
Und draußen steht groß über der Eingangstür "Artgerecht ist unsere Devise".

"Das Kaninchen soll ein Ostergeschenk für meine Enkelin werden!"
1) Warum unterstützen die Verkäufer solche Kunden? Warum kann man dem Kunden sagen: "Wir bitten um ihr Verständnis. Unter diesen Umständen möchten wir ihnen lieber kein Tier verkaufen! Die Erfahrung hat uns leider gezeigt, dass die Kunden immer wieder zurück kommen und die Tiere in unseren Laden zurück bringen wollen oder sie landen im Tierheim. Wissen sie, wir sind kein Handel für Haushaltsgeräte, wo man unerwünschte Geräte einfach zurückbringen kann. Denken Sie mal an das Tier unter welchem extremen Stress es steht." Tatsache ist, dass Omi Königin ist, dass Omi Geld liegen lässt und dass das Kaninchen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit alleine in einem viel zu kleinen Käfig sein Dasein fristen wird, ausgesetzt wird oder im Tierheim landet. Und draußen steht groß über der Eingangstür "Das Wohl der Tiere liegt uns am Herzen".

"Der Kunde wollte die Ratte in einem Hamsterkäfig wohnen lassen, wenigstens konnte ich ihn vom Kauf eins größeren Kaninchenkäfigs überreden!"
1) Und was bitte schön, soll daran gut oder besser sein? Ein Rudeltier wird in Einzelhaltung verkauft. Offensichtlich hat der Kunde überhaupt keine Ahnung. Er ist völlig uninformiert! Würde man einen Kunden, der noch nie Quad gefahren ist nicht auch erst auffordern sich über das Fahrzeug zu informieren, bevor er es sich kauft und losfährt? Warum kann man dem Kunden nicht sagen, dass er sich erstmal informieren soll und ihm Buch verkaufen? Und draußen steht groß über der Eingangstür "Fachkompetente Beratung für ihren Liebling".

"Der Kunde stank voll nach Alkohol. Das arme Tier. Er hat sich eine Ratte gekauft und auf eine Transportbox verzichtet."
1) Wenn ich einen alkoholisierten Kunden habe und mir nicht wohl dabei ist, dass er sich hier ein Tier kaufen will. Warum weise ich nicht einfach darauf hin, dass man das Gefühl hat, dass der Kunde zur Zeit nicht aufgrund des Alkoholgeruchs geschäftsfähig ist? Man muss ja damit rechnen, dass der alkoholisierte Kunde sein Tier entweder wieder zurückbringt oder aussetzt.
2) Warum hat man so Angst davor diesen Kunden zu vergraulen? Mal ehrlich: Wem sind denn schon alkoholisierte Kunden lieb? Die machen nur Ärger. Und wenn man dem Kunden freundlich erklärt, warum er kein Tier bekommen soll, dann erhält man vielleicht auch Lob anderer Kunden, die sagen, dass sie es gut finden, dass die Tiere nicht an jeden betrunkenen Hans Wurst verkauft werden.
3) Welches Bild vermittelt man anderen Kunden gegenüber, die als stille Beobachter dabei zusehen, wie eine Ratte an einen alkoholisierten, schmuddeligen Typen verkauft wird? Gleichzeit blicken sie auf den Slogen, der über der Eingangstüre hängt: "Tierliebe mit Herz und Verstand - Hier sind sie richtig! Wir machen ihr Liebling glücklich!"

"Der Kunde sagte, dass er nicht viel ausgeben will."
Das hat er gesagt, mag sein. Niemand geht mit der Absicht einkaufen "Heute gebe ich einen Haufen Geld aus!" Solange sie nicht in einem Zooladen verkauft werden, wird's auch so schnell keine Goldesel geben! (*Das wäre das einzige Tier, das ich gerne im Laden kaufen würde, es sei denn es ist nicht so teuer! lol ) Warum braucht er dann ein Tier, das für ständige Folgekosten sorgt? Und draußen steht groß über Eingangstür: "Tierliebe - Tiere in guten Händen!"

"Ich bin kundenfreundlich und will dem Kunden nicht das Geld aus der Tasche ziehen!"
Man kann sowohl kunden- als auch tierfreundlich verkaufen. Ich kann dem Kunden 5 billige Teile verkaufen, die dem Tier schaden oder schnell kaputt gehen (dann kommt der Kunde aber wieder, um sich Ersatz zu kaufen, also wo ist das denn billiger?) oder ich verkaufe nur drei Teile, die zwar teurer sind, dafür aber artgerecht und langlebig.

Und wieder: Ich muss als Tierverkäufer doch ein Stück kunden"unfreundlicher" verkaufen, wenn draußen als Slogan über der Tür ein Spruch hängt wie "Tierliebe mit Herz und Verstand." Sonst sollte man den Spruch einfach ändern in "Der Kunde ist König, Geld regiert die Welt und die Tiere sind uns scheißegal."

Es IST möglich auch bei artgerechtem Zubehör Geld zu sparen! Eine Gegenüberstellung findet ihr hier: KLICK

Und wenn man mal nicht alle Kunden über einen Kamm schert, dann weiß, dass es auch viele Kunden gibt, die froh sind, wenn sie wissen, dass sie ihrem Tier bzw. ihren Tieren etwas Gutes getan haben und gerne lassen sie dafür auch etwas mehr Geld liegen. Schade ist nur, dass die Bereitschaft der Käufer mehr Geld auszugeben, von Verkäufern gern ausgenutzt wird, um doch noch unnützes Zeug an sie zu verkaufen, weil sie bestimmte Verträge mit Lieferanten haben. Und so wird auch jeder zukünftige Rattenhalter, der halbwegs informiert ist (am Anfang kann man nicht alles wissen) immer noch seine Vitamintropfen und Salzsteine aufgequatscht bekommen. "Verkauf mit Herz und Verstand für die Tiere"!