ANSCHAFFUNG


Rattenhaltung hat auch Nachteile
15 schonungslose Gründe, die gegen eine Haltung von Ratten als Haustiere sprechen! Es handelt sich um Tatsachen, aus denen man kein Staatsgeheimnis machen muss! Rattenhaltung ist nicht nur schön, darüber muss man sich vor der Anschaffung bewusst werden!

Nagetiere allgemein
Nagetiere sind in der Beliebtheitsskala der Haustiere ganz weit oben, denn sie sind allesamt, egal welche Art, einfach niedlich und possierlich. Die kleinen Knopfaugen, die süßen Öhrchen, das weiche Fell, ihr freundliches Wesen usw. Besonders Kinderherzen schlagen beim Anblick von Nagetieren hoch. Dass diese recht klein sind, erweckt den trügerischen Eindruck, dass sie insbesondere für Kinder tolle Spielgefährten abgeben und wenig Ansprüche haben und daher wenig Arbeit und Energie in die Haltung der Tiere investiert werden muss. Das ist allerdings sehr pauschalisiert, so einfach kann man es sich bei der (Nage)tierhaltung nicht machen!

Klar, ich liebe meine Ratten wie verrückt, aber es ist nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen und oft ärgere selbst ich mich über die kleinen destruktiven Biester. Auf die Nachteile der Rattenhaltung könnte ich lieben gerne verzichten, andererseits nehme ich sie dann doch immer wieder gerne in Kauf, wenn ich sehe, wie es meinen Ratten gut geht, wie sie mir die Finger oder das Gesicht abschlecken, wie sie miteinander zu 8 in einem Häuschen schlummern, wenn sie mal streiten....

Böse Ratte
Gute Ratte



Leider sprechen doch sehr viele Gründe gegen die Anschaffung von Ratten. Diese sollten einem vor einer Anschaffung bewusst sein, da dies ja nur zum Wohle der Tiere geschieht, denn oft zeugt es von mehr Tierliebe, wenn man sich eingesteht, lieber keine Tiere zu halten, als ihnen nicht gerecht werden zu können. Ein Tierhalter muss sich der „Nebenwirkungen“ bewusst sein. Viele Ratten landen eben aus diesen Gründen in der Notfallvermittlung oder in Tierheimen oder werden sogar ausgesetzt ... Und ich will durchaus auch Leute ein wenig abschrecken, sich Ratten UNÜBERLEGT zu kaufen (die meisten tun dies nämlich), es warten viele Notfälle in Tierheimen und Pflegestellen.

Rücken diese Negativbeispiele die Farbratte als Haustier nicht in ein zu negatives Licht? Nein! Denn die schönen Seiten der Rattenhaltung übertreffen die Nachteile, die man eben in Kauf nehmen muss, um ein Vielfaches! Ratten sind tolle Haustiere, aber nur, wenn man akzeptiert, dass es auch Schattenseiten gibt! Oft geben Leute ihre Ratten ab, weil sie sich nicht bewusst waren, dass Ratten z.B. eine geringe Lebenserwartung haben, oder dass die Rattenhaltung leider auch mit Arbeit und Verantwortung verbunden ist.

Oftmals geben Menschen ihre Ratten ab mit den Worten "Die Mistviecher machen mir alles kaputt... die pinkeln alles voll!" Sie geben den Ratten die Schuld. Der einzige, der Schuld an Zerstörungen und Verschmutzungen hat, ist der Rattenhalter selbst! Man muss die Umgebung den Ratten anpassen und nicht umgekehrt! Und, hätte er sich vorher richtig informiert, wäre er auf die Zerstörungswut und die Markierungen vorbereitet gewesen.




1) Tapeten und Teppich ...werden angeknabbert und vollgepullert


Ich habe alles versucht. Schimpfen haben die Ratten wohl eher als „Aufmerksamkeit“ und „Lob“ empfunden. Ein lautes „NEIN“ hat da etwas besser geholfen oder ein Beschuss mit Papierkügelchen ;-) Die Ratten lernten: „Ich darf nicht an der Tapete knabbern, wenn Frauchen da ist“. Gut gemacht Ratten! Aber wehe ich habe das Zimmer für zwei Minuten verlassen! Schon wurden die Tapeten oder der Teppich wieder zum Opfer. Irgendwann habe ich dann den Teppich den Ratten kampflos überlassen und besonders aus hygienischen Gründen, den Teppich herausgerissen und Laminat verlegen lassen, denn der Teppich war nicht nur komplett zerfetzt, sondern sah auch schon braune Urinstellen und stank richtig übel.

Das ist übrigens auch mein persönlicher Tipp: wenn ihr einen Teppich in der Wohnung habt, dann bedenkt das lieber mit der Rattenhaltung! Der Teppich wird im Nu vollmarkiert sein und stinkt dann bis zum Himmel, weil auch eine Teppichreinigung nicht wirklich etwas bringt. Ich hatte mir selbst Teppichreinigunggeräte ausgeliehen und spezielle Teppichreinigungsmittel, trotzdem musste der Teppich raus.

Außerdem wird er, wie gesagt, eh von den Ratten zerfetzt.

Abhilfe: Rattenfreie Zone schaffen Auslauf basteln Teppich mit PVC auslegen Ratten im Bad statt im Zimmer mit Teppich rennen lassen

 



2) Hygienische Gründe - Keine Stubenreinheit

Ratten sind sehr reinliche Tiere und putzen sich andauernd. I.d.R. haben Ratten einen bestimmten Ort, in dem sie ihr großes Geschäft verrichten, z.B. in einem im Auslauf aufgestellten Rattenklo oder im Käfig.
Nur mit dem Pieseln nehmen Ratten es nicht so ernst. Da wird dann auch mal, weil man zu faul ist den Ort zu verlassen, in dem man es sich gerade gemütlich gemacht hat, hingepullert. Das kann auch mal das Kissen auf der Couch sein, wenn man sie zu lange dort lässt! Genau aus diesem Grund dürfen meine Ratten nicht auf die Couch oder das Bett.

Auf Laminatboden sieht man ja glücklicherweise sofort, wenn ein Übeltäter mal wieder zugeschlagen hat. Einige Rattenhalter versuchen immer wieder zu beschönigen, dass Ratten mit „kleinen Tropfen Urin ein wenig ihr Revier markieren“, das ist absolute Schönmalerei, von der ICH mich eindeutig distanziere! Tatsächlich ist nach kurzer Zeit der ganze Boden vollgepisst - also nix mit Stubenreinheit! Eine Ratte hockt sich nicht ins Zimmer und pinkelt sich aus, aber ob sie nun 50 kleine Tropfen an mehreren Stellen verteilt hinterlässt oder einen großen "See" macht für mich keinen Unterschied. Für mich ist das schlicht unhygienisch, daher wische ich den Boden 1-2 Mal in der Woche. Wenn sich die Ratten draußen "auspinkeln" würden, also richtige Pfützen hinterlassen würden, wäre es m.E. nicht mal so schlimm, denn diese kann man einfach mit einem Lappen wegwischen. Das ständige Markieren im ganzen Auslauf hat jedoch zur Folge, dass man den ganzen Boden wischen muss. Ich muss aber auch sagen, dass ich allergisch auf Rattenurin bin und da vielleicht etwas überempflindlich bin.

Aber: Je öfter man den Boden wischt, und das ist auch dringend nötig, desto mehr versuchen sie den neuen Geruch mit ihrem eigenen wieder zu überdecken! Auf dem Bild 1 sind deutlich die Markierungsspuren zu erkennen. Das ist nunmal so und kann auch nicht unterbunden werden. Allerdings könnt ihr euch auch vorstellen, wie der Boden aussieht, wenn diese Markierungen trocknen (Bild 2) und man den Boden mehrere Tage nicht gewischt hat.

Hier sieht man ganz genau, die Pipi spuren. Die sind ganz klar und stinken auch nicht, aber wenn man mal zwei Tage das Zeug stehen lässt, dann riecht man es eben schon!

Stubenreinheit heißt für mich: niemand pinkelt oder kackt in meine Wohnung! Ratten pinkeln/markieren, also sind sie nicht stubenrein!
Ratten markieren auch ihre Halter! (Siehe Verhalten). Ich bin meinen Ratten deshalb nicht böse, denn sie können ja nichts dafür. Aber wenn ich auf eins gerne verzichten könnte, dann ist es genau DAS!

Mehr zum Thema "Stubenreinheit" findet ihr auf folgender Seite: KLICK MICH

Abhilfe: Freilauf auf Fliesen oder Laminat. Sollte ein Teppich vorhanden sein, diesen z.B. mit PVC oder alten Decken abdecken.

 

3) Herrchens und Frauchens Lieblingssachen

Ratten machen leider nicht vor den Lieblingssachen ihrer Herrchen und Frauchen stopp. Nager bleibt Nager. Da wird dann ein Alf-Kissen in Stücke zerfetzt, das man sich als 12-jähriges Mädchen vom Taschengeld gekauft hat oder Bücher werden angeknabbert, man hat ja schließlich Leseratten. Bleistifte, die "achtlos" auf dem Schreibtisch liegen gelassen wurden, werden bis auf die Mine abgenagt. Darüber hinaus sind Ratten äußerst gute Kletterer, wie euch das Video von Franziska beweist: Ratte klettert an Komode hoch: KLICK MICH

Abhilfe: Rattenfreie Zone schaffen Auslauf basteln nicht unbeaufsichtigt lassen

 




4) Täglicher Auslauf

Ratten brauchen Auslauf und das jeden Tag. Am besten mehrere Stunden. Dabei muss man sehr darauf achten, dass man sich nicht aus Versehen auf einen Vierbeiner setzt, der es sich gerade auf der Couch unter einem Kissen bequem gemacht hat, oder dass man einen Ratz zertrampelt, der gerade an den Füßen von Herrchen oder Frauchen herumwuselt (daher am besten Schuhe ausziehen), weil er gerne am Hosenbein hoch klettern will, um Platz auf der Schulter zu nehmen. Es bringt die Ratten nicht gleich um, wenn man sie mal einen Tag lang nicht raus lassen kann oder nur eine halbe Stunde. Der Käfig sollte ohnehin so abwechslungsreich eingerichtet sein, dass sich die Tiere auch gut mal einfach so einen Tag lang beschäftigen können. Aber Auslauf ist wichtig! Diese Zeit sollte man sich schon nehmen. Wenn das Zimmer dementsprechend rattensicher (siehe auch Grund 3) eingerichtet ist, kann man die Nasen auch ohne Aufsicht herumspringen lassen.

Abhilfe: Es gibt keine! Auslauf ist wichtig und ein absolutes Muss! Eine Stunde am Tag

 




5) Rattensichere Wohnung

Die Wohnung muss rattensicher gestaltet werden, d.h. die Nager dürfen nicht an Kabel oder giftige Pflanzen herankommen; es dürfen keine vollen Aschenbecher im Rattenauslauf herumstehen; kleine Schlitze, in denen Ratten stecken bleiben könnten sind zu stopfen; es darf keine Absturzgefahr bestehen. M.E. sollte man auch keine anderen Säugetiere im gleichen Haushalt haben. Bitte bedenkt, dass unsere "normalen" Haustiere für unsere Ratten Fressfeinde sind!

Ratten lassen sich nicht mit anderen Nagern vergesellschaften. Zur Not müsst ihr Rattenbarrieren basteln, aber die intelligenten Nager finden immer wieder einen Weg das Herrchen in den Wahnsinn zu treiben. Eine Ecke habe ich damals mit meinen Lautsprecherboxen und Ringordnern zugestopft, weil meine Tiffy ständig über meine Tapete herfiel. Tiffy hatte es immer wieder geschafft mich verrückt zu machen und hat bei ihren Kletteraktionen (siehe auch wie Franziskas Ratte an einer Kommode hochklettert ) schließlich auch noch den Bezug von meinen Lautsprecherboxen abgerissen.

Abhilfe: Rattenfreie Zone schaffen Auslauf basteln

 



6) Käfig und Reinigung

Ratten brauchen große Käfige mit mehreren Ebenen, mit vielen Versteck-, Kletter-, Spiel-, Kuschel- und Schlafmöglichkeiten (z.B. umgebauter Kleiderschrank, Nagervoliere, Unidom, Vogelvoliére oder große Hörnchenkäfige). Je größer, desto besser! Der Rattenkäfig muss regelmäßig, also mindestens ein Mal in der Woche, gereinigt werden! Dazu gehört auch die Inneneinrichtung wie Häuschen, Hängematten, Röhren... Das Rattenklo wird am besten täglich geleert! Täglich muss auch der grobe Dreck (Essensreste, Kot usw) mit dem Handbesen beseitigt werden. Ratten haben einen Eigengeruch, der aber nicht unangenehm ist. Jedoch stinkt ein VERNACHLÄSSIGTER Rattenkäfig bis zum Himmel: ... und zwar schlimmer als jede Bahnhofstoilette. "Je größer, desto besser" bezieht sich allerdings nur auf die Ratten ;-) Ein großer Käfig ist für den Halter natürlich eine weitere Belastung. Je größer der Käfig ist, desto mehr Schmutz wird verursacht und desto mehr muss geputzt werden!

Abhilfe:

Es gibt keine! Die Käfigreinigung ist wichtig und ein absolutes Muss! Schon im eigenen Interesse! Klickt hier um zu sehen, wie ich das mache
Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Käfige große Öffnungen haben, oder man legt sich am besten gleich einen Schrank zu, das erleichtert das Putzen enorm.
Achtet auf pflegeleichte Einrichtung, z.B. Häuschen aus Hartplastik, lackierte Häuschen, abwischbare Ebenen, Keramik usw.
Ein vernachlässigter Käfig stinkt wie gesagt nicht nur bis zum Himmel, sondern macht Ratten und Menschen krank!



7) Ernährung

Ratten haben Hunger und Durst . Man muss jeden Tag das Wasser wechseln. Gutes Rattenfutter ist bis jetzt leider noch nicht bei Kaufland, Edeka oder Real erhältlich. Finger weg von "Nagerfutter". Nagerfutter gibt es nicht! Jedes Nagetier hat andere Anforderungen ans Futter. Ein Meerschweinchen ist auch ein Nager und ernährt sich dennoch völlig anders als eine Ratte oder Maus!

RATTEN SIND KEINE MÜLLEIMER, DIE ALLES FRESSEN!

Ihre kleinen Mägen reagieren oft sehr empfindlich auf falsches Essen. Falsche Ernährung kann Tumorentwicklung, Zahnfehlstellungen oder Fettleibigkeit fördern oder führt zu Durchfall und zu sonstigen unnötigen Erkrankungen bis hin zum Tod.

Abhilfe: Es gibt keine! Ratten müssen täglich frisches Futter zur Verfügung haben. Ratten müssen spezielles Rattenfutter bekommen. Dieses bekommt ihr bei Rodipet oder Zooplus.

 

 


8) Es spricht für sich selbst...

..., dass man sich keine Tiere anschafft, wenn einem bekannt ist, dass man unter einer Tierfellallergie leidet!
..., dass man viel Zeit für seine Ratten haben sollte. Ist es sinnvoll sich überhaupt ein Tier anzuschaffen, wenn man so gut wie nie zu Hause ist?
..., dass man mindestens drei Ratten halten muss! Ratten sind Rudeltiere!
..., dass die Anschaffung der Tiere mit Folgekosten verbunden ist (Käfig + Einrichtung, Futter, Spielzeug, Tierarztbesuche, Medikamente usw.)
..., dass bereits vorhandene Tiere (z.B. Hunde und Katzen) die Ratten als willkommenes Futter oder Spielzeug ansehen könnten.

Abhilfe: Es gibt keine! Das sind die grundlegenden Voraussetzungen für die Rattenhaltung! Wenn auch nur eine nicht erfüllt werden kann, sollte man dringend von der Rattenhaltung absehen!

 

 

9) Lebenserwartung, Krankheit und Tierarztkosten

Leider haben die süßen Pelznasen keine hohe Lebenserwartung (max. 3 Jahre, wenn's gut läuft) und der Tod eines Tieres kann den Besitzer ganz schön fertig machen. Ist man wirklich stark genug sich darauf einzulassen? Leider sind Ratten sehr anfällig für Krankheiten (z.B. Atemwegserkrankungen, Abszesse, Tumore) und der Gang zum Tierarzt ist unumgänglich. Die Tierarztkosten übertreffen die Anschaffungskosten einer Ratte um Vielfaches. Aber wer von vorn herein nicht bereit ist, sein krankes Tier zum Tierarzt zu bringen, der soll sich sowieso erst kein Tier anschaffen und lieber auf ein Stofftier zurückgreifen.

Abhilfe: Ratten artgerecht halten, Krankheiten vorbeugen und Symptome schnell erkennen und behandeln. Bei Krankheitssymptomen sofort den Tierarzt aufsuchen und nicht erst einen Foren-Heini fragen ;) und Zeit verplempern! Ein Forenheini kann nicht helfen, aber der Tierarzt!

 


10) Nicht alle Ratten sind Kuscheltiere

Ratten sind nur bedingt Kuscheltiere. Will man "was Richtiges" zum Kuscheln, besorgt man sich vielleicht lieber eine Katze oder ein paar Zwergkaninchen (aus dem Tierheim, Achtung, Kaninchen sind auch Gruppentiere!). Ratten können auch mal schmusen, aber nur dann, wenn SIE es wollen, und wenn IHNEN danach ist. Und das ist eigentlich sehr selten der Fall und wenn dann oft nur ganz kurz. Denn lieber rennen sie umher und erkunden ihr Revier. Vor allem junge Ratten sind andauernd unterwegs und kaum zu stoppen. Dabei sind sie sehr flink und lassen sich gar nicht so leicht einfangen. Ältere Ratten sind viel ruhiger und lassen sich gerne mal im Nacken kraulen oder Minuten lang streicheln. Aber wenn sie genug davon haben, machen sie sich wieder aus dem Staub.

Abhilfe: Akzeptieren, dass nicht jede Ratte gleich ist! Sich darüber freuen, dass die Ratten unterschiedliche Charaktere haben! Mit den Ratten kuscheln, die die Kuscheleinheiten auch wollen und genießen. Den Einstieg in die Rattenhaltung lieber mit älteren, ruhigeren und Menschenhand gewohnten Tieren anfangen. Sucht Rattennotfallvermittlungen oder euer Tierheim auf!




11) Geduld

Man braucht viel Zeit, Geduld und gutes Zureden, will man eine Ratte handzahm bekommen. Noch mehr Geduld braucht man, wenn man neue Ratten integrieren will. Auch anfänglich bissige und scheue Ratten können mit viel Geduld zahm, lieb und verschmust werden. Einige Ratten sind von Anfang an so zutraulich, dass es ganz einfach ist, sie an sich zu gewöhnen.

Abhilfe:
Es gibt keine! Ein Rattenhalter muss sich immer wieder in Geduld üben!




12) Kratzer und Bisswunden

Einen Rattenhalter erkennt man u.A. an den Kratzspuren am Dekolleté. Manche Ratten lieben es halt sich in den Pulli des Herrchens zu verstecken. Aber das nimmt man als Rattenliebhaber gerne in Kauf, man muss halt T-Shirts tragen. Was man dagegen nicht gerne in Kauf nimmt, sind verhaltensgestörte Ratten (z.B. aufgrund von Inzucht in Zoohandlungen oder weil sie lieblos ausgesetzt wurden) oder extrem aggressive, bissige Tiere. Tiefe Bisswunden können z.B. Sehnen verletzten und stark bluten. Ein Mal haben mir die rasierklingenscharfen Zähne von Mr. Miagi die Haut aufgeschlitzt, so dass eine fette Narbe zurück blieb (Bild links). Diese wird mich jetzt immer an ihn erinnern. Mr. Miagi wurde aber, nach seiner Kastration, schließlich zu einem lieben Kuschler, um das Thema Geduld nochmals anzusprechen. Den blutenden Zeh und den dicken Finger habe ich Blindi zu verdanken. Die meisten Ratten sind ganz arg lieb, aber leider kann es halt auch mal vorkommen, dass man eine total verhaltensgestörte Ratte erwischt. Da heißt es dann Umdenken und sich irgendwie mit der Ratte arrangieren. In fast 10 Jahren Rattenhaltung hatte ich zwei bissige Ratten: Mr. Miagi, der seine Bissigkeit nach der Kastration ablegte und Blindi, die immer lieb zu den Ratten war aber mich hasste. Wobei ich Blindi nie wirklich böse war, sie war von Anfang an ein armes gequältes Tier (wurde samt Hamsterknast in den Müllcontainer geworfen), das von Menschen mies behandelt wurde. Ich habe gelernt, Blindi so lieb zu haben wie sie ist und akzeptiert, dass sie eben nicht kuscheln will.

Abhilfe:
Niemals Tiere aus dem Zooladen holen. Diese sind meist schwanger oder bereits verhaltensgestört und krank.
punkt Keine Ratten von Schlangenhaltern nehmen, um diese zu retten!
Akzeptieren, dass jedes Tier anders ist und lernen, mit einem Beißer umzugehen.
U.U. ist es nötig stichfeste Handschuhe zu tragen (z.B. extem bissige Ratte muss zum Tierarzt gebracht werden)
Pflaster und Desinfektionsmittel im Haus haben ;-)
punkt Ratten nicht zum Spielen auffordern, ihren Wunsch, nicht angefasst werden zu wollen akzeptieren und mit anderen Ratten spielen.

 

13) Strikte Trennung nach Geschlechtern

Man sollte sich von Anfang klar werden, welches Geschlecht man halten will, denn eins ist klar: BEIDE GESCHLECHTER IN EINEM KÄFIG IST ABSOLUT VERBOTEN! Die Haltung beider Geschlechter in getrennten Käfigen ist ein gefährliches Unterfangen. Ratten können wahre Ausbrechkünstler sein. Auch eine kleine Unaufmerksamkeit seitens des Besitzer, kann dazu führen, dass eine Ratte sich beim anderen Geschlecht hineinstibitzt. Schnell kommt es zu ungewollten Nachwuchs , der einem u.U. schnell über den Kopf wachsen kann. Lest hier mehr dazu. Ich halte zwar auch männliche Ratten bei meinen Rattendamen, diese sind aber alle kastriert .

Abhilfe: Nur kastrierte Männchen dürfen zu den Rattendamen gelassen werden!

 

14) Urlaubsbetreuung und Ekel vor Ratten

Leider sind Ratten als Haustiere längst nicht so gesellschaftlich angesehen, wie Katzen oder Hunde. In den seltensten Fällen findet man jemanden, der sich ein paar Tage um die Ratten kümmern würde, wenn man selbst in den Urlaub will oder krank ist.

Abhilfe:
Beim Stammtisch lernt ihr nette Leute kennen, die das evtl. übernehmen könnten.
Eventuell findet man über das Internet Tiersitter, die sich gegen Bezahlung um die Tiere kümmern.
Einige Tierheime bieten Urlaubsbetreuung an.

 

15) Kampf gegen Vorurteile und Windmühlen

Als Rattenhalter muss sich fast täglich anhören, dass man irgendwie „aus der Art geschlagen" oder so etwas wie ein "Freak" ist, weil man Ratten als Haustiere hält. Viele halten einen für Spinner mit komischen Anwandlungen, und man muss sich immer wieder mit abgedroschenen, anerzogenen Klischee-Kacke-Sprüchen wie „die sind ja ganz süß, aber der Schwanz ist so eklig“ oder „Ratten sind Krankheitsüberträger“ usw. auseinandersetzen. Bla..bla...bla... dämliches Stammtischgeschwätz! Rattenhalter wissen es besser: Ratten sind die tollsten Haustiere der Welt. Klick HIER

Abhilfe: Argumentationshilfen gegen Clicheesprüche und dummes Stammtischgelaber parat haben.

 



"16) Ratten machen süchtig *lach*"

Hat man erst mal eine Ratte, will man immer mehr! Man kann ihrem liebenswerten Wesen, ihrer charmanten, freundlichen und lustigen Art einfach nicht entkommen!

Abhilfe:
Man geht zu den " anonymen Rattoholikern " -> Stammtisch :-)