ANSCHAFFUNG


TEENAGER, KINDER UND RATTEN


 

Sollen Eltern ihren Kindern Ratten erlauben?
Dein Kind hat unerlaubt und/oder vorherige Absprache ein Tier mit nach Hause gebracht.


Ein Wort an die Eltern ...
Ich glaube, früher oder später werden alle Eltern mit dem Satz "Ich will ein Haustier" konfrontiert. Vor der Entscheidung, ob man den Kinderwunsch erfüllen soll oder nicht, sollte man sich einige wichtige Sachen durch den Kopf gehen lassen. Meine Bitte lautet, macht nicht sofort dicht, sondern gebt eurem Kind wenigstens die Chance, mit euch darüber zu reden und hört dem Kind erstmal zu!

Warum Eltern das gute Recht haben, "nein" zu sagen, sich aber nicht sofort sperren sollten...
Manche Eltern sind nicht grundsätzlich gegen die Haustierhaltung, und verbieten aus Tierliebe ihrem Kind Haustiere, weil sie wissen, dass sie Hauptlast an den Eltern hängen bleibt und sie ihr Kind so gut kennen, dass sie wissen, dass das Tier nur vernachlässigt würde. Das Geschrei der Kinder ist dann meist groß, aber da sollte man dann nicht nachgeben. Gerade wenn man berufstätig ist, sollte man sich gut überlegen, ob man sich noch zusätzliche Arbeit durch Haustiere aufhalsten will. Denn es IST so, man kann Kindern nicht die volle Verantwortung und mit Haustieren verbundene Arbeit überlassen! Ja, ich bin der Meinung, dass es von mehr Tierliebe zeugt, wenn man auf die Haltung von Haustieren verzichtet, als wenn man sich aus rein egoistischen Gründen Tiere anschafft, die dann nicht artgerecht gehalten werden.

  • Eltern müssen sich bewusst sein, dass sie ihren Kindern nur kleine Teilarbeiten überlassen können, wie z.B. die tägliche Leerung des Rattenklos oder das Füttern. Die Hauptlast bei der Anschaffung von Haustieren den Kindern zuliebe bleibt dennoch an den Eltern hängen!

  • Dies bedeutet, dass auch Eltern sich über die artgerechte Haltung von Tieren informieren müssen, denn sie müssen kontrollieren, ob ihre Kinder auch alles richtig machen. Ein Kind soll lernen Verantwortung gegenüber einem Lebenwesen zu übernehmen, das ist richtig. Dennoch ist es nicht in der Lage Ratten ohne der Hilfe der Eltern artgerecht halten zu können, weil die Haltung von z.B. Ratten mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Kindern kann man nur Teilaufgaben überlassen, wie z.B. die Beschäftigung mit dem Tier, das Klo leeren und/oder Füttern. Ist das Kind mit der Haltung überlastet, verliert es schnell das Interesse am Haustier. Ein Kind, das drei Mal die Woche mittags Unterricht hat, dann womöglich noch zwei Klassenarbeiten in der Woche zu schreiben hat, eventuell noch im Sportverein ist, hat womöglich keine Kraft mehr, den Käfig zu putzen, was dann dazu führt, das es auch noch Stress mit den Eltern bekommt, die von Anfang an vom Kind verlangt haben, das es sich selbstständig um die Haustiere kümmern muss. Verantwortung für ein Tier zu übernehmen heißt nicht, dass man es füttert und am Leben erhält, es heißt, dass man es geistig und körperlich fördern muss und ein glückliches und artgerechtes Leben ermöglichen muss.



  • Blockiert nicht gleich bei dem Wort "Ratte", gebt euren Kindern die Chance, euch zu zeigen, dass Ratten auch nichts anderes sind als Meerschweinchen mit einem langen Schwanz. Legt eure Vorurteile mal kurz zur Seite. Das meiste, das man von Ratten kennt ist nämlich dummes Stammtischgeschwätz! Wir reden ja auch von dem Haustier Farbratte und nicht von der fetten, krankheitsübertragenden Kanalratte ;-) Wenn ihr euch die Argumente eures Kindes nicht überzeugen konnten, dann habt ihr halt weiterhin keinen guten Draht zu Ratten, aber das müsst ihr ja auch nicht. Trotzdem kann man sich zumindest mal den Wunsch seiner Kinder anhören, ohne gleich empört an die Decke zu gehen.

  • Jeder Mensch hat das Recht, keine Ratten oder andere Haustiere haben zu wollen. Manchmal zeugt es von mehr Tierliebe, man verbietet seinem Kind die Haustierhaltung, als dass das Tier dann vernachlässigt wird. Ich kann durchaus verstehen, wenn Eltern andere Tiere erlauben würden, Ratten aber nicht, denn das ist schlichtweg Erziehungs- und Ansichtssache.

  • Bedenkt auch, dass es wissenschaftlich bewiesen ist, dass sich Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, positiver in ihrer Persönlichkeit entwickeln als Kinder ohne Haustiere. Gerade für Stadtkinder sind Haustiere oft der einzige Bezug zur Natur und Tierwelt. Allerdings sollte man als Eltern gut darauf achten, dass man seinen Kindern die artgerechte Haltung vermittelt. Seinem Kind einen Hamster zu schenken, damit es etwas zum spielen hat kann nicht der richtige Weg sein.

  • Bitte bedenkt als Eltern aber auch, dass ihr vielleicht später öfter mal auf die Tiere aufpassen müsst und die Verantwortung übernehmt, weil euer Kind erwachsen wird und sich lieber verstärkt mit Gleichaltrigen auf Feiern trifft, weil plötzlich der erste Freund/die erste Freundin wichtiger geworden sind.

  • Es ist natürlich schwierig für Außenstehende zu beurteilen, ab welchem Alter man Kinder ein Tier anvertrauen kann. Manche Kinder wachsen mit Tieren von klein an auf und beherrschen den Umgang sehr gut, manche sind mit 15 Jahren noch nicht verantwortungsbewusst genug. Das kann man als Eltern sicherlich am besten beurteilen.

  • Anfängliche Begeisterung legt sich leider sehr schnell, da Kinder und Teenager oft sehr sprunghaft in ihren Interessen sind. Heute sind es Ratten, übermorgen etwas völlig anderes. Dadurch ist Zoff Zuhause oft vorprogrammiert. Der Käfig putzt sich nicht von alleine, er stinkt bis zum Himmel und man muss die Kinder immer wieder an ihre Verantwortung erinnern. Die Motivation für die Anschaffung eines Haustieres darf nicht darin liegen, dass man einen niedlichen computeranimierten Disneyfilm gesehen hat, ich möchte mal daran erinnern, was Ratatouille, 101 Dalmatiner, Findet Nemo usw. ins Rollen gebracht hat. Selbst Greifvogelwarten waren vor ernst gemeiten Anfragen nach Schneeeulen als Haustiere für die Kinder nicht verschont geblieben. Sind Menschen wirklich so dumm? Das erste Mal hörte ich davon, als ich mal wieder die Flugschau der Greifvogelwarte auf meiner Lieblingsburg Guttenberg besucht hatte. Ich konnte es kaum fassen, fand im Internet doch tatsächlich die Bestätigung.

  • Kinder, die mit Tieren aufwachsen sind später weniger allergieanfällig.

  • Wichtig ist: nur weil ein Tier klein ist, heißt es nicht, dass es anspruchslos ist! Ganz im Gegenteil! Nehmen wir als Beispiel den Hamster. Ein beliebtes "Kinder"haustier. Hamster sind aber völlig ungeeignet für Kinderhände! Zum einen sind sie nachtaktiv, Kinder schlafen aber zu dieser Zeit. Zum anderen benötigen Hamster einen sehr großen Käfig, in dem sie buddeln, rennen, spielen und nagen können. Die Käfige, die als Hamsterkäfige in Zooläden verkauft werden sind allesamt schön bunt, was den Kindern natürlich gefällt, mit artgerechter Haltung hat dies allerdings rein garnichts zu tun. Wer Kindern einen Hamster kauft und in solche Hamsterknäste steckt ist ein Tierquäler! Will man das seinen Kindern vermitteln? Will man seinen Kindern vermitteln, "ist mir doch egal, ob der Hamster glücklich ist, Hauptsache, du hast dein Viech und quängelst nicht mehr rum?" Keine sehr vorbildliche Einstellung würde ich sagen.

  • Bitte schenkt euren Kindern nicht unüberlegt ein Haustier, um dem Kind eine Freude damit zu machen. Macht dem Tier eine Freude damit, dass ihr euch vorher erstmal über die artgerechte Haltung informiert und auch die Nachteile der Haustierhaltung in Betracht zieht.

    Weiterführende Links:

    Diebrain
    Das Elternproblem / Die-Nagervilla



Mein Kind hat unerlaubt und/oder vorherige Absprache ein Tier mit nach Hause gebracht.

Fakt ist, wenn Kinder/Teenies sich ohne Absprache mit den Eltern und ohne deren Erlaubnis sich Tiere angeschafft haben, dann zeugt diese von einer absoluten Vertrauensbruch, Erpressung und Respekt- und Verantwortungslosigkeit und ist absolut nicht in Ordnung! Darüber braucht man nicht diskutieren!

Dennoch möchte ich die Eltern bitten eins zu bedenken: die Tiere sind nicht daran schuld, dass sich das Kind nicht an Regeln hält! (Über Erziehungsmaßnahmen möchte ich hier nicht sprechen und überlasse dies den Eltern, ob sie dem Kind z.B. ein Jahr Kinoverbot geben, X-Box wegnehmen oder was weiß ich...). Das Tier sollte nicht darunter leiden!

Es ist verständlich, wenn Eltern entscheiden "Das Tier muss wieder weg!" Aber bitte handelt nicht überstürzt! Es gibt viele Möglichkeiten, das Tier unterzubringen, ohne dass es dabei durch die Hölle gehen muss!

  • Hört euch erstmal die Argumente der Kindes an! Ist es nicht doch möglich, das Tier zu behalten und eine artgerechte Haltung zu ermöglichen? Das muss ja nicht bedeuten, dass die Sache mit dem Regelbruch (heimlich Tiere holen) keine Konsequenzen für das Kind haben soll, aber wie gesagt, das Tier kann ja nichts dafür und würde sich über ein Zuhause sehr freuen! Im Internet gibt es ausreichend Tierhalterseiten und Haustierforen, wo man sich informieren kann und Hilfe bekommt.

  • Ist es möglich das Tier dem ursprünglichen Besitzer zurückzugeben? (Bitte nicht zurück in den Laden! Zooläden sind ohnehin nicht befugt lebende Tiere an Minderjährige unter 16 Jahren zu verkaufen! Vielleicht kann man den Laden anzeigen?)

  • Das örtliche Tierheim sollte wirklich die letzte Anlaufstelle sein, wenn das Tier wirklich schnellstens weg muss, weil z.B. eine Allergie vorliegt! Bitte denkt daran, dass Tierheime ohnehin schon sehr überlastet sind. Die Chancen für Ratten, die in Tierheimen landen, sind sehr schlecht, da die Leute nach wie vor lieber in den Laden rennen, um sich dort Nachschub zu holen.

  • Bringt es euch wirklich um, wenn ihr das Tier wenigstens bis zur Vermittlung behaltet? Ich kann verstehen, dass wenn man z.B. Allergiker oder voll berufstätig ist und gar nicht vor hatte Tiere zu halten, damit Probleme hat. Vielleicht findet sich ja ein Bekannter, Verwandter... der die Tiere vorübergehend aufnimmt. Gemeinsam kann man versuchen, die Tiere zu vermitteln Im Internet findet man viele Pflegestellen und tierspezifische Notfallvermittlungen.

  • Auch wenn ihr stinkesauer auf euer Kind seid, dann handelt wenigstens IHR als Eltern vorbildlich und schaut, dass das Tier in liebevolle Tierhalterhände kommt und artgerecht gehalten werden kann! Verlangt nicht von eurem Kind "Du hast drei Tage Zeit, das Tier verschwinden zu lassen, sonst tue ich es!". Für Kinder und Jugendliche ist es soooo einfach an Tiere ranzukommen, denn verantwortungslose Vermehrer und umsatzorientierte Zoohandlungen gibt es leider genug. Mit der Vermittlung der Tiere an verantwotungsvolle Tierhalter sind Kinder jedoch überfordert. Aus lauter Angst vor den Eltern werden daher die Tiere nicht selten einfach ausgesetzt, WAS VERBOTEN IST UND RICHTIG TEUER WERDEN KANN! Wer Tiere aussetzt macht sich strafbar! Wer Tiere aussetzt und angezeigt wird, der ist vorbestraft! Bitte setzt nicht aus lauter Wut auf euer Kind Tiere aus! Die Tiere können doch nichts dafür, dass sie in Kinderhände geraten sind! TIERE AUSSETZEN IST KEIN KAVALIERSDELIKT sondern eine ernst zu nehmende Straftat, die im Führungszeugnis landet!

 

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Stell dir zunächst selbst mal die Frage, warum du Ratten haben willst?

  • Ratten sind niedlich.
  • Es ist cool Ratten zu haben, hat ja schließlich nicht jeder!
  • Seit ich Ratatouille gesehen habe, will ich unbedingt eine Ratte.
  • Ich find's cool, wenn sich andere Leute darüber aufregen, dass ich eine Ratte/Ratten habe.
    -> All diese Gründe sind aber sehr egoistisch! Das hat nichts mit Tierliebe zu tun!

  • Ich habe mich ausführlich im Internet und/oder Bücher über Ratten informiert.
  • Ich kenne jemanden, der Ratten hat und ich bin total begeistert von ihnen. Sie haben's mir total angetan!
  • Ich bin mir bewusst, dass die Rattenhaltung auch negative Seiten hat, z.B. muss ich oft den Käfig putzen.
    -> Das ist vorbildlich, du solltest mal deine Eltern auf das Thema ansprechen!

    Warum deine Eltern das gute Recht haben "nein" zu sagen

  • Vielleicht hast du leider in der Vergangenheit deinen Eltern einen Grund gegeben, dass sie dir die Verantwortung einem Tier gegenüber nicht mehr zutrauen.

  • Sie möchten überhaupt keine Tiere IN IHRER WOHNUNG haben. Das ist schade, aber ihr gutes Recht, da sie schließlich die Miete bezahlen.

  • Vorurteile gegenüber Ratten sind tief verwurzelt. Oft haben Menschen schlechte Erfahrungen gemacht oder sind dazu erzogen worden Ratten zu hassen. Manche Eltern legen den Hass und Ekel, zumindest gegen Farbratten ab, andere hingegen könnten niemals unter einem Dach mit Ratten leben. Vielleicht kann man dann einen Kompromiss finden und sich für andere Tiere entscheiden? Die Tierheime sind voll von Tieren, die ein Zuhause suchen.

  • Als Teenager KANNST du garnicht die volle Verantwortung für deine Ratten übernehmen! Dieses Argument zieht also nicht: irgendwann wirst du bei deinen Eltern um Geld bitten müssen, weil du dir eventuell die Tierarztkosten nicht leisten kannst oder etwas Besonderes für die Ratten kaufen willst. Oder du wirst deine Eltern bitten müssen, auf die Ratten aufzupassen, während du im Schullandheim bist oder bei deiner besten Freundin/deinem besten Freund übernachten willst oder wenn du mal krank bist. Du brauchst schon sehr verständnisvolle Eltern, die dir die Arbeit nicht abnehmen, denn sie haben schließlich schon genug zu tun, aber dir zur Seite stehen und dir helfen! Vielleicht ist es deinen Eltern nicht möglich, sich finanziell noch mehr zu belasten oder sich noch mehr Arbeit aufzuhalsen.

  • Merke dir: Je mehr du quängelst und mit Sprüchen kommst wie "Ihr seid so gemein" / "Ich hasse euch" / "XY hat aber auch welche!" desto mehr machen deine Eltern dicht!


    Hier geht's weiter zu:
    Interview mit einer vorbildlichen Teenagerin
    Das Elterngespräch